Test Tablet ASUS EeePad Transformer Prime
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Touchscreen

Der Touchscreen des Transformer Prime lässt sich schnell und zuverlässig bedienen. Auch leichte Berührungen werden sehr gut erkannt. Die Beschichtung des Panels mit Gorilla Glass wirkt sehr widerstandsfähig. Erstaunlicherweise hatten wir diesmal kein Problem mit den leicht anhaftenden Fingerkuppen auf dem glatten Glas. Wie immer war das Panel unseres Testgeräts nach einem Arbeitstag mit unzähligen Fingerspuren übersät, das sieht leider wenig unansehnlich aus.

Blickwinkel-Bild
Überzeugendes Blickwinkelverhalten am Beispiel nVidia Glowball

Der Touchscreen ist Multitouch-fähig und soll bis zu 10 Finger gleichzeitig erkennen können. Sobald man das Tablet vom Dock trennt, werden auch die Lagesensoren aktiviert. Diese reagieren schnell und empfindlich auf jede Drehung, schon eine einzige Runde mit nVidias Glowball kann zur Sucht führen.

Multimedia

Wie viele andere Geräte auch kommt das Transformer Prime mit zwei Kameras. Oberhalb des Panels zeigt eine Webcam mit 1,2 Megapixeln auf den Benutzer, deren Bild für Videotelefonie völlig ausreichend ist. Die zweite Kamera auf der Außenseite des Panels bietet mit 8 Megapixeln mehr Auflösung und Bildqualität, selbst Videos mit 1080p sind möglich. Genauer betrachtet können aber beide Kameras nicht einmal mit sehr preiswerten Kompaktmodellen mithalten.

Position Lautsprecher
Hinter der dezenten Perforation steckt der Lautsprecher im Tablet

Für den Sound ist ein kleiner Mono-Lautsprecher eingebaut, der sich hinter einer dezenten Perforation im Deckel des Tablets verbirgt. Seine Lautstärke ist erstaunlich hoch, doch beim Klangbild setzt die Physik trotz SonicMaster-Technik mit zwölffachem Equalizer, Bassverstärkung und Raumklang einfach Grenzen. Bei etwas gehobeneren Ansprüchen an die Klangqualität hilft nur der Griff zum Verbindungskabel, um den Kopfhörerausgang mit einer Stereoanlage zu verbinden.

Der microHDMI-Anschluss verbindet das Transformer Prime z.B. mit einem TV-Gerät. Das spezielle Adapterkabel ist nicht gerade billig und gehört leider nicht zum Lieferumfang, daher haben wir die Bildqualität per HDMI nicht getestet. Einen VGA-Ausgang gibt es nicht.

Software

Das Transformer Prime kommt als erstes Tablet mit Android ICS in der Version 4.0.3. Fünf Desktopbereiche bieten Platz für Apps. Zwei Bereiche sind ab Werk gänzlich leer, Asus hält sich mit den vorinstallierten Zugaben angenehm zurück. Für die persönliche Konfiguration kann das riesige Softwareangebot des Android Market genutzt werden.

Anders als bei vielen Tablets, die noch mit Gingerbread 2.3 ausgeliefert werden, ist die Gestaltung der Menüs und Apps gut auf den größeren Bildschirm abgestimmt.

Anzeige der Systemdaten (Android 4.0.3)
Anzeige der Systemdaten (Android 4.0.3)

Mit dem vorinstallierten Polaris Office kann man unterwegs auf Texte und Tabellen zugreifen. Einen PDF-Reader gibt es nicht ab Werk, dieser kann jedoch kostenlos aus dem Android Market heruntergeladen werden.

Als schnell und leistungsfähig zeigt sich der Browser, fast fühlt man sich wie auf einem schnellen Notebook. Seitenaufbau, scrollen, zoomen oder Flash-Inhalte – alle Standardfunktionen gehen zügig und ruckelfrei vonstatten.

Performance

Unser Testmuster TF201 ist mit der neuen Tegra 3 Quad Core CPU ausgestattet, deren Arbeitstakt 1,3 GHz beträgt. Der Arbeitsspeicher ist 1 GB groß, zusätzlich sind 32 GB interner Speicher eingebaut. Die integrierte GeForce Grafikeinheit ist jetzt mit zwölf Kernen ausgestattet, damit soll sie etwa fünfmal so schnell sein wie der Vorgänger Tegra 2.

Sehr interessant ist auch das Leistungsmanagement des Tegra 3: wird nur ein einziger Kern gebraucht, kann dieser bis auf 1,4 GHz hochtakten. Ist nur geringe CPU-Leistung gefordert, werden alle vier Kerne schlafen gelegt und ein fünfter Kern (companion core) wird aktiviert, der mit stromsparenden 500 MHz die kleinen Standardaufgaben übernimmt.

Verglichen mit älteren ARM-Plattformen zeigt die neue Generation tatsächlich deutlich mehr Leistung. Bei allen Eingaben und Programmstarts reagiert das Transformer Prime spürbar schneller als man es erwartet, Videos und Präsentationen laufen ruckelfrei. Auch die Grafikleistung ist beeindruckend, wovon man sich anhand der schon erwähnten Glowball Demo sehr anschaulich überzeugen kann. Beinahe noch erstaunlicher ist, dass die Ausdauer unter diesem Leistungsschub nicht gelitten hat.

Laufzeiten

Durch die Teilung in Tablet und Dock kann auch das Gewicht der Akkus aufgeteilt werden, was man anhand der Laufzeiten gut erkennen kann. Das vollgeladene Tablet alleine erreichte im Test bei gemischter Nutzung bereits Laufzeiten von 7 bis 8 Stunden, mit angedockter Tastatur kamen weitere 5 bis 6 Stunden hinzu. Die neuen Stromspartechniken des Tegra 3 hat Asus hier also sehr gut im Griff.

Der Helligkeitsregler sollte für solche Laufzeitrekorde allerdings nicht voll aufgedreht werden, was auch gar nicht nötig ist. Schon eine Einstellung von knapp 20 Prozent reichte für unsere Standardvorgabe 200 cd/m². Die Anzeige von Betriebszeit und Restkapazität empfanden wir als nicht sonderlich genau, was uns aber nicht weiter störte. Gelegentlich beobachteten wir auch die fehlerhafte Anzeige „wird geladen (AC)“, obwohl kein Netzteil angeschlossen war.

Bewertung

Keine Angaben
4

SEHR GUT

Asus EeePad Transformer Prime TF201 32GB

Fazit

Das Transformer Prime hat sich im Test in fast jeder Hinsicht Lorbeeren verdient. Schon beim Auspacken beeindruckt die hochwertige Verarbeitung bei sehr akzeptablem Gesamtgewicht. Sobald die ersten Anwendungen starten, fällt die Leistungsfähigkeit der Tegra 3 CPU ins Auge, die dem Transformer zu deutlich mehr Performance als gewohnt verhilft.

Sehr gut gelungen ist die Trennbarkeit von Panel und Tastaturdock: der eine freut sich über ein Tablet der Spitzenklasse, der andere nutzt ein performantes Netbook. Freude kommt dann spätestens auf, wenn man auf die Uhr schaut: Laufzeiten von 8 bis 14 Stunden bei normal gemischter Nutzung hätte man angesichts des moderaten Gewichts wohl eher nicht erwartet.

Und dann das Panel: IPS-Technik vom feinsten bietet größte Blickwinkel, gute Farbwiedergabe und hohe Kontrastwerte. Damit macht das Transformer Prime überall eine gute Figur, ob als eBook-Reader, Internetbrowser, kleine Schreibmaschine, Videoplayer oder Spielgerät: dieses Gerät nimmt man einfach immer gern zur Hand.

Zu guter Letzt sind dann doch ein paar Abstriche hinzunehmen. Wenig beeindruckend sind die Kameraleistungen, schon ärgerlicher die schwächelnde WLAN-Performance. Schön wäre es, wenn das Tablet spürbar leichter würde. Und auch Kinderkrankheiten wie nicht sofort erkannte SD-Karten können im täglichen Betrieb nerven, vor allem wenn der Ladenpreis dem hohen Qualitätsanspruch entspricht. Doch insgesamt hat Asus hier ein Gerät herausgebracht, dass die Bewertungsskala für die Mitbewerber künftig sehr viel weiter nach oben verschiebt.

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