LCD-Anlagentechnik: Investitionen 2010 auf Rekordhöhe

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Die Ausgaben für TFT- und LCD-Anlagentechnik soll nach dem rezessionsbedingten Tief von sieben Milliarden US-Dollar im Jahr 2009 in diesem Jahr mit 13,2 Milliarden auf das Niveau früherer Spitzenwerte ansteigen. Das hat der vierteljährliche vom Marktforschungsunternehmen DisplaySearch erstellte Bericht über Angebot und Nachfrage und Kapitalausgaben im Flachbildschirm-Sektor ergeben.

Weil die Fabrikauslastung anhaltend auf hohem Niveau ist und sich die Erwartungen bezüglich der Nachfrage kontinuierlich steigern, sind Hersteller aus Korea, Taiwan und China dabei, ihre Kapazitäten auszuweiten oder neue Werke aufzubauen. „Die Anlageseite des sogenannten Kristallkreislaufs ist in eine Art selbstbeschleunigende Phase eingetreten“, stellte Charles Annis, Vizepräsident für Untersuchungen des Herstellungsbereichs bei DisplaySearch, fest. „Die meisten führenden LCD-Panelhersteller versuchen derzeit so schnell sie können, ihre Kapazitäten auszuweiten, und konkurrieren bei der Sicherung von Bestellungen für Betriebsmittel. Für viele Fertiger von maschineller Ausstattung bedeutet das: Es wird ein sehr gesundes Jahr.“

Im ersten Quartal 2010 sei die Nachfrage stabil geblieben, was nicht zuletzt dem erhöhten chinesischen Bedarf vor und nach dem chinesischen Neujahrsfest geschuldet sei. Zweite Ursache ist der Austausch von Röhrengeräten gegen LCD-Fernseher. Diese hohe Nachfrage führte vom dritten Quartal 2009 bis zum Ende des ersten Quartals 2010 zu einer industrieweit hohen Fabrikauslastung von etwa 90 Prozent. Weil ihre Kapazitäten nahezu ausgeschöpft sind, müssen die Panelhersteller nun investieren, wollen sie ihren Ausstoß auch weiterhin erhöhen. „Viele der Anlage-Erweiterungen oder neuen Fabriken, die in diesem Jahr begonnen werden, bekommen bis 2011 noch zusätzliche Anlagen-Technik. Wenn all diese Kapazitäten einmal unter Vollauslastung laufen, muss sich der Bedarf in hohen Zuwachsraten steigern, oder die Industrie steckt mitten im nächsten Überangebot und wird 2012 die Talsohle des Kristall-Kreislaufs erreichen“, fügte Annis hinzu.

Für den Großteil der Anlagentechnik-Käufe dieses Jahres soll Korea verantwortlich sein, 2011 soll das Rennen um die Kapazität in China beginnen. Das rasche Wachstum des chinesischen Markts birgt eine Vielzahl von Herausforderungen und Möglichkeiten für Unternehmen, die im Bereich Anlagegüter tätig sind. Die Chance, seinen Kundenstamm auszuweiten, ist nicht nur für die auf Kostenvorteile setzenden koreanischen Anlagehersteller interessant, sondern für alle Fertigungsfirmen.

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