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TESTBERICHT: Asus EeePad Transformer Prime

Autor: Erich Roos
24.05.2012

Einleitung

Mit dem EeePad Transformer Prime präsentiert Asus das erste Android-Tablet mit QuadCore-Technik. Die nVidia Tegra 3 Plattform mit integrierter GeForce Grafik bildet die derzeit leistungsfähigste Basis für schnelle Ladezeiten, ruckelfreie Videos und grafikintensive Spiele. Das multitouch-fähige IPS-Display mit 25,7 cm (10,1 Zoll) überzeugt nicht nur durch den großen Blickwinkel von 178 Grad, sondern auch durch satte Farben und hohen Kontrast. Wir testeten das Modell TF201 mit 32 GB Speicher und abnehmbarem Tastaturdock.

Im unserem Test muss das Asus EeePad Transformer Prime zeigen mit welchen Eigenschaften und Leistungen das Android-Tablet aufwarten kann.

Optik und Handhabung

Mit 8,3 Millimeter ist das als Tablet gestaltete Oberteil sehr flach. Auch das leicht keilförmige Tastaturdock im Unibody-Design ist mit maximal 11 Millimeter kaum dicker. Alle Außenseiten zeigen eine elegant wirkende Oberfläche aus anodisiertem und gebürstetem Aluminium, wahlweise in Champagner-Gold oder Amethyst-Grau.

Ober- und Unterteil sind hervorragend verarbeitet, Spaltmaße und Kantengestaltung sind nahezu perfekt. Die Nahtstelle von Tablet und Tastaturdock ist so einwandfrei gefertigt, dass sie beim ersten Aufklappen überhaupt nicht wahrgenommen wird – erst ein Blick in die Anleitung zeigt, wie die beiden Teile getrennt werden können.

Das Scharnier arbeitet spielfrei, aber auch recht stramm – hier verstellt sich nichts von allein, aber zum Aufklappen braucht man beide Hände, damit das Unterteil nicht hochkommt. Nach hinten ist der Öffnungswinkel auf etwa 135 Grad beschränkt.

Das Transformer Prime von vom (Fotos: Asus).

Mit 265 x 188 x 19 Millimeter entspricht das Transformer Prime einem typischen 10 Zoll Netbook. Von 1130 Gramm Gesamtgewicht entfällt gut die Hälfte (580 Gramm) auf das Tablet – das ist nicht mehr als üblich und trotzdem nicht gerade wenig. Insgesamt ist der äußere Eindruck sehr kompakt und hochwertig.

Bedienung

Ausgeliefert wird das Transformer Prime im zusammengesteckten Zustand, es sieht aus und bedient sich wie ein alltägliches Netbook. Vorne angehoben klappt das Panel wie gewöhnlich auf, dabei bockt es das Unterteil ein wenig in die Höhe und bringt die Tastatur so in eine angenehme Schräglage. An den etwas höheren Widerstand beim Aufklappen hat man sich schnell gewöhnt.

Schmale Silhouette, aufgebocktes Unterteil nach dem Aufklappen.

Der winzige Ein-/Aus-Schalter findet sich oben links am Panel – wer das nicht weiß, muss in der Anleitung nachschlagen. Eine Betriebsanzeige in Form einer Leuchte gibt es nicht, stattdessen erscheint in Windeseile der Startbildschirm von Android. Ansonsten finden wir nichts Ungewöhnliches.

Die anthrazitfarbene Tastatur nutzt die verfügbare Breite gut aus und ermöglicht zügiges Schreiben. Die Tasten im Chiclet-Design haben einen sehr leichten aber sauberen Druckpunkt. Der kurze Tastenhub endet leider knapp unterhalb der harten Zwischenstege, was für Schnellschreiberfinger unangenehm ist, zudem können die Tasten auch recht laut werden. Hintergrundbeleuchtet sind die Tasten nicht.

Das Touchpad mit zwei deutlich klickenden Tasten arbeitet zuverlässig, ist aber nicht Multi-Touch-fähig.

Kommunikation

Die Anschlüsse sind an den Außenkanten untergebracht. Am Panel finden wir links einen Slot für microSD-Karten sowie den microHDMI-Anschluss für ein externes Display, rechts eine 3,5 mm Klinkenbuchse für den Kopfhörer. Das Tastaturdock hat links den Anschluss für das Ladegerät, rechts einen Slot für SD-Karten und eine USB 2.0 Buchse.

Anschlüsse rechts und links.

Die beiden Kartenslots sind mit Plastikdummies bestückt, die vor der Benutzung heraus zu nehmen sind. In der USB-Buchse steckt gar ein fummeliger Gummipfropfen – ein billiger Stilbruch, der sicherlich schnell verloren geht. Mehrfach beobachteten wir, dass externe Speichermedien erst nach einem Reboot korrekt erkannt wurden.

Das WLAN-Modul unterstützt die Standards 802.11 b/g/n, seine Performance konnte uns aber nicht überzeugen. Reichweite und Übertragungsraten waren ausgesprochen gering, nur bei kurzer Distanz zum Access Point sahen wir einigermaßen zeitgemäße Datenraten.

Viele Kundenbeschwerden gab es schon zum GPS-Modul: scheinbar schirmt die solide Aluminiumschale das GPS-Signal zu stark ab, weshalb die Ortung erst mit Mobilfunkdaten (A-GPS) funktioniert. Asus bewirbt dieses Feature schon längere Zeit nicht mehr, auch bei unserem Testgerät war die GPS-Funktion kaum aufzuspüren. Inzwischen bietet Asus jedoch eine Nachrüstmöglichkeit an.

Display

Auf den ersten (und auch den zweiten) Blick denkt man beim Transformer Prime nur an ein Netbook, denn weder von außen noch beim Aufklappen ist zu erkennen, dass das Oberteil mit dem Bildschirm und das Tastaturdock zwei unabhängige Komponenten sein könnten. Allerdings ist das Scharnier etwas wuchtiger ausgeführt als gewohnt, und auf der Innenseite findet sich ein kleiner Schieber, der das Oberteil entriegelt. Anschließend kann es einfach abgenommen und wie ein vollwertiges Tablet benutzt werden.

Das Display kann vom Dock getrennt werden (rechtes Foto: Asus).

Das 10 Zoll große Panel mit LED-Beleuchtung, das von Asus als IPS+ bezeichnet wird, ist tatsächlich eine Augenweide. Sofort fällt der typische große Blickwinkel auf, dazu die kräftige aber nicht übertriebene Farbwiedergabe. Die Pixeldichte ist mit 150 dpi höher als beim iPad2 (132 dpi), aber nur halb so groß wie bei den neuen Retina Displays von Apple (322 dpi). Dennoch reicht sie auch für eine scharfe Textdarstellung völlig aus.

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