Apps stechen traditionelle Angebote im Web aus

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Die mobile Nutzung von Apps wie Google, Facebook oder YouTube nimmt stetig zu, während die Dienste im Web zunehmend seltener abgerufen werden, wie eine Erhebung des Marktforschers Nielsen ergeben hat. „Die mobile Nutzung wird zunehmend wichtiger, denn auch die Verbreitung der Smartphones ist in den letzten Jahren stark gestiegen“, sagt Nico Gurtner, Leiter der Kommunikation bei Mediapulse und Publica Data.

Smartphone: App-Nutzung liegt im Trend (Foto: flickr.com/United Soybean Board)

Platz eins in der Liste der beliebtesten Smartphone-Apps konnte sich Facebook sichern: Mehr als 103,4 Mio. Menschen loggen sich pro Monat über ihr Handy im sozialen Netzwerk ein. Das entspricht einer Zunahme von 27 Prozent im Vergleich zu 2012. Aber auch Google Search – Platz zwei mit 37 Prozent mehr mobilen Nutzern – oder Instagram – Platz sieben mit 66 Prozent mehr Usern – werden verstärkt mobil genutzt.

„Ich könnte mir vorstellen, dass die Nutzungssequenzen auf dem Smartphone eher kürzer sind, da der Bildschirm so klein ist“, vermutet Gurtner. In Sachen Betriebssystemen ist Android mit einem Anteil von 52 Prozent an den Nutzern die beliebteste Plattform, vor iOS mit 41 Prozent. Kaum eine Rolle spielen die Konkurrenten Blackberry (drei Prozent) und Windows Phone (zwei Prozent).

Die US-Daten zeigen, dass Google nach wie vor die wichtigste Suchmaschine für diejenigen bleibt, die nicht mobil surfen. Über 164,8 Mio. Menschen nutzten den Marktführer pro Monat von ihrem PC oder Laptop aus. Das sind jedoch um sechs Prozent weniger als 2012. Noch dramatischer gestaltet sich die Abnahme bei Ask Search Network (minus 18 Prozent), Facebook (minus 16 Prozent) und YouTube (minus 14 Prozent).

Ob Desktop-PCs deshalb aussterben werden, bleibt aber abzuwarten: „Bei mir ist es so, dass ich gar kein Fernsehgerät mehr habe. Ich sehe nur noch über den Laptop fern“, erzählt Gurtner. Diese Nutzungsweise lässt sich aber mitunter nicht auf alle Länder umlegen: „Dazu muss man aber sagen, dass in der Schweiz die rechtliche Lage anders ist – viele Anbieter stellen einen eigenen, kostenlosen Webstream bereit.“ Insgesamt gilt ihm zufolge aber: „Die Nutzung über den Computer macht noch sehr wenig aus – die klassische Nutzung ist immer noch stark.“

In der Smartphone-gegen-PC-Debatte sieht Gurtner einen Faktor vernachlässigt: „Das Tablet hat hohes Potenzial: Es hat eine praktischere Größe, um zum Beispiel Videoinhalte zu konsumieren.“ Vor allem für das Fernsehen sieht er Konkurrenz: „Tablets könnten die klassische Fernsehnutzung konkurrieren, aber sie sind noch nicht so weit verbreitet.“ Für die Nutzungsforschung gibt es außerdem ein weiteres Problem: „Momentan kann man die Fernsehnutzung auf Smartphones und Tablets auch noch nicht messen.“

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