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Android-Apps schicken Userdaten in die USA

Eine Studie der Infosecurity in Großbritannien hat ergeben, dass eine signifikante Anzahl der Gratis-Anwendungen unter den Top-50-Android-Apps Userdaten an ein US-amerikanisches Werbenetzwerk schickt, das die Anzeige von Reklame in Apps abwickelt. Die Untersuchung im Auftrag eines britischen Fernsehsenders kommt zum Schluss, dass Adressbuch, Kalender und Aufenthaltsort routinemäßig an MobClix weitergeleitet werden, wie der Guardian berichtet. Die EU-Kommission kritisiert die Vorgehensweise scharf und verspricht Besserung.

Android: Apps schicken Daten auf Reisen (Foto: Wikipedia, cc Peter Schlömer)

„Das bestätigt unsere Befürchtung, dass Smartphone-Nutzer keinerlei Kontrolle darüber haben, welche Daten von Apps ausgelesen und weiterverwendet werden. Die User wissen oft nicht, was im Hintergrund geschieht. Eine Kontrolle der Apps, verpflichtende Kennzeichnungspflicht und Entscheidungsmöglichkeit für User fehlt komplett“, sagt Christian Jeitler von Quintessenz. Außerdem müsse für europäische Nutzer auch europäisches Datenschutzrecht gelten, einschließlich einer Möglichkeit gegen Verletzungen vorzugehen, ohne in Kalifornien klagen zu müssen.

Nicht nur Android-Nutzer laufen Gefahr, die Kontrolle über ihre Daten zu verlieren. Erst vor kurzem wurde bekannt, dass auch Apple-Telefone Dritten Zugriff auf Adressbuch und Fotos ermöglichen.

MobClix hat sich bisher nicht zu den Ergebnissen geäußert. Das Unternehmen gehört zu Velti, dem nach eigenen Angaben größten Mobile-Marketing-und-Advertising-Unternehmen der Welt. Android-Hauptproponent Google verweist in solchen Fällen wie gewohnt auf den Datenschutzleitfaden, den es für App-Entwickler gibt. Eine Kontrolle der Anwendungen findet nicht statt.

EU-Kommissarin Viviane Redding, die jüngst auch schon Google Konsequenzen für die neuen Datenschutzbestimmungen des Konzerns angedroht hat, zeigt sich besorgt über die Studienergebnisse. „Das ist sicher nicht, was die User wollen, wenn sie eine kostenlose App herunterladen. Das müssen wir ändern“, so Redding. Auch der Vorschlag zu einer neuen EU-Datenschutzrichtlinie ist vorerst überraschend strikt gegenüber Datensammlern.

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