Facebook: Absturz zur nervenden Plattform

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Nachdem zwei bedeutende Journalisten von CNN und dem Wall Street Journal ihren Facebook-Account gekündigt und dies öffentlich verkündet hatten, versucht die Plattform nun verstärkt die jüngeren Nutzer davon zu überzeugen, dass sie dennoch „cool“ ist. Gründe für die Verabschiedung der Profile ist einerseits die Sorge um das medial omnipräsente Problem des Datenschutzes. Auch „Sponsored Stories“ werden als überaus nervig empfunden. Dadurch, dass beide sehr prominente Medienschaffende in den USA sind, fürchtet das soziale Netzwerk nun um Nachahmer.

Dislike: Facebook wird immer uncooler (Foto: pixelio.de, S. Hofschläger)

Auch Facebooks Produkt-Direktor Blake Ross hat sich vom Medium verabschiedet, da er zu der Erkenntnis gekommen ist, dass das Portal auch für Jugendliche immer unbeliebter wird. Facebook gibt zu, vor allem bei dieser Zielgruppe weniger Reichweite zu erlangen, rechtfertigt sich jedoch mit der Aussage, dass viele junge Nutzer ähnliche Dienste in Anspruch nehmen oder mit Facebook verbinden wie beispielsweise Instagram.

„Facebook ist selbst schuld, dass es an Beliebtheit verliert. Werbung und Marketing steht mittlerweile im Mittelpunkt der Plattform. Zudem stellt das enorme Anwachsen des Freundeskreises und die damit einhergehenden unerwünschten Statusmeldungen ein Problem dar“, erläutert Social-Media-Spezialist Günter Jaritz.

Das Abschalten solcher Meldungen liege jedoch nicht im Interesse des Portals, wodurch die Einstellungsänderungen überaus kompliziert und schlecht auffindbar sind. „Der erste Trend, der sich verzeichnen lässt, ist das extreme »Ausmüllen« der Freunde oder das generelle Kündigen des Accounts“, so Jaritz. Zudem melden sich zunehmend Unternehmen als klassische Profilseiten an, was grundsätzlich nicht erlaubt ist. Deren Anfragen würden von immer mehr Nutzern als nervig empfunden.

„Der riesige anfängliche Facebook-Hype hat sich mittlerweile auf ein normales Niveau eingependelt“, sagt der Experte und ergänzt, dass diese Entwicklung absehbar war. Gerade die jüngere Generation würde auf Dienste wie SMS oder WhatsApp zurückgreifen, da auch hier Gruppen gestaltet werden können, Kontroversen und Beschimpfungen jedoch nicht wie bei Facebook üblich sind. (pte)

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