27" Allrounder für (Hobby-)Bildbearbeitung und Gelegenheitsspielerei

  • Hi zusammen,


    gesucht wird ein neuer Monitor. Gedacht hatte ich an 27", WQHD, wobei ich 4k mit guter Interpolation nicht ausschließen möchte.


    Bisher nutze ich einen unkalibrierten, bald 11-jährigen 22" Eizo s2231, mit dem ich eigentlich immer noch sehr zufrieden bin - nur könnte er etwas größer sein und 1680 Pixel sind inzwischen ziemlich wenig. Den Eizo einfach auf 27" WQHD zu vergrößern wäre perfekt.


    Anforderungen:

    • Bildbearbeitung: Ich fotografiere leidenschaftlich gern und bearbeite die Bilder teils einzeln aufwändig nach, teils entwickle ich Serien in Raw. Mit dem (unkalibrierten, nur etwas von den Einstellungen etwas angepassten) Eizo hat das sehr gut geklappt, Abzüge, Prints, Wandbilder guter Anbieter haben immer für meine Zwecke gut genug gepasst. Ich wünsche mir weiterhin ein sehr gutes Bild, absolute Blickwinkelstabilität, im Idealfall gute Farben ab Werk. Komplett farbverbindlich arbeiten oder mit Fotografie Geld verdienen muss ich nicht. Ein deutlich schlechteres Bild als mit dem vorhandenen Eizo s2231 möchte ich nicht. Kalibrierung wäre in Zukunft nicht undenkbar, aber wenn es wieder ohne geht, würde ich das bevorzugen.
    • Spiele: Meine Anforderungen bzgl. Spielen sind nicht besonders hoch, ein Monitor, der laut Prad und Co "Gut für Gelegenheitsspieler geeignet" ist würde mir völlig ausreichen, besser war das alte Gerät hier auch nicht und mir hat nichts gefehlt. Monitore, denen auch die Gelegenheitsspielereignung abgesprochne wird, wären aber eher nichts. Gespielt werden Spiele wie Path of Exile, Starcraft, Heroes of the Storm, Shooter höchstens gelegentlich.
    • Ergonomie: Höhenverstellbar wäre wichtig, Pivot brauche ich nicht. Der alte Eizo hat einen Lichtsensor, das wäre nett, aber nicht erforderlich.
    • Preis: Einfach einen aktuellen Eizo mit 27" WQHD zu kaufen ist mir eigentlich zu teuer (etwa der EV2780 für 850€ oder cs2730 für 980€). 500-600€ dürfen es werden, drüber müsste ich nochmal in mich gehen, ob das wirklich sein muss.

    Monitore, die ich bisher im Blick habe:

    • Dell UltraSharp U2717D sehr guter Prad-Test, relativ günstig, Spieleeignung
    • Dell UltraSharp U2719D der Nachfolger, 50€ teuer, ich habe mir schwer getan herauszufinden, ob er das wert sein könnte
    • Dell UltraSharp U2718Q, die 4K-Variante, die Farbwerte des Monitors lesen sich etwas besser als bei den WQHD Modellen, was interessant wäre, das Preis-Leistungsverhältnis erscheint mir aber spürbar schlechter (?), preislich am oberen Ende
    • BenQ PD2700U - liest sich von den Daten und im Prad-Bericht toll für die Bildbearbeitung, 100% srgb, werkskalibriert, dazu 4K - erscheint für gut 500€ sehr preiswert, Spieleeignung? (siehe p2700q)
    • BenQ PD2700Q - ähnlich wie der 4K Kollege, 100%srgb, mit 320€ sehr preiswert, laut Prad-Test müssen wohl bei Spielen und Ausleuchtung ein bisschen Abstriche gemacht werden. Gerade bei der SPieletauglichkeit bin ich mir nicht ganz sicher in wieweit das relevant wäre...


    Dass ich bei hier Kontrast, Kalibrierbarkeit (10bit lut) und Ergonomie/Verarbeitung ein paar Abstriche mache, ist mir klar. Wichtiger wären mir verlässliche Farben und eine halbwegs gleichmäßige Ausleuchtung.


    Für Meinungen und möglicherweise Alternativvorschläge wäre ich dankbar! :)

  • Wie sieht es mit dem LG 27UK850-W aus?


    Den haben wir getestet: https://www.prad.de/testberich…-attraktives-gesamtpaket/


    Hatte Probleme mit der Homogenität links, kann aber ein Einzefall gewesen sein.


    Wir haben hierzu auch einen Lesertest; https://www.prad.de/lg-27uk850…-ueberzeugt-im-lesertest/


    Kam bei allen Testern gut an. Preislich sicherlich eine Überlegung wert.

  • Wie sieht es mit dem LG 27UK850-W aus?


    Den haben wir getestet: https://www.prad.de/testberich…-attraktives-gesamtpaket/


    Hatte Probleme mit der Homogenität links, kann aber ein Einzefall gewesen sein.

    Hallo Andi,

    vielen Dank für deine Antwort!

    Der LG sieht interessant aus. Etwas Sorgen macht mir noch die Bildhomogenität. Bei der Helligkeit ist mein alter Eizo auch nicht perfekt, (für mich) sichtbare Probleme mit Farben habe ich dort aber nicht.

    Nach der Hardwarekalibrierung lesen sich die Farbwerte sehr gut, davor eher solala, das heißt einen Kalbrierungssensor bräucht ich hier wohl?


    4K wäre jetzt glaube ich erst einmal nicht meine Wunschauflösung, da ich Spiele damit wohl immer interpoliert spielen müsste, während WQHD zumindest bei etwas älteren Titel vielleicht noch klappen könnte.

    Könnte ich bei Interpolation von 4k auf FullHD (wegen der halben Pixeldichte eher ein besseres Ergebnis erwarten als von wQHD auf FullHD)?


    Grafkkarte ist bei mir eine RX580 von AMD, was mich auf Freesync bringt, welches der LG unterstützt, meine oben genannten Geräte aber alle nicht - das wäre natürlich auch ein schöner Bonus.


    Finde es sehr schade das die hwk alles eher verschlimmert.

    Glaube das ist im Test nur etwas missverständlich beschrieben bzw. unglücklich dargestellt. Wenn ich den Test und die Daten richtig lese, dann verschlimmern sich Daten bei der Hardwarekalibrierung gegenüber den Daten der Softwarekalibrierung. Was insofern ein bisschen enttäuschend ist, da Hardwarekalibrierung ja das potenziell mächtigere Verfahren ist. Gegenüber den nicht kalibrierten Standardwerten auf der Seite davor, ist das Ergebnis wesentlich besser.


    Was ich jetzt noch nicht ganz verstanden habe, ist was mir die Hardwarekalibrierung in diesem Fall bringt? Ein Messgerät müsste ich ja trotzdem kaufen....

    Bei sRGB hätte man nach Test einen Vorteil, was für mich möglicherweise dann doch relevant wäre (ich nutze eigentlich nur sRGB), worin der Vorteil genau liegt, habe ich aber nicht ganz verstanden.

  • Also eine richtige Kalibrierung ist nur mit einem Kolorimeter möglich. Bei einer Softwarekalibrierung wird das Profil in Kombination mit der Grafikkarte erstellt. Bei einer Hardwarekalibrierung werden die Daten direkt in die LUT des Monitor geschrieben.

  • Aber nicht bei jedem Hersteller. Für EIZO und NEC trifft dies zu. Leider haben Anbieter die versuchen diese Funktion in wesentlich günstigere Modelle zu implementieren, durchaus ihre Probleme.

  • Eine leistungsstarke Hardwarekalibrierung brauche ich eigentlich nicht, am liebsten wäre mir eigentlich ein Monitor, den ich ohne Kalibrierung verwenden kann.


    Beim ausführlichen Stöbern auf prad habe ich noch zwei weitere ineterssante Kandidaten ausgemacht:

    • ASUS pb27uq - 4K, verglichen mit dem LG sehe ich hier eine etwas bessere Homogenität und eine deutlich bessere Werkkalibrierung. Freesync hat er auch. Preislich mit 580€ eher am oberen Ende. Sicher ein Konkurrent für den LG.
    • Viewsonic VP2768 - WQHD, beste Homogenität, beste Werkskalibrierung der genannten (günstigen) Monitore, falls es mal Bedarf geben sollte, sinnvoll hardwarekalibrierbar. Von den Spielereigenschaften rein Gelegenheitsspieler, wobei das für meine Spiele wahrscheinlich noch reichen sollte. Für ein WQHD-Gerät mit gut 460€ relativ teuer.

    Einfacher wird das nicht. :D


    Kann mir jemand bei der Auswahl behilflich sein? Auch das Ausschließen einzelner Geräte würde schonmal helfen. :/

  • Tut mir leid aber ich kann dir nicht mit reinem Gewissen einen Monitor empfehlen wo ich weiß das es eher ein schlechter Kompromiss wäre als wenn alles damit adäquat funktioniert wie bei EIZO oder NEC der Fall zumal ich eben sehr gut weiß welche "Probleme" die günstigen Modelle haben und wo hinten und vorne die HWK nicht wirklich funktioniert und eben meiner Meinung nach nur eine Augenwischerei darstellt allerdings vertraue ich auf das Urteilsvermögen von Andi der dir ja einen Monitor genannt hat.


    Letztendlich, wenn du nicht so viel Budget hast, musst du eben testen und für Dich die richtige Wahl treffen.

  • Der von mir genannte LG aber auch nur mit Softwarekalibrierung. Ich verstehe allerdings nicht, wenn man so viel Geld für Fotoequipment ausgibt und Zeit für die farbechte Bildbearbeitung verwendet, warum dann nicht gleich einen optimalen Monitor mit Kolorimeter? Und die EV Serie von EIZO ist hier nicht die richtige Lösung. Hier muss es schon die CS-Serie sein. Kolorimeter nochmal ca. 200 EUR zusätzlich. Und wenn man dann noch in verschiedenen Farbräumen (sRGB/aRGB) arbeitet, dann muss man schon eine optimale Software verwenden, wo man problemlos den Farbraum wechseln kann. Mag sein, dass man mit Kompromissen leben kann. Aber erst wer mal das Optimum erlebt hat, wird dies sicherlich nicht mehr missen wollen.

  • Aber erst wer mal das Optimum erlebt hat, wird dies sicherlich nicht mehr missen wollen.

    Genau das ist der Grund warum ich mir so übelst schwer damit tue einen "günstigen" Monitor zu empfehlen...


    Wenn man schon das passende und teure Equipment hat dann sollte man die Kette auch dabei mit einem demensprechenden Monitor belassen denn nur wenn alles auf einer Ebene sich abspielt macht das Arbeiten damit Spaß und Freude und das ohne Frust.

  • Softwarekalibrierung. Ich verstehe allerdings nicht, wenn man so viel Geld für Fotoequipment ausgibt und Zeit für die farbechte Bildbearbeitung verwendet, warum dann nicht gleich einen optimalen Monitor mit Kolorimeter? Und die EV Serie von EIZO ist hier nicht die richtige Lösung. Hier muss es schon die CS-Serie sein. Kolorimeter nochmal ca. 200 EUR zusätzlich.

    Die Fotoausrüstung liegt bei mir vom Gesamtwert bei gut zwei Eizos (günstige Kleinbild-DSLR mit ein paar ordentlichen Objektiven). Also jetzt keine Ausrüstung, bei der elfhundert Euro für einen cs2730 + z.B. Eizo EX3 Colorimeter (?) eh nicht mehr ins Gewicht fallen würden.

    Fotografiert wird damit großteils Landschaft.

    Und wenn man dann noch in verschiedenen Farbräumen (sRGB/aRGB) arbeitet, dann muss man schon eine optimale Software verwenden, wo man problemlos den Farbraum wechseln kann.

    Mag sein, dass man mit Kompromissen leben kann. Aber erst wer mal das Optimum erlebt hat, wird dies sicherlich nicht mehr missen wollen.

    Wenn man schon das passende und teure Equipment hat dann sollte man die Kette auch dabei mit einem demensprechenden Monitor belassen denn nur wenn alles auf einer Ebene sich abspielt macht das Arbeiten damit Spaß und Freude und das ohne Frust.

    Frusterlebnisse wegen schlechten Monitoren kenne ich, das stellte sich mit meinem ersten günstigen Flachbildschirm mit TN Panel schnell ein: Blickwinkel, Farben, das Teil war für Bildbearbeitung einfach völlig ungeeignet - weshalb kurz später der s2231 ins Haus kam. Danach gab es jedoch keinerlei weitere Frusterlebnisse mehr, weshalb der Eizo auch unkalibriert blieb und in mancherlei Hinsicht vielleicht auch etwas überdimensioniert ist (z.b. das 10Bit LUT).

    So heißen: Neue Frusterlebnisse möchte ich natürlich nicht und um zweimal zu kaufen sind die oben genannten Geräte auch zu teuer. Aktuell empfinde ich aber meinen aktuellen Workflow (Raw --> srgb tiff --> Bearbeitung --> Druck/Web/...) an dem unkalibrierten Eizo kaum als Kompromiss. Bedarf, technisch aufzurüsten und möglicherweise auch meinen Workflow mit verschiedenen Farbräumen zu präzesieren, aber auch zu verkomplizieren, empfinde ich eigentlich nicht so wirklich. Deshalb hatte ich gehofft, mit einem neuen guten, für srgb ordentlich werkskalibrierten, Display einfach so weiter machen zu können, wie bisher. :)

    Aktuell fehlt mir bloß noch die Sicherheit, ob ich das mit den oben genannten Geräten könnte (Bauchgefühl auf Basis der Prad-Tests: wahrscheinlich ja, vielleicht sogar mit allen).


    Vielen Dank trotzdem für eure Perspektive! :thumbup:Ich überlege mir das mal, ob es einer der genannten "günstigen" Amateur-Monitore wird (hier bin ich weiter für Orientierung dankbar), oder ob ich vllt. doch tiefer in die Tasche greife (dann würde es wohl wirklich der cs2730).

  • Update:

    Nachdem ich von meinem alten Eizo vergleichsweise ähnliche Ausleuchtungsfotos gemacht habe, wie sie in den Prad-Tests zu sehen sind, bin ich zu dem Schluss gekommen, dass ich die Homogenität bei dunklem Bild wohl auch erst mit dem Eizo bekomme. Da wäre der CS2730 wohl ein Fortschritt, die günstigere Konkurrenz wohl ein Rückschritt, so lange man nicht sehr viel Glück in der Panel-Lotterie hat.

    Lange Rede, kurzer Sinn: Es wird der Eizo cs2730, in der Hoffnung mit diesem wieder 10 Jahre Freude zu haben, wie mit dem letzten.


    Da es am "Black Friday" sehr günstig (89€) ein Spyder 5 Pro zu jagen gab, wäre das Thema Kalibrierung geklärt. :)

    Dieses sollte ja für den Eizo sehr gut geeignet sein, da Eizo es auch umgelabelt und ohne Software als "Eizo EX3" zu den Geräten dazu verkauft?

    (nach meinem Verständnis brauche ich die Spyder-Software für die Hardwarekalibrierung des Cs2730 zwar nicht, weil hier eh ColorNavigator genutzt wird - aber wenn es sie effektiv "gratis" dazu gibt, kann man sie ja mal mitnehmen und für Laptop oder Familie verwenden)