„Zoe“: Digitale Vorleserin trägt SMS emotional vor

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Ein digitales 3D-Gesicht namens „Zoe“ zeigt Emotionen auf Abruf. Der Kopf wurde von Forschern der University of Cambridge entwickelt und könnte künftig die Verkörperung von Siri oder den menschlichen Vorleser von Audiobüchern und SMS darstellen. Der Software wurde eine Reihe an Emotionen zugefügt, die sich beim Lesen der Texte erkennen lassen. Zoe könnte bald über das Smartphone zugänglich gemacht werden, sodass sie jeden möglichen textlichen Content mit dem richtigen Emotions-Korrelat verbinden kann. Die Forscher meinen, dass mithilfe mehrerer Fotos vom Nutzer auch dessen Gesicht auf das Handy projiziert werden könnte. Diese Technologie stellt den Wissenschaftlern zufolge eine neue Ära des „Face-Messaging“ dar.

Zoe: SMS-Vorleserin mit Emotionen (Foto: University of Cambridge)

Die Entwickler werben mit dieser Technologie, Inhalte durch die emotionale Komponente eindeutiger zu machen. „Manche Contents werden durch das visuelle Feedback klarer, aber es öffnet auch neue Möglichkeiten für Missverständnisse“, betont Ernst Buchberger, Experte am Institut für Artificial Intelligence an der Med-Uni Wien.

Als Beispiel dient Sarkasmus. Zum einen sei dieser schwierig von der Technologie erkennbar, weist aber auch kulturspezifische Unterschiede auf. Auch die gänzlich realistische Wiedergabe von Emotionen hinkt noch in speziellen Situationen. „Es wurden aber große Fortschritte erzielt. Die Emotionen sind zwar noch nicht menschlich in dem Sinne, aber meist erkennbar und immer besser umgesetzt“, sagt er.

Ob Zoe die Zukunft der Smartphone-Nutzung abbildet und die verbale Interaktion zwischen Besitzer und Gerät unabwendbar macht, lässt sich laut dem Fachmann nicht generalisieren. „Es gibt viele Menschen wie Computerspezialisten, die sich über solche Technologien freuen, aber man kann nicht sagen, ob das die Zukunft darstellt. Ich kann mir aber vorstellen, dass Zoe vor allem für Menschen mit besonderen Bedürfnissen wie Blinde davon profitieren können“, schildert der Experte.

Für Sehbehinderte gebe es bereits Vorlesesysteme, die jedoch in der Regel relativ monoton seien. „Wenn diese jedoch Emotionen besser und glaubhafter überliefern können, sind sie auf jeden Fall vorteilhaft“, führt Buchberger aus. (pte)

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