iSuppli: Absatzprognose für 3D-TV verheißt 2011 gigantischen Zuwachs

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2011 schnellt der Absatz von 3D-TVs um spektakuläre 463 Prozent in die Höhe – so lautet eine Prognose des Marktforschungsunternehmens IHS iSuppli. Um die prozentuale Angabe zu relativieren: Das Segment vergrößert sich von 4,2 Millionen im Jahr 2010 um den Faktor 5,5 auf 23,4 Millionen. 2012 soll es erneut dreistelliges Wachstum geben, wenn die Stückzahlen um weitere 132 Prozent auf 54,2 Millionen springen. 2014 durchbrechen die 3D-fähigen Fernseher die 100-Millionen-Marke; für 2015 erwarten die Experten 159,2 Millionen Geräte.

Weltweiter Absatz von 3D-fähigen TVs [in Mio.]. (Grafik: iSuppli)

Hinter der in diesem Jahr beginnenden Absatzbeschleunigung steckt ein einschneidender und notwendiger Wechsel der Marketing- und Werbestrategien: Anstatt Konsumenten 3D als Must-have-Technologie einzureden, will die Industrie die räumliche Darstellung dieses Jahr zum Wunsch-Feature machen, laut iSuppli eine Analogie des Ansatzes, den die Branche bei der Einführung der Internet-Konnektivität gewählt hat.

Die ausgesprochen schwache Marktantwort auf die Einführung der 3D-Technologie im Frühjahr 2010 hat die TV-Hersteller dazu veranlasst, den Strategiewechsel mit großem Aufwand zu betreiben. Endkunden hatten sich sowohl gegen die hohen Preise gesträubt als auch die Minderverfügbarkeit von dreidimensionalen Inhalten kritisiert. Letzterer Kritikpunkt wurde zum Teil geheilt, vor allem aber ist das Preisniveau gesunken, in den USA zum Beispiel um neun Prozent von Februar auf März.

Auch in Bezug auf die für den 3D-Genuss notwendigen Brillen sind mehrere Optionen entstanden. Aktive Shutter-Technologie bietet die beste Bildqualität, wohingegen 3D dank „Film Patterned Retarder“-Technik (FPR) mit komfortableren Passivbrillen auch in kleineren Bildschirmgrößen angeboten wird und günstiger ist. Überdies gibt es einige TV-Modelle, die den gewünschten Effekt auch ohne das Tragen einer Sehhilfe liefern. Die iSuppli-Experten rechnen damit, dass 2015 die meisten Absätze mit passiven Brillen erzielt werden.

Mit einem 83-Prozent-Anteil am 3D-Markt bleibt LCD die vorherrschende Technologie auf dem Weltmarkt. Weil die Hersteller das Plasma-Sterben durch die Aufwertung mit 3D-Technik verzögern können, weist dieses Bildschirmsegment die höchste relative Quote auf. Mit Bezug auf den Weltmarkt für Flatscreen-TVs schafft 3D-Technologie 2011 den Sprung von zwei auf elf Prozent. Bis 2015 soll sich die Quote auf 52 Prozent erhöhen. IHS zufolge sind 3D-TVs mit 40/41 Zoll (3,3 Mio.), solche mit 55 bis 59 Zoll (2,9 Mio.) und 45/46 Zoll (2,7 Mio.) 2011 besonders beliebt.

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