US-Verlage starten virtuellen Zeitungskiosk

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Die Zeitschriftenbranche sucht weiterhin mit Hochdruck nach einem geeigneten Geschäftsmodell für das Internetzeitalter. Angefeuert durch den Hype um Tablet-Computer und Smartphone-Apps haben sich in den USA gleich fünf große Verlage zu einem Konsortium namens „Next Issue Media“ (NIM) zusammengetan, um gemeinsam einen „virtuellen Zeitungskiosk“ in App-Form für iPad und Co zu entwickeln. Eine erste Version für Android-Tablets ist seit kurzem offiziell gestartet und bietet Nutzern den Zugriff auf insgesamt 32 Magazine und Zeitschriften.

Zeitschriften-App: 32 Titel sind bereits abrufbar (Foto: nextissuemedia)

„Auch in Deutschland machen sich die Verlage verstärkt Gedanken über mögliche Geschäftsmodelle“, stellt Alexander von Reibnitz, Geschäftsführer Digitale Medien und Neue Geschäftsfelder im Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) klar. Dass die Verlagshäuser in den USA nun gemeinsam versuchen, eine Lösung für diese Frage zu finden, sei ein sinnvoller Ansatz: „Es bringt nichts, wenn jeder Verlag für sich einen eigenen Standard aufbaut“, so der Experte, der das Konzept eines Online-Kiosks als zentrale Anlaufstelle für mehrere verschiedene Magazine für „sehr spannend“ hält. „Wir werden das US-Experiment sehr genau beobachten.“

„Die neue App bietet Nutzern eine Reihe von Vorteilen“, wird NIM-Geschäftsführer Morgan Guenther vom Wall Street Journal zitiert. Als wesentlichsten Pluspunkt gegenüber herkömmlichen Printprodukten sieht er vor allem die zentrale Verfügbarkeit: „Alle digitalen Editionen wurden im selben Format erstellt und so angepasst, dass der User sich nur einmal anmelden muss und dutzende Titel abrufen kann.“ Auf diese Weise lässt sich gewissermaßen eine persönliche Zeitschriftenbibliothek erstellen. Neue Ausgaben, die gerade erst erschienen sind, werden dabei automatisch hinzugefügt.

„Durch die einheitliche Architektur sollen zu einem späteren Zeitpunkt aber auch Werbetreibende die Möglichkeit erhalten, ihre Anzeigen über verschiedene Zeitschriften verstreut schalten zu können“, ergänzt Guenther. Bis es soweit ist, wird allerdings wohl noch einige Zeit vergehen. Derzeit ist das NIM-Konsortium nämlich voll und ganz damit beschäftigt, eine entsprechende Version der App für Apples iPad zu finalisieren. Diese soll schon im Laufe der nächsten paar Wochen zur Begutachtung an Apple geschickt werden.

Next Issue Media wurde bereits 2009 von den Verlagsgrößen Condé Nast, Time, Hearst und Meredith und News Corp. gegründet. Hintergrund für die eingegangene Partnerschaft ist die verzweifelte Suche nach einem brauchbaren Geschäfts- und Vertriebsmodell für die Zukunft. Die aktuell gestartete App soll dabei helfen, mehr Zeitschriftenleser zur Nutzung von digitalen Editionen zu bringen und auf diese Weise eine neue Art von Kundenbindung und Wirtschaftlichkeit zu etablieren. (pressetext)

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