Bildschärfe und Konvergenz
Mit seiner Ein-Chip-DLP-Technologie kann der ViewSonic X1-4KE Pro seine Vorteile in der Auflösung gegenüber vielen Drei-Chip-Lichtwerfern ausspielen. Er stellt keine Konvergenzfehler dar, weil keine drei Chips deckungsgleich aufeinander abgeglichen werden müssen. Überdies sind keine farbigen Säume (Chromatische Aberrationen) bei unserem Probanden auszumachen, die ihre Ursache im Objektiv haben.

Mit dem ViewSonic X1-4KE Pro verzeichnen wir in der Mitte ein messerscharfes Bild, in dem alle Details vorhanden sind. Einzelne Zeilen in Pixelauflösung werden sehr gut voneinander abgegrenzt und besitzen dabei einen überdurchschnittlichen Im-Bild-Kontrast. Feine Pixellinien kann der Proband gut voneinander trennen.


Dieser positive Eindruck bezüglich der Schärfe setzt sich weitgehend über die gesamte Bildfläche fort. Oben links und rechts verzeichnen wir ebenfalls eine gute Schärfe. Farbsäume sind nicht vorhanden. Allerdings treten sichtbare Abschattungen an den Rändern auf, sodass dort der volle Kontrast nicht ausgeschöpft wird.
Ein ganz ähnlicher Eindruck stellt sich am unteren Bildrand ein. Die Schärfe ist tadellos, wodurch alle Linien in Pixelauflösung dargestellt werden. Links und rechts verzeichnen wir aber auch sichtbare Abschattungen, die mit einer Kontrastreduzierung einhergehen.
Farbwiedergabe
Als Lichtquelle sind rote, grüne und blaue (RGB-)LEDs implementiert. Damit konnte auf ein Farbrad verzichtet werden, weil die RGB-LEDs die Farben sequenziell erzeugen.
Ab Werk ist der Bildmodus „Spiele“ aktiv, der mit 7867 K eine etwas zu kühle Farbtemperatur besitzt. Für die präzise Farbdarstellung nutzen wir den Farbmodus „Film“. Es bedarf lediglich kleiner Anpassungen, um die angestrebten 6500 K punktgenau zu erzielen. Der Farbraum Rec. 709 wird in der Werkseinstellung mit 110 % abgedeckt. Kalibriert erhalten wir erwartungsgemäß 99 %.
Für „High Dynamic Range“ bietet der HDR-Benutzer-Modus das große DCI-P3-Spektrum. Die Farbraumabdeckung beträgt in der Werkseinstellung und nach der Kalibrierung 88 %. Während Rot, Gelb, Magenta und Blau ihre Sollpunkte nach der Kalibrierung treffen, sind Grün und Cyan leicht untersättigt. Der Weißpunkt verbessert sich nach der Anpassung von 7935 auf 6508 K.
Die Farbtemperatur wird in der Werkseinstellung zunehmend kühler. Der leichte Blau-Überschuss im Graustufenverlauf ist in Kombination mit dem Gründefizit im Bild erkennbar. Mittels der Kalibrierung gelingt ein vollkommen farbneutraler Graustufenverlauf. Schwarz-Weiß-Inhalte sind frei von Verfärbungen und Farbstichen.
Die Delta-E-Werte gehen erwartungsgemäß mit den vorherigen Messungen einher. Der Graustufenverlauf erreicht ab Werk durchschnittlich 3,7 dE und im Maximum 6,5 dE. Die Farbabweichungen sind relativ gering, aber für das geschulte Auge bereits wahrnehmbar. Nach der Kalibrierung erreichen die Delta-E-Ergebnisse Referenzstatus mit durchschnittlich 0,7 und 1,6 dE im Maximum.

Die Primär- und Sekundärfarben sind ab Werk nicht optimal. Im Durchschnitt messen wir 6,3 dE und in der Spitze 12 dE. Diese Farbabweichungen sind aber noch so niedrig, dass sie in Summe knapp unterhalb der Wahrnehmungsschwelle von 10 dE liegen. Allenfalls Blau erscheint uns etwas dunkel. Durch die Kalibrierung verbessern sich die Ergebnisse. So verzeichnen wir im Durchschnitt 2,1 und 4,3 dE in der Spitze.
Das Gamma verläuft in der Werkseinstellung gut um die Vorgabe 2,2 herum. Das Ergebnis ist eine richtig gute Durchzeichnung von hellen und dunklen Inhalten. Im Rahmen der Kalibrierung verändert sich das Gamma nicht nennenswert. Eine Anpassung ist ohnehin nicht möglich, weil kein Gamma-Equalizer im Projektor implementiert ist, mit dem die minimalen Abweichungen bei 10 und 90 % behoben werden könnten. Trotzdem ist das Ergebnis sehr gut und führt zu einer exzellenten Durchzeichnung in hellen und dunklen Bereichen, sodass nichts im Schwarz zuläuft oder ins Weiß überstrahlt.
In Summe liefert der ViewSonic X1-4KE Pro ein etwas besseres Ergebnis als das Geschwister X2-4KE Pro. Bereits out of the box können beide Probanden genutzt werden, ohne dass nennenswerte Farbanpassungen nötig sind.
Helligkeit, Schwarzwert und Kontrast
ViewSonic beziffert die Maximalhelligkeit auf 3300 LED-Lumen. Da es keinen Standard für LED-Lumen gibt, messen wir selbst. Im Bildmodus „Max. Helligkeit“ ermitteln wir 2835 Lumen mit viel zu grüner Farbdarstellung. In den kalibrierten Farbmodi „Film“ und „HDR-Benutzer“ ermitteln wir jeweils 1500 Lumen für SDR und HDR. Die Lichtausbeute reicht aus, um Bildbreiten bis 3,50 m mit 20 fl (HDTV) respektive 2,80 m mit 32 fl (HDR) zu beleuchten.
Der statische Kontrast ist mit 1830:1 (On/Off), 1795:1 (Im Bild) und herausragenden 520:1 (ANSI) auf überdurchschnittlichem Niveau für einen Projektor in dieser Preisklasse. Dynamisch lässt sich der On/Off-Kontrast auf 3660:1 steigern. Der Schwarzwert beträgt demzufolge 0,41 Lumen (dynamisch) bzw. 0,82 Lumen (statisch), was zu leichten Aufhellungen in dunklen Szenen führt.
Die Werte des Schwestermodells werden vom ViewSonic X1-4KE Pro in allen Belangen teilweise deutlich übertroffen, was wir auf das weniger weitwinkelige Standard-Zoomobjektiv zurückführen. Besonders profitiert die Lichtausbeute, die um 20 % höher ausfällt bei unserem Testmuster.
| Bildmodus | Lumen |
| Film (D65-kalibriert) | 1500 |
| HDR-Benutzer (D65-kalibriert) | 1500 |
| Max. Helligkeit | 2835 |
| TV | 1400 |
| Spiele | 1530 |
| Film | 1530 |
| Golf | 1700 |
| Low Blue Light | 1463 |
| Benutzer | 1530 |























