AUO: „Reine Panelhersteller existieren nicht mehr“

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In jahrelanger Entwicklung haben die TFT-Panelhersteller das Konzept der Schaffung einer partnerschaftlichen Systemumgebung gewonnen, weshalb es keine reinen Panelhersteller mehr gebe, sagte AUO-Vorstandsmitglied Paul Peng. Auch der taiwanische Panelriese hat seine Geschäftsform vom Einzelunternehmen auf Allianzbildung umgestellt. Laut Peng machen Lieferungen an Joint-Venture-Kunden machen heute auf 30 Prozent des Gesamtabsatzes an LCD-Panels aus.

Zu Beginn des Jahres hat AUO Verhandlungen über die Zusammenarbeit mit TPV aufgenommen. (Logo: AUO)

AU Optronics habe 2010 aktiv Allianzen mit Großkunden wie TCL, TPV Technology, Haier und Changhong Electric angestrebt. Ein wesentlicher Grund dafür, dass AUO in Quartal profitabel war, seien die Verbindungen mit den Großkunden gewesen. Als zweite Ursache sieht Peng die Absatz-Führerschaft bei den LCD-TV-Panels mit LED-BLUs. Der Nutzen strategischer Allianzen liegt Peng zufolge nicht nur in kürzeren Verpackungs- und Versandzeiten, sondern auch in niedrigeren Produktionskosten. Bei Angebotsknappheit könnten sich die Kunden schneller Zugang zu Panels verschaffen.

Anfang Februar 2010 hatte Taiwans Regierung angekündigt, die Investitionsbestimmungen für LCD-Panel-Fabriken in China lockern zu wollen. Der von AUO gestellte Antrag für den Bau einer 7,5G-Anlage wird seitdem vom zuständigen MOEA verschleppt. Peng übte Kritik an der Vergabepraxis und verwies darauf, dass Taiwans Panelindustrie durch das Hinhalten der eigenen Regierung gegenüber ausländischen Bewerbern wie Samsung und LG Display benachteiligt werde.

Für Peng liegt die Zukunft der Flachbildschirm-Industrie in China. Der chinesische Nationalfeiertag am ersten Oktober habe zum Beispiel gezeigt, dass LCD-TVs heimischer Anbieter und internationaler Marken jeweils den gleichen Marktanteil hatten. Während Anbieter aus China gezwungen waren, ihre hohen Lagerbestände zu reduzieren, hätten die ausländischen Marken einen Preiskrieg begonnen.

AUO prognostiziert, dass 2011 weltweit 220 Millionen LCD-TVs verkauft werden, 45 Millionen davon allein in China. Ursprünglich habe man damit gerechnet, dass 2010 etwa 30 Prozent der Produktion für den LCD-TV-Weltmarkt aus China kommen würden. Weil die Platzhirsche unter den großen Anbietern Marktanteile hinzugewonnen haben, werden es nur 25 bis 26 Prozent sein.

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