Apple plant Mac-Produktion in USA

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Apple will umgerechnet 77 Mio. Euro für die Produktion seiner Macs im Heimatland investieren. Marktanalysten vermuten bis zu 200 neue Arbeitsplätze in den Vereinigten Staaten. Der Plan soll 2013 umgesetzt werden. Rund eine Mio. Geräte sollen zusätzlich hergestellt werden. Lenovos Vorhaben, seine Computer in North Carolina herstellen zu lassen, soll dabei als Vorzeige-Beispiel für Apple dienen. Produktionsmitarbeiter werden laut dem Leiter der weltweiten Lieferkette von Lenovo, Mark Stanton, zwischen 24.000 bis zu 50.000 Euro im Jahr bezahlt.

Mac: Apple will in USA produzieren (Foto: pixelio.de, C. Dumat)

„In diesem Fall möchte Apple sein Image aufbessern. Die USA stehen auf industrieller Basis schwächer als andere Länder da und möchten diesbezüglich ein Zeichen setzen. Ich widerspreche jedoch der Annahme, dass eine Herstellung in den USA teurer ist“, erläutert Thomas Köhler, Geschäftsführer der Gesellschaft für Kommunikationsberatung CE21.

„Apple verlagert nur die Zusammensetzung der Einzelteile, was sich auf die Arbeitskosten, solange die Assemblierung automatisiert ist, nicht auswirkt, egal wo sie stattfindet. Apples Hauptlieferant Foxconn hat bisher überwiegend manuell produziert. Überträgt man diesen Prozess in die USA, so fallen natürlich höhere Arbeitskosten an. Dennoch machen diese Kosten nur einen kleinen Teil des Gesamtpreises eines PCs, Notebooks, Tablets oder Smartphones aus. Der wesentliche Teil der Kosten liegt bei den Systembestandteilen wie das Gehäuse oder der Prozessor“, sagt der Experte.

Demnach wird auch die Qualität keine auffälligen Unterschiede erfahren. „Die Einzelteile für die Macs wie zum Beispiel Displays oder andere Hardware werden ohnehin weiter in verschiedenen Regionen produziert. Gerade bei zunehmender Automatisierung ihrer Zusammensetzung, wird es auch keine qualitativen Unterschiede geben“, führt der Fachmann aus.

Eine Rückholung der Produktion ins Heimatland hat meist eine andere Ursache als der reine Patriotismus. „Viele Unternehmen wollen mehr am eigenen Markt und kundenindividueller produzieren, anstatt die Ware wochenlang zu verschiffen“, erklärt Köhler. Vor allem die Autoindustrie stelle im selben Kontinent oder in der Nähe des Konsumenten her.

Zusätzlich steht die Weitergabe von Know-how an die Auftragsfertiger zur Debatte. Dabei würde das Wissen für die weitere Entwicklung verschiedener Produkte überliefert. In vielen Fällen wolle der Konsument vermehrt beim Zulieferanten kaufen. „Auch das stellt einen Grund für die Rückholung in eigene Fabriken dar“, schließt Köhler ab. (pte)

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