SMS-Verkehr in USA nimmt erstmals ab

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Die SMS könnte den sozialen Medien, die immer öfter auch am Smartphone genutzt werden, zum Opfer fallen. Laut einer Studie von Chetan Sharma Consulting hat die SMS-Nutzung im letzten Quartal erstmals seit der Einführung abgenommen. Als Hauptgründe nennen die Analysten die große Verbreitung von Social Media und die schlechte Strategie der Telefongesellschaften.

Handy: SMS-Verkehr in USA nimmt ab (Foto:flickr.com/powerkerk)

„Viele westliche Märkte verzeichnen einen Rückgang des Datenverkehrs bei SMS. Der US-Markt konnte sich diesem Trend bisher entziehen. Sobald ein Verbreitungsgrad von 70 Prozent bis 90 Prozent erreicht ist, kommt es in der Regel zu einem Rückgang“, sagen die Marktforscher. Vor allem Apples „iMessage“ hat den Forschern zufolge der klassischen SMS einen schweren Schlag versetzt.

Während die SMS-Nutzung abgenommen hat, konnte der gesamte mobile Sektor zulegen. Im letzten Quartal wurde ein Plus von drei Prozent verbucht, im Vergleich zum Vorjahr konnten die Anbieter sogar um 17 Prozent zulegen und werden in diesem Quartal voraussichtlich 19,9 Mrd. Dollar einnehmen. Der mobile Datenverkehr ist mittlerweile für 43 Prozent aller Einnahmen der US-Telefongesellschaften verantwortlich.

In Deutschland bleibt die SMS weiterhin beliebt und der Verbreitungsgrad nimmt weiter zu. Wie eine Studie des Marktforschungsinstituts BITKOM zeigt, nahm 2010 die Zahl der versandten SMS in Deutschland um 20 Prozent auf 41,3 Mrd. zu. 2011 schwächte sich das Wachstum etwas ab. Für 2012 werden wieder starke Zuwächse prognostiziert. Deutsche versenden rund 500 SMS pro Einwohner. Pro Sekunde wurden 1.300 Kurzmitteilungen verschickt, pro Minute sind es 78.000.

Auch das Geschäft mit mobilen Datendiensten boomt in Deutschland. Seit 2009 legt der Markt zweistellig zu und kommt auf einen Gewinn von 8,5 Mrd. Euro. 2005 betrug das Marktvolumen in diesem Segment erst vier Mrd. Euro. Hingegen geht seit 2006 der Umsatz mit Handy-Gesprächen zurück, im vergangenen Jahr um vier Prozent auf 12,8 Milliarden Euro.

Der Markt in Deutschland ist offenbar noch nicht gesättigt, während in den USA der Zenit erreicht ist. „Es ist noch schwer zu sagen, ob der Rückgang anhalten wird. Es kann sein, dass es auch einige Ruhephasen geben wird“, sagen die Forscher von Chetan Sharma Consulting. (pte)

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