Qualcomm startet global nutzbaren LTE-Chip

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Der Mobilfunk-Technologiekonzern Qualcomm hat mit dem RF360 erstmals einen Multiband-Chip vorgestellt, der alle rund um die Welt genutzen LTE-Frequenzen und damit sämtliche 4G-Netze unterstützt. Das sollte der Mobilfunktechnologie auf die Sprünge helfen, die bislang damit zu kämpfen hat, dass eigentlich LTE-fähige Geräte bestehende Netze nicht immer unterstützen. Prominentestes Beispiel dafür ist das iPhone, das Apple in mehreren Ausführungen produziert, es aber gerade in Europa dennoch viele LTE-Netze gar nicht unterstützt.

iPhone 5: unterstützt LTE, aber nicht überall (Foto: Apple)

„Je mehr Multiband-fähige Geräte auf den Markt kommen, desto schneller wird sich LTE entwickeln“, betont Karim Taga, Managing Director von Arthur D. Little. Eine wesentliche Frage ist aus seiner Sicht, wie sich ein wirklich umfassender Multiband-Chip letztlich auf den Stromverbrauch von Smartphones auswirkt – und, ob daher der richtige Hersteller darauf setzt. „Wichtig ist letztlich, was Apple machen wird.“

Qualcomm zufolge werden derzeit auf der Welt 40 verschiedene LTE-Frequenzbänder genutzt, eine Fragmentierung, die für globale Reisende und Gerätehersteller bislang ein echtes Problem darstellt. Vom iPhone 5 beispielsweise gibt es eine Ausführung, die in Nordamerika gängige Frequenzen im Bereich 700 und 1.700 Megahertz (Mhz) nutzt und zwei weitere, die unter anderem das 1.800-MHz-LTE-Band der Deutschen Telekom unterstützen. Doch viele europäische Mobilfunker wie A1 nutzen bislang 2,6-Gigahertz-Frequenzen für das 4G-Netz, mit denen gar keine iPhone-5-Version etwas anfängt.

Qualcomms RF360 verspricht Abhilfe, da er alle LTE-Frequenzbänder und mit Zeit- und Frequenzduplex beide technischen Umsetzungsvarianten unterstützt. Zusätzlich beherrscht der Chip auch diverse ältere Mobilfunk-Standards bis hinunter zu GSM/EDGE, sodass ein damit ausgerüstetes Handy wirklich immer und überall auf der Welt ein Netz finden sollte – auch in Regionen, wo es noch gar keine 4G-Umsetzung gibt. Damit werden erstmals wirklich global nutzbare LTE-Geräte möglich. Der Konzern erwartet, dass erste Hersteller im zweiten Halbjahr 2013 entsprechende Produkte auf den Markt bringen werden.

Laut Qualcomm ist der RF360 trotz seiner Vielseitigkeit darauf ausgelegt, auch noch den Stromverbrauch zu reduzieren. Ob das stimmt, dürfte ein entscheidender Faktor für den Erfolg der Lösung sein. „Der Akkuverbrauch ist heute schon ein Drama“, betont Targa. Ein Smartphone müsse zumindest einen Tag Standby und vier bis fünf Stunden Nutzungsdauer bieten – das wissen auch Gerätehersteller. „Es ist wichtig, eine sinnvolle Balance zu finden“, so der Analyst. Ihm zufolge ist daher denkbar, dass sich Hersteller wie Apple auch bei kommenden Modellen gegen einen umfassenden Multiband-Funkchip entscheiden, falls sie eine zu große Akkulast befürchten. (pte)

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