Smartphone-App misst Stressbelastung der User

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Moderne Smartphones entwickeln sich zunehmend zu mobilen Alleskönnern. Neuestes Beispiel für diesen Trend ist eine innovative Handy-Applikation für Android-Geräte, die auf den etwas sperrigen Namen „Android Remote Sensing App“ (AIRS) hört und von einem findigen Wissenschaftler der University of Cambridge entwickelt worden ist. Wie der Name bereits vermuten lässt, handelt es sich dabei um ein kleines Programm, das alle verfügbaren Sensoren bündelt, die in Smartphones verbaut werden, und die gesammelten Daten anschließend mithilfe einer speziellen Software auswertet. Ziel der Übung ist es, die tägliche Stressbelastung der User zu messen und so in weiterer Folge deren generelle Gesundheit verbessern zu können.

Handys: Android-App misst User-Stress (Foto: flickr.com/Yoshihito)

„Die AIRS-App greift auf die gesamte Sensorik von mobilen Endgeräten zurück, um physikalische Veränderungen zu registrieren“, zitiert das US-Portal Slate den zuständigen Projektleiter Dirk Trossen, Senior Researcher am Computerlabor der University of Cambridge. Diese Messungen seien notwendig, um besonders stressige Momente unseres Lebens ausfindig zu machen. „Durch diesen Ansatz unterstützt uns die App dabei, besser mit Druck umzugehen und kann so auch den generellen Gesundheitszustand der Nutzer verbessern“, betont Trossen. Länger anhaltender Stress könne diesen nämlich negativ beeinflussen. „Die Tatsache, dass die jetzige Arbeitergeneration länger arbeiten muss als ihre Vorgänger, zeigt, dass Stress-Management immer wichtiger wird“, so der Forscher.

Doch wie muss man sich die Funktionsweise der App konkret vorstellen? „Insgesamt können mehr als 60 verschiedene Messwerte abgerufen werden“, erläutert Trossen. Dazu gehören neben der genauen Protokollierung von Telefongesprächen und verschickten Textnachrichten oder dem Erfassen der geografischen und räumlichen Lage, die in Smartphones durch das integrierte Accelerometer bestimmt wird, mitunter auch eine Auswertung des Geräuschpegels der näheren Umgebung oder verändernde Umwelteinflüsse bzw. wechselndes Wetter, das sich über Abweichungen im Luftdruck oder der allgemeinen Lichtverhältnisse messen lässt.

„Man kann sogar die jeweilige aktuelle Gemütslage der User herausfinden, wenn man die Emoticons auswertet, die bei SMS-Botschaften mitverschickt werden“, ergänzt Trossen. Durch separat angebrachte Monitore werde dann noch die Überwachung der Puls- und Herzschlagdaten ermöglicht. „Die Daten werden dann in eine spezielle Software eingespeist und entsprechend visualisiert. Der User kann dann seinen Tagesverlauf bis ins Detail einsehen und genau nachvollziehen, wann und unter welchen Umständen er besonders belastet war“, schildert der Cambridge-Wissenschaftler.

Dass der allgemeine Hype um Smartphones und Tablets auch vor dem Gesundheitssektor nicht Halt macht, zeigen auch andere interessante App-Entwicklungen. Schon im Oktober 2011 sorgte etwa die US-Firma Mobile NIM mit einer Handy-Applikation für Schlagzeilen, die Röntgenbilder oder Magnetresonanz-Scans auf das Handy- oder Tablet-Display bringt. Der Arzt kann die Aufnahme dann auswerten und eine Diagnose stellen. Für Patienten gibt es eine eigene Anwendung, mit der sie die Bilder betrachten können. (pte)

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