Test ViewSonic X1-4KE Pro: 4K-Beamer für Gamer und Cineasten
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Bildschärfe und Konvergenz

Mit seiner Ein-Chip-DLP-Technologie kann der ViewSonic X1-4KE Pro seine Vorteile in der Auflösung gegenüber vielen Drei-Chip-Lichtwerfern ausspielen. Er stellt keine Konvergenzfehler dar, weil keine drei Chips deckungsgleich aufeinander abgeglichen werden müssen. Überdies sind keine farbigen Säume (Chromatische Aberrationen) bei unserem Probanden auszumachen, die ihre Ursache im Objektiv haben.

Originaltestbild
Originaltestbild

Mit dem ViewSonic X1-4KE Pro verzeichnen wir in der Mitte ein messerscharfes Bild, in dem alle Details vorhanden sind. Einzelne Zeilen in Pixelauflösung werden sehr gut voneinander abgegrenzt und besitzen dabei einen überdurchschnittlichen Im-Bild-Kontrast. Feine Pixellinien kann der Proband gut voneinander trennen.

Ausschnitt aus der Bildmitte: So sehen die Linien im Original aus
Ausschnitt aus der Bildmitte: So sehen die Linien im Original aus
100 %-Ausschnitt Mitte
100 %-Ausschnitt Mitte

Dieser positive Eindruck bezüglich der Schärfe setzt sich weitgehend über die gesamte Bildfläche fort. Oben links und rechts verzeichnen wir ebenfalls eine gute Schärfe. Farbsäume sind nicht vorhanden. Allerdings treten sichtbare Abschattungen an den Rändern auf, sodass dort der volle Kontrast nicht ausgeschöpft wird.

100 %-Ausschnitt oben links
100 %-Ausschnitt oben links
100 %-Ausschnitt oben rechts
100 %-Ausschnitt oben rechts

Ein ganz ähnlicher Eindruck stellt sich am unteren Bildrand ein. Die Schärfe ist tadellos, wodurch alle Linien in Pixelauflösung dargestellt werden. Links und rechts verzeichnen wir aber auch sichtbare Abschattungen, die mit einer Kontrastreduzierung einhergehen.

100 %-Ausschnitt unten links
100 %-Ausschnitt unten links
100 %-Ausschnitt unten rechts
100 %-Ausschnitt unten rechts

Farbwiedergabe

Als Lichtquelle sind rote, grüne und blaue (RGB-)LEDs implementiert. Damit konnte auf ein Farbrad verzichtet werden, weil die RGB-LEDs die Farben sequenziell erzeugen.

Ab Werk ist der Bildmodus „Spiele“ aktiv, der mit 7867 K eine etwas zu kühle Farbtemperatur besitzt. Für die präzise Farbdarstellung nutzen wir den Farbmodus „Film“. Es bedarf lediglich kleiner Anpassungen, um die angestrebten 6500 K punktgenau zu erzielen. Der Farbraum Rec. 709 wird in der Werkseinstellung mit 110 % abgedeckt. Kalibriert erhalten wir erwartungsgemäß 99 %.

Diagramm: Farbraum Rec. 709 ab Werk
Farbraum Rec. 709 ab Werk
Diagramm: Farbraum Rec. 709 kalibriert
Farbraum Rec. 709 kalibriert

Für „High Dynamic Range“ bietet der HDR-Benutzer-Modus das große DCI-P3-Spektrum. Die Farbraumabdeckung beträgt in der Werkseinstellung und nach der Kalibrierung 88 %. Während Rot, Gelb, Magenta und Blau ihre Sollpunkte nach der Kalibrierung treffen, sind Grün und Cyan leicht untersättigt. Der Weißpunkt verbessert sich nach der Anpassung von 7935 auf 6508 K.

Diagramm: Farbraum DCI-P3 ab Werk
Farbraum DCI-P3 ab Werk
Diagramm: Farbraum DCI-P3 kalibriert
Farbraum DCI-P3 kalibriert

Die Farbtemperatur wird in der Werkseinstellung zunehmend kühler. Der leichte Blau-Überschuss im Graustufenverlauf ist in Kombination mit dem Gründefizit im Bild erkennbar. Mittels der Kalibrierung gelingt ein vollkommen farbneutraler Graustufenverlauf. Schwarz-Weiß-Inhalte sind frei von Verfärbungen und Farbstichen.

Diagramm: Graustufenverlauf ab Werk
Graustufenverlauf ab Werk
Diagramm: Graustufenverlauf kalibriert
Graustufenverlauf kalibriert

Die Delta-E-Werte gehen erwartungsgemäß mit den vorherigen Messungen einher. Der Graustufenverlauf erreicht ab Werk durchschnittlich 3,7 dE und im Maximum 6,5 dE. Die Farbabweichungen sind relativ gering, aber für das geschulte Auge bereits wahrnehmbar. Nach der Kalibrierung erreichen die Delta-E-Ergebnisse Referenzstatus mit durchschnittlich 0,7 und 1,6 dE im Maximum.

Diagramm: Delta E 2000 der Graustufen ab Werk
Delta E 2000 der Graustufen ab Werk
Diagramm: Delta E 2000 der Graustufen kalibriert
Delta E 2000 der Graustufen kalibriert

Die Primär- und Sekundärfarben sind ab Werk nicht optimal. Im Durchschnitt messen wir 6,3 dE und in der Spitze 12 dE. Diese Farbabweichungen sind aber noch so niedrig, dass sie in Summe knapp unterhalb der Wahrnehmungsschwelle von 10 dE liegen. Allenfalls Blau erscheint uns etwas dunkel. Durch die Kalibrierung verbessern sich die Ergebnisse. So verzeichnen wir im Durchschnitt 2,1 und 4,3 dE in der Spitze.

Diagramm: Delta E 2000 der Primär- und Sekundärfarben ab Werk
Delta E 2000 der Primär- und Sekundärfarben ab Werk
Diagramm: Delta E 2000 der Primär- und Sekundärfarben kalibriert
Delta E 2000 der Primär- und Sekundärfarben kalibriert

Das Gamma verläuft in der Werkseinstellung gut um die Vorgabe 2,2 herum. Das Ergebnis ist eine richtig gute Durchzeichnung von hellen und dunklen Inhalten. Im Rahmen der Kalibrierung verändert sich das Gamma nicht nennenswert. Eine Anpassung ist ohnehin nicht möglich, weil kein Gamma-Equalizer im Projektor implementiert ist, mit dem die minimalen Abweichungen bei 10 und 90 % behoben werden könnten. Trotzdem ist das Ergebnis sehr gut und führt zu einer exzellenten Durchzeichnung in hellen und dunklen Bereichen, sodass nichts im Schwarz zuläuft oder ins Weiß überstrahlt.

Diagramm: Gamma 2,2 ab Werk
Gamma 2,2 ab Werk
Diagramm: Gamma 2,4 kalibriert
Gamma 2,4 kalibriert

In Summe liefert der ViewSonic X1-4KE Pro ein etwas besseres Ergebnis als das Geschwister X2-4KE Pro. Bereits out of the box können beide Probanden genutzt werden, ohne dass nennenswerte Farbanpassungen nötig sind.

Helligkeit, Schwarzwert und Kontrast

ViewSonic beziffert die Maximalhelligkeit auf 3300 LED-Lumen. Da es keinen Standard für LED-Lumen gibt, messen wir selbst. Im Bildmodus „Max. Helligkeit“ ermitteln wir 2835 Lumen mit viel zu grüner Farbdarstellung. In den kalibrierten Farbmodi „Film“ und „HDR-Benutzer“ ermitteln wir jeweils 1500 Lumen für SDR und HDR. Die Lichtausbeute reicht aus, um Bildbreiten bis 3,50 m mit 20 fl (HDTV) respektive 2,80 m mit 32 fl (HDR) zu beleuchten.

Der statische Kontrast ist mit 1830:1 (On/Off), 1795:1 (Im Bild) und herausragenden 520:1 (ANSI) auf überdurchschnittlichem Niveau für einen Projektor in dieser Preisklasse. Dynamisch lässt sich der On/Off-Kontrast auf 3660:1 steigern. Der Schwarzwert beträgt demzufolge 0,41 Lumen (dynamisch) bzw. 0,82 Lumen (statisch), was zu leichten Aufhellungen in dunklen Szenen führt.

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Die Werte des Schwestermodells werden vom ViewSonic X1-4KE Pro in allen Belangen teilweise deutlich übertroffen, was wir auf das weniger weitwinkelige Standard-Zoomobjektiv zurückführen. Besonders profitiert die Lichtausbeute, die um 20 % höher ausfällt bei unserem Testmuster.

Bildmodus Lumen
Film (D65-kalibriert) 1500
HDR-Benutzer (D65-kalibriert) 1500
Max. Helligkeit 2835
TV 1400
Spiele 1530
Film 1530
Golf 1700
Low Blue Light 1463
Benutzer 1530
Michael B. Rehders

… arbeitet seit 1996 als freiberuflicher Journalist, Fotograf und Autor mit Schwerpunkt Projektoren. Als Color-Management-Experte hält er Vorträge auf Hochschulen, Universitäten, Messen und schult Grafiker sowie Fotografen im Umgang mit Messequipment und Farbmanagement. Für PRAD ist er seit 2023 tätig.

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