NEC 20WGX2 (Prad.de User)

  • Hallo zusammen, hier der erste Eindruck von meinem nagelneuen 20WGX2 der Firma NEC.



    1. Kaufentscheidung:


    Habe mich nach einiger Zeit reiflicher Überlegung für einen 20zöller entschieden allerdings wollte ich einen mit demselben Format (selbe native Auflösung) wie mein Notebook. In der Kategorie WSXGA+ (1680 x 1050) gibt es ja seit einiger Zeit immer mehr Geräte, daher war die Auswahl groß. Habe momentan noch einen NEC 1970GX zu Hause und war von diesem Gerät sehr angetan, daher kam für mich eigentlich nur der Glossy in Frage.
    Mancher mag sich wundern, woher ich das Gerät habe. Hierzu werde ich keinerlei Auskünfte erteilen, bitte um Verständnis. In den kommenden Tagen wird das Gerät auch in allen anderen Shops erhältlich sein.



    2. Verpackung/Zubehör:


    In der Box meines Monitors habe ich alles gefunden, was das Herz begehrt: DVI-, Analog-, USB- und Stromkabel, CD mit Treibern und Handbuch in allen gängigen Sprachen und noch ein Handbuch in gedruckter Form. Leider ist das gedruckte Handbuch heutzutage fast eine Ausnahme geworden.
    Der Monitor war mit Styropor-Platten im Karton gesichert, die Kabel und das sonstige Zubehör waren in Aussparungen des Styropors.
    Die Fotografien von Kabeln und sonstigem Ramsch erspare ich mir und Euch, hier geht es ja schließlich um den Monitor.



    3. Summen/Pfeifen:


    Das scheint ein Problem bei mehreren Monitoren zu sein. Ich konnte auch nach dem Ausschalten aller möglichen Störquellen (Drucker im Stand-By, ….) und nach stundenlangem Betrieb keinerlei Quietschen, hochfrequenten Signale oder sonst was hören. Mein 1970GX hatte im Stand-By manchmal die Angewohnheit, hochfrequent zu Piepsen. War aber kein Problem, sobald der PC an war, war das Piepsen weg und wenn der PC aus war, wurde mittels Master-Slave-Steckdose der Monitor ebenfalls vom Netz getrennt.
    Aber wie bereits erwähnt: auch trotz „horchen“ am Monitor kein Mucks.



    4. Pixelfehler:


    Bei den TN-Panels gab und gibt es nach wie vor das Problem von erhöhten Pixelfehler-Raten. Da aber der 20WGX2 ein S-IPS-panel verbaut hat und hier auch die (Sub-)Pixelfehler nicht so sehr auffallen wie beim TN, machte ich mir keine Sorgen. Auch nach genauester Überprüfung mittels Testbildern und durch einen Zweiten konnte ich keinerlei defekte oder tote Pixel entdecken



    5. Ausleuchtung:


    Die Ausleuchtung ist bei so großen Monitoren hier und da recht ungleichmäßig, ich habe mal das Nokia Testprogramm über den Monitor laufen lassen. Die Helligkeit auf 100% gedreht und im Dunkeln bemerkt man erst, wie viel Leuchtkraft hier im Backlight steckt. Ich konnte bei aber beim besten willen keine unregelmäßig dunklen oder hellen Flächen entdecken und komme somit zum Entschluss, eine sehr gleichmäßige und homogene Ausleuchtung zu haben. Ich habe einige Bilder geschossen, um meine Eindrücke zu verdeutlichen.
    Das Bild sieht zwar ungleichmäßig aus, aber man erkennt mit dem Auge nichts.



    6. Helligkeit:


    Wie bereits erwähnt, bei dem 20WGX2 habe ich zu Anfang die Helligkeit via OSD auf 100% gestellt. Bei einem dunklen Raum ist das eindeutig zu viel des Guten, hatte bereits nach kurzer Zeit schmerzende Augen. Meiner Meinung nach sind 60% ein guter Wert, um es auch ohne Sonnenbrille längere Zeit auszuhalten. Der Monitor besitzt 5 voreingestellte Kontrast- und Ausleuchtungskombinationen, die einfach per Button unter dem Bildschirm umgestellt werden können. Das macht in meinen Augen insofern Sinn, da man den Monitor nicht mehr für die jeweilige Anwendung (Foto, Spiele, Film, Text und Standard) einstellen braucht, falls die Anwendung wechseln sollte.



    7. Farbtreue:


    Farbtreue ist in meinen Augen etwas sehr subjektives, jeder hat eine eigene Meinung und ein eigenes Ideal. Um die Farbtreue zu messen, sollte man ein Farbkalibrierungsgerät verwenden. So etwas habe ich nicht zur Hand, daher werde ich meine Eindrücke nur kurz schildern:
    Die einzelnen Farben erschienen mir durchwegs satt, ich habe noch einige Bilder gemacht, damit man sich einen Eindruck verschaffen kann. Das schwarz ist auch wirklich schwarz, auch die anderen Farben sind makellos. Die Bilder zeigen zwar dunklere Farben an den Ecken, das nimmt man aber mit dem Auge beim besten Willen nicht war.



    8. Spieletauglichkeit / Schlieren:


    Zum Spielen bin ich nur wenig gekommen, Need For Speed lief aber ohne jede Anzeichen von Schlieren. Die bei TFT´s bekannte Bewegungsunschärfe konnte ich zwar beobachten, allerdings nur mit „erzwungenen“ Aktionen. Das Ziehen und Kreise fahren von Testgrafiken aus dem Testbereich von prad.de habe ich auch probiert, allerdings ohne irgendwelche Effekte wie Schlieren oder Verwisch-Effekte feststellen zu können.
    Ansonsten sind die Spiele, die ich bevorzuge, nicht für solche Tests geeignet. Ich werde mir nicht extra die High-End-Shooter installieren, testen und dann wieder löschen. Bitte versteht mich hier.
    Wartet einfach auf den Nächsten, der einen Test schreibt J


    Die Farbdarstellung ist einfach großartig, und ich freue mich schon auf einige kommende Runden WoW.



    9. Filme und Fotos:


    Ich habe den Test mit einer handelsüblichen DVD durchgeführt, HD-Clips habe ich leider keine auf dem Rechner. Hier werde ich aber in den kommenden Tagen noch etwas nachliefern, falls Bedarf besteht.
    Bei den betrachteten Fotos konnte die Glossy-Oberfläche Ihr ganzes Potential ausspielen, ich habe etwas vergleichbares bisher nur auf meinem 1970GX erlebt: Farben sind hier ein echtes Erlebnis. Auch bei Filmen hat sich das Gerät gut geschlagen, obwohl die Bildqualität wegen der Skalierung im Vollbildmodus schon etwas leidet. Aber das ist auf meinem GX auch nicht anders. Daher werte ich das als normal und warte hoffnungsvoll auf die ersten vernünftigen HD-Medien.


    10. OSD:


    NEC hat ja die Joystick-Menüführung mittlerweile flächendeckend auf alle Produkte der 70er Serie sowie die Gaming-Modelle eingeführt, und das in meinen Augen zu Recht. Die Aufteilung des OSD ist sehr einfach und intuitiv und der „Joystick“ ist nicht mehr so hackelig wie bei den früheren Modellen. Ansonsten ist das Layout der OSD-Leiste wie gewohnt und um Längen übersichtlicher als bei Konkurrenzprodukten.
    Als nettes Feature ist die Helligkeit der blauen Betriebs-LED in 0,5%-Schritten bis zum „Aus“ dimmbar.



    11. Ergonomie


    Zum Thema Ergonomie gibt es bei dem Modell nicht sonderlich viel zu sagen, es sind weder Pivot noch ein höhenverstellbarer Fuß vorgesehen. Auf die Pivot-Funktion hätte ich auch verzichten können bei 20 Zoll, allerdings ist die fehlende Höhenverstellbarkeit eine wirkliche Schwäche. In meinen Augen die Einzige, noch dazu ist der TFT mit rund 600 Euro kein Schnäppchen.
    Das Display ist drehbar in beide Richtungen, und auch in puncto Neigbarkeit gibt es nichts zu meckern. Der Abstand der Displayunterkante vom Tisch beträgt beim 20WGX2 ca. 85 mm. Der Rahmen ist ca. 17 mm stark und verbirgt auf der Rückseite einen 4fach USB-Hub. Zwei der Anschlüsse sind im linken Rand integriert, die anderen beiden sind auf der Unterseite bei der Anschlussleiste für Strom, VGA / DVI- Signal und USB-Uplink hinter einer abnehmbaren Abdeckung „versteckt“.
    Im Fuß des Displays hat man noch eine Kabelführung untergebracht, um einen zu großen Kabelsalat zu vermeiden. Die Fußabdeckung ist nur zu betätigen, wenn das Display nicht nach hinten geneigt ist.



    12. Blickwinkel und Panel


    In meinen Augen war die größte Schwäche bei meinem bisherigen Monitor (NEC 1970GX) war der Blickwinkel. Bedingt durch das beim 1970GX verbauten TN-Panel war die Farbtreue bei seitlichen Einblicken nicht berauschend. Zwar habe ich mit dem Gerät nur selten mit mehreren Leuten Filme geschaut, aber wenn es dazu kam, war das Gedränge schnell groß. Das hat sich nun bei dem neuen Gerät erledigt, das IPS-Panel hat einen rundherum satten Einblickwinkel und ich konnte auch trotz akrobatischer Einlagen keine Farbverzerrung feststellen. Die Farbdarstellung gefällt mir bei dem 20WGX2 wesentlich besser, sie wirken deutlich realer. Dass der Preis für ein IPS-Gerät über dem eines vergleichbaren TN-Gerätes liegt, nehme ich somit gerne in Kauf.



    13. Material und Verarbeitung


    Die Verarbeitung ist in meinen Augen tadellos, ich konnte keine Unregelmäßigkeiten oder Fehler finden. Das Display macht in seinem Rahmen einen soliden Eindruck. Der Rahmen wirkt hochwertiger als beim 1970GX, vielleicht kann man das auf dem Foto erkennen.
    Es sind keine Teile an dem Gerät, die irgendwelche kleineren Belastungen nicht standhalten würden, solange man das Gerät mit angemessener Vorsicht behandelt.



    14. Fazit:


    Der 20WGX2 ist ein absolutes Muss für Leute, die gerne im Breitformat spielen und KEIN Fenster hinter sich haben. Eine starke direkte Lichteinstrahlung sollte man auf alle Fälle vermeiden, sonst leidet der Genuss. Auch für Office ist das Modell nur bedingt geeignet, einen ganzen Tag mit Word / Excel / Outlook kann ich mir nur bedingt auf der glänzenden Oberfläche vorstellen.
    Dennoch sind die Vorteile eines IPS-panels im 20 Zoll Wide Format ein echter Hingucker. Keine eingeengten Blickwinkel, dank OverDrive tolles Reaktionsverhalten und das IPS-spezifische „Glitzern“ konnte ich zwar in manchen Filmsequenzen feststellen, störte mich aber kaum.


    Ich hoffe, allen Interessierten mit diesem Test einen Überblick über das Gerät gegeben zu haben. Natürlich ist nicht jeder Bereich vollkommen ausgelotet worden, aber schließlich habe ich kein Messlabor zu Hause und auch kein Kalibrierungsgerät zur Hand.
    Solche Test überlasse ich den Leuten, die sich mit Geräten wirklich auskennen und auch die passenden Werkzeuge zur Hand haben.


    Viele Grüße,

  • Hallo kingbloedi,


    Schöner, ausführlicher Test. Danke für deinen Erfahrungsbericht.
    Aber wenn ich mir einmal eine Bemerkung erlauben darf: Irgendwie sieht der NEC auf den Bildern aus, wie wenn er schon ca. 1 Jahr in Betrieb gewesen wäre. Sieht schon seltsam abgenutzt und verstaubt aus. Oder täusche ich mich da?


    gruß

  • Ja, der sieht schon etwas abgegriffen aus. Ist aber alles nur Staub und lässt sich locker wieder abwischen. Von Abnutzungserscheinungen ist nichts zu sehen. Bin vor dem Test leider nicht mehr dazu gekommen, das Gerät auf Hochglanz zu bringen. Hat nur noch für einmal Panel reinigen gereicht...
    Aber bitte seht mir meine Nachlässigkeit bezüglich des leicht staubigen Fußes / Gehäuses nach.

  • Das Bild, wo die Ausleuchtung zu sehen ist, lässt vermuten dass der Monitor einen recht schlechten Schwarzwert hat. Ist das Bild mit einer langen Belichtungszeit gemacht worden, oder leuchtet er wirklich so stark, dass er z.B. in einem dunklem Raum bei schwarzem Bild, den Arbeitsplatz ausleuchten würde?

  • Das Bild wurde nicht mit einer langen Belichtungszeit gemacht, die konnte ich leider bei meiner Kamera nicht beliebig einstellen.
    In einem dunklen Raum bei komplett schwarzem Bild ist von dem Gerät, bei entsprechend gedimmter LED, fast nichts mehr zu sehen. Aber wer hat schon einen komplett schwarzen Arbeitsplatz? ?(

  • Komplett schwarz solls auch nicht werden. Hab nur seit Ende letzter Woche nen TFT hier, bin aber mit dem Schwarzwert noch nicht so 100% zufrieden. Überlege, ob ich ihn zurückgeben soll, und den Nec bestelle.


    Ich weiss aber nicht, ob ich mit der Glossy Oberfläche wirklich zufrieden wäre, und ob der Schwarzwert überhaupt merklich besser wäre.
    Im Moment ist es so, das bei schwarzem Bild noch genug Helligkeit vorhanden ist, um die Buchstaben auf der Tastaur vor dem Monitor lesen zu können.

  • Hi kingbloedi,


    sehr schöner ausführlicher Test. Danke.


    Eine Sache würde mich noch interessieren: Ist der Schwarzwert des Nec 20WGX2 besser als der des NEC 1970gx ? Vielleicht kannst du da mal ein Vergleichsbild erstellen ? Weil S-IPS hat eigentlich den Ruf von eher mittelmäßigen Schwarzerten.

  • Hallo Raz0r,


    ich werde noch einmal Bilder von der Ausleuchtung bei schwarzem Testbild machen und bis vermutlich morgen Früh nachreichen. Der Schwarzwert scheint ja ein sehr wichtiges Kriterium zu sein. Ob ich das in dem direkten Vergleich mit dem 1970GX hinbekomme, weiß ich noch nicht, da der GX mittlerweile schon den Besitzer gewechselt hat.
    Ich werde aber mein Möglichstes tun ...

  • sag mal, kannst du nicht lesen, was er geschrieben hat???
    Ich habe ihm auch schon die selbe Frage gestellt.

    mfG sgthawk


    "640kb RAM werden in 20 Jahren noch ausreichen."
    bill Gates

  • Hier sind die Schwarzbilder. Leider ist meine Digicam (genauer gesagt der Speicher) abgeraucht, hab jetz mal ein Foto mit der Kamera meiner Freundin geschossen.
    Leider sind Sie nicht so aussagekräftig wie vielleicht erwünscht. Ich werde versuchen, zu Beginn der nächsten Woche ein paar qualitativ hockwertige Fotos zu schießen und diese dann online stellen.


    Habe den TFT auf 100% Helligkeit und Kontrast gedreht und die BEtriebs-LED ganz gedimmt, das Display ist trotzdem so schwarz, dass man bestenfalls die Tastatur sehen, aber keine Zahlen / Buchstaben lesen kann. Auf alle Fälle deutlich dunkler als mein bisheriger 1970GX.


    Viele Grüße

  • joar, das sieht schon sehr gut aus! Ist ja zu gut um wahr zu sein.:D
    Ist das echt bei 100% Helligkeit und es scheint nichts durch?
    Kannst du auch bitte hinten schauen auf die Revisionsnummer?

    mfG sgthawk


    "640kb RAM werden in 20 Jahren noch ausreichen."
    bill Gates

    Edited once, last by sgthawk ().

  • Hört sich super an der Moni. Denke jetzt ist Zeit umzusteigen von meiner CRT-Kiste auf nen TFT. Hab schon sehnsüchtig auf ein IPS mit einer Art Overdrive gewartet und jetzt ist es endlich da.:]

  • Also die Ausleuchtung beeindruckt mich jetzt schon. Da komm ichmir mit meinem Dell ja richtig schlecht vor ;) Und wenn der Schwarzwert auch so gut ist, dann hat sich NEC ja mal wirklich ins Zeug. Wenn da nur diese grässliche Glossy-Beschichtung nicht wär .... Naja ist Ansichtssache.


    Wie hoch war die Belichtungszeit bei der Cam eingestellt?