Test ViewSonic X1-4KE Pro: 4K-Beamer für Gamer und Cineasten
5/5

3D-Filme

ViewSonic bietet mit dem X1-4KE Pro die Möglichkeit, 3D-Filme abzuspielen. Der Projektor erkennt entsprechende Signale selbstständig und schaltet in den passenden Bildmodus. Die Synchronisation zwischen Beamer und 3D-Brille erfolgt mit einem Grünblitz. Dieser wird zuverlässig von der 3D-Brille unterdrückt. Wir sehen dadurch stimmige Farben. Blockbuster wie Avatar: The Way of Water werden originalgetreu mit 24 Hz wiedergegeben. Ghosting (Crosstalk) stellt sich zu keiner Zeit ein. Landschaftsaufnahmen sind gestochen scharf, die Farben klar, und in dunklen Bereichen läuft nichts im Schwarz zu. Teilweise wird eine spektakuläre räumliche Tiefe geboten. Dabei sind selbst helle Bilder dank der 144-Hz-Wiedergabefrequenz (Triple Flash) vollkommen flimmerfrei.

Screenshot: 3D ohne Brille mit Grünblitz auf der Leinwand
Screenshot: 3D ohne Brille mit Grünblitz auf der Leinwand
Screenshot: Durch die 3D-Brille wird der Grünblitz vollständig unterdrückt
Screenshot: Durch die 3D-Brille wird der Grünblitz vollständig unterdrückt

HDR

Dank der schnellen Schaltzeiten der LEDs fällt der Regenbogen-Effekt sehr gering aus. Selbst in statischen Bildern haben wir ihn kaum provozieren können. Spielfilme werden auch hier originalgetreu mit 24 Hz projiziert. Nichts ruckelt. Die Schärfe ist bis in die Ecken sehr gut. Die Farben erscheinen natürlich. HDR-Signale werden von 0 bis 1000 cd/m² im Rahmen des statischen Tonemappings dargestellt. Quellsignale darüber clippen ins Weiß. Demzufolge sind in Sully die Displays am Times Square teilweise ohne Inhalte. Korrigieren – etwa indem der Kontrastregler reduziert wird – lässt sich das leider nicht. Über 1000 cd/m² bietet der Proband schlichtweg keine Bildsignale.

Andere Filme, deren Highlights deutlich unter 1000 cd/m² liegen (etwa Top Gun: Maverick oder Mission: Impossible – The Final Reckoning) bestechen mit satten Farben und sind strahlend hell. Dunkle Bereiche sind perfekt durchgezeichnet. Einen Grauschleier machen wir dank des exzellenten ANSI-Kontrastes nicht aus. Schattenbereiche in hellen Szenen werden folgerichtig perfekt durchgezeichnet.

Screenshot: Titelvorspann von Elvis mit glänzenden Farben
Screenshot: Titelvorspann von Elvis mit glänzenden Farben
Screenshot: Zuschauer in Elvis
Screenshot: Zuschauer in Elvis

Bereits der Titelvorspann in Elvis gefällt mit seinen satten Farben. Die goldene Gürtelschnalle mit den Initialen EP ist mit Edelsteinen besetzt, die allesamt auf der Leinwand zu sehen sind.

Auf den Konzerten sind Zuschauer bis in die letzte Reihe glasklar erkennbar. Die Bewegungsschärfe ist beim Kameraschwenk sehr gut, sodass nichts verschmiert. So macht HDR wirklich Spaß.

Sound

Wieder mal haben sich ViewSonic und Harman Kardon zusammengetan, um den bestmöglichen Klang aus einem Projektor zu holen. Wie schon beim X2-4KE Pro sind auch im X1-4KE Pro zwei 6-Watt-Lautsprecher verbaut. Das ist nominell zwar recht wenig, liefert aber einen überraschend dynamischen Stereo-Ton, der günstigen Fernsehern in nichts nachsteht. Höhen und Mitten werden exzellent dargestellt, wodurch Frauenstimmen nicht zischen und Männerstimmen herrlich sonor klingen.

Screenshot: Elvis
Screenshot: Elvis

Als Elvis im gleichnamigen Film auf der Bühne steht, macht es Spaß, ihn singen zu hören. Seine Stimme ist bestens zu verstehen. Bass, Schlagzeug und Gitarre werden glaubwürdig in den Raum gedrückt. Die kreischenden weiblichen Zuschauer sind klar und deutlich herauszuhören. Die Pegel reichen aus, um Räumlichkeiten bis zu 30 m² zu beschallen. Die Lautstärke kann überdies bequem mit der Fernbedienung geregelt werden.

Auf echten Tiefbass und einen satten Grundton muss erwartungsgemäß verzichtet werden. Wer das nicht hinnehmen möchte, sollte sich ein 5.1- oder 7.1-Lautsprecher-Set mit Subwoofer zulegen. Dann erhält man zum großen Bild den passenden Ton.

Bewertung

4.3

(GUT)

Fazit

ViewSonic bietet mit dem X1-4KE Pro einen neuen 4K-Beamer im Xbox-Design, dem der Spagat zwischen Gaming und Heimkino eindrucksvoll gelingt. Mit 3,68 kg ist er leicht genug, um ihn im Wohnzimmer, Heimkino und unterwegs einzusetzen.

Aufstellung und Einrichtung sind unkompliziert. Ein Installationsmenü führt nach dem ersten Einschalten Schritt für Schritt durch alle Einstellungen. Das Objektiv mit 1,3-fachem manuellem Zoom bietet hierbei viel Flexibilität. Eine 2,50 m breite Leinwand kann aus einer Entfernung von 2,88 bis 3,75 m vollständig ausgeleuchtet werden. Mit 10 % ist der Stellbereich des Lens-Shift zwar vertikal stark limitiert, aber es erleichtert die finale Anpassung des Bildes auf der Leinwand. Warping gestattet überdies eine Anpassung an Panoramaleinwände (Curved Screen).

Google TV bietet viele Smart-Funktionen. Dazu gehören zahlreiche Streamingdienste wie Disney+, YouTube, Prime Video, Paramount+, Apple TV und Netflix. Sky und WOW sind leider nicht verfügbar. Die installierten Apps können in der Leiste neu angeordnet werden, sodass besonders häufig genutzte Dienste weiter vorn platziert und schneller zu finden sind.

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Rote, grüne und blaue LEDs liefern kalibriert 1500 Lumen. Das reicht aus, um Leinwände bis zu 3,50 m strahlend hell zu befeuern. Die Lebensdauer wird auf 60 000 Stunden beziffert. Wer jeden Tag einen zwei Stunden langen Film schaut oder diese Zeit mit Zocken verbringt, erreicht diese Stundenzahl erst nach über 82 Jahren.

Die Bedienung ist komfortabel, weil die handliche Fernbedienung ein hintergrundbeleuchtetes Tastaturfeld besitzt. Darüber hinaus gibt es Direktwahltasten für Eingangswahl, Smart-Funktionen, Bildmenü, Lautstärke und Sprachsteuerung.

Für präzise Farben sorgen die Farbmodi „Film“ für SDR und „Benutzer“ für HDR. Unterstützt werden die Technologien HDR10 und HLG, die von einem statischen Tonemapping ordentlich aufbereitet werden. Auf Dolby Vision und HDR10+ muss hingegen verzichtet werden.

Freunde von dreidimensionalen Filmen kommen auf ihre Kosten, weil der Beamer 3D mit Triple-Flash (144 Hz) unterstützt.

Mit einem Input-Lag von 4,2 ms ist der Proband für anspruchsvolles Gaming bestens geeignet.

Der ViewSonic X1-4KE Pro überzeugt auf ganzer Linie mit messerscharfen Bildern, natürlichen Farben und einer originalgetreuen Bewegungsdarstellung im Heimkino, Wohnzimmer und unterwegs. Gamer und Filmfreunde dürfen zugreifen.

Plus

  • Extrem langlebige LED-Lichtquelle
  • 4K per XPR-Shift
  • HDR
  • Google TV mit vielen Streamingdiensten
  • 3D-Support
  • Sehr gute Schärfe
  • 99 % Rec. 709

Minus

  • Kein dynamisches Tonemapping
  • Keine Zwischenbildkompensation

Testlogo ViewSonic X1-4KE Pro

Hinweis in eigener Sache: PRAD erhielt den X1-4KE Pro von ViewSonic zu Testzwecken. Herstellerseitig gab es weder eine Einflussnahme auf den Testbericht noch eine Verpflichtung zur Veröffentlichung oder eine Verschwiegenheitsvereinbarung.

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Michael B. Rehders

… arbeitet seit 1996 als freiberuflicher Journalist, Fotograf und Autor mit Schwerpunkt Projektoren. Als Color-Management-Experte hält er Vorträge auf Hochschulen, Universitäten, Messen und schult Grafiker sowie Fotografen im Umgang mit Messequipment und Farbmanagement. Für PRAD ist er seit 2023 tätig.

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