Alte Handys: Algorithmus verhindert Datenklau

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Wer sein altes Handy in einem Gebrauchtwarengeschäft abgibt oder anderweitig verkauft, ohne dieses vorher von sensiblen persönlichen Daten zu säubern, setzt sich einem hohen Risiko von Identitätsdiebstahl aus. Vor dem Hintergrund dieser Sicherheitsproblematik hat der britische Mobile-Security-Spezialist BlackBelt Smartphone Defence eine neuartige Softwarelösung namens „DataWipe“ entwickelt. Diese soll mithilfe eines speziellen Algorithmus dafür sorgen, dass auch die letzten noch so gut versteckten Datenreste verlässlich vom in Smartphones verbauten Flash-Memory-Speicher gelöscht werden können.

Sicherheit: Handydaten sind besonders sensibel (Foto: flickr.com/digitpedia)

„Die Daten, die auf einem Handy gespeichert sind, sind aus User-Sicht besonders sensibel“, stellt Rafaela Möhl, Pressesprecherin beim Online-Tarifberater teltarif klar. Als Beispiel verweist sie etwa auf Adresskontakte, Geburtstage, Bankinformationen, Fotos oder SMS- bzw. E-Mail-Nachrichten. „Wenn man sein gebrauchtes Handy verkaufen oder weitergeben möchte, sollte man daher unbedingt schon im Vorfeld darauf achten, alle privaten Inhalte zu entfernen“, rät die Expertin. „Die User müssen auf ihrem Handy auf dieselben Sicherheitsgefahren achten wie auf ihrem stationären Rechner. Im Mobilfunkbereich ist das entsprechende Gefahrenbewusstsein derzeit allerdings noch nicht so stark ausgeprägt“, so Möhl.

„Die Entferntechnologien, die von Recycling-Unternehmen und Handyshops verwendet werden, um alte Daten loszuwerden, wurden für herkömmliche Festplatten entwickelt und funktionieren nicht mit dem Solid-State Flash Memory von Smartphones“, zitiert der NewScientist Ken Garner, Business Development Manager bei BlackBelt. Das Problem mit dieser Speichervariante liege im sogenannten „wear leveller“, einem On-Chip-Sicherheitsalgorithmus, der darauf abzielt, die Lebenszeit des elektronischen Bauteils zu verlängern. „Der wear-levelling-Algorithmus arbeitet letztendlich genau in die entgegengesetzte Richtung und verhindert Versuche, Daten endgültig zu löschen“, erläutert Garner.

Um dieses Problem zu lösen, haben die BlackBelt-Spezialisten kurzerhand einen eigenen Algorithmus geschrieben, der nicht gegen den wear leveller arbeitet, sondern die integrierte Chip-Routine nutzt, um Daten unwiderruflich ins digitale Nirvana befördern zu können. „Jetzt haben wir gewissermaßen eine Art Schredder für personenbezogene Daten zur Verfügung“, betont Garner.

Dass BlackBelt mit der DataWipe-Software tatsächlich ein ernstzunehmendes Sicherheitsproblem bei Handydaten lösen könnte, hat auch die Regierung Großbritanniens bereits erkannt. Dort gilt der entwickelte Algorithmus mittlerweile als heißer Anwärter für einen Technologie-Award. Eine erste öffentliche Vorstellung soll im Rahmen des Mobile World Congresses erfolgen, der von 25. bis 28. Februar in Barcelona über die Bühne geht. (pte)

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