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TESTBERICHT: Dell XPS 10

Einleitung

Noch ist die Riege der neuen Tablets mit Microsofts Windows RT klein. Dell stellt mit dem XPS 10 sein erstes Tablet für das neue Betriebssystem vor. Die Ausstattung umfasst ein HD-Display hinter Glas sowie zwei Kameras, angetrieben wird es von einer Qualcomm S4 CPU mit 2,2 GHz und 2 GB RAM. Besonders interessant ist das XPS 10 mit dem im Bundle erhältlichen Tastaturdock, das nicht nur für bequemeres Schreiben sorgt, sondern auch externe Schnittstellen und einen Zusatzakku beherbergt. Wir testeten das XPS 10 mit 64 GB Speicher und Tastatur.

Optik und Handhabung

Das nur 9,2 Millimeter flache Tablet zeigt vorne das Display im schwarzen Rahmen komplett hinter Glas, nur durchbrochen für den Windows-Button. Die Rückseite mit dem silbernen Dell-Logo ist in dunklem Anthrazit griffig gummiert. Auf den ersten Blick unterscheidet es sich von einfacheren Mitbewerbern vornehmlich durch einige Aussparungen an der Längsseite, die für die Verbindung mit dem Tastaturdock sorgen. Auch das Gewicht ist mit 640 Gramm nicht ungewöhnlich.

Zusammen mit dem Tastaturdock wächst das Gewicht auf stattliche 1,3 Kilogramm, die Dicke beträgt jetzt 24 Millimeter. Die Tastatur kommt ebenfalls in Anthrazit, die Oberseite mattschwarz lackiert und die Unterseite wieder gummiert. Die Gehäuserahmen von Tablet und Dock setzen silberne Akzente, ebenso die Drehschiene für die Panelaufnahme. Auf- wie zugeklappt wirkt das Design des XPS 10 sehr wertig und elegant.

Die Verarbeitung ist sehr gut, Spaltmaße und Kantengestaltung sind tadellos. Die Nahtstelle von Tablet und Dock ist nicht so schön: in der Schiene des Drehscharniers liegen die Verriegelungen offen, am Tablet kann man die Aussparungen mit kleinen Plastikkappen bei Nichtgebrauch verschließen.

Beim Zusammensetzen wird das querliegende Tablet von oben in das Scharnier eingeführt, bis es klickt. Beim Auseinandernehmen wird erst der silberne Schieber entriegelt und dann das Tablet nach oben abgezogen. Das Scharnier arbeitet recht stramm, zum Aufklappen braucht man beide Hände. Nach hinten ist der Öffnungswinkel auf 135 Grad begrenzt, ganz flach legen kann man das Display nicht. Selbst bei holpriger Fahrt verstellt sich der Winkel nicht von alleine, doch das Panel gerät wegen der Spielräume im Drehscharnier gehörig ins Zittern.

Dell XPS 10 von vom (Fotos: Dell).

Bedienung

Ausgeliefert wird das Dell XPS 10 im zusammengeklappten Zustand, dann kann man es gut für ein eher alltägliches Netbook halten. Beim Aufklappen des Displays wird das Unterteil ein wenig in die Höhe gebockt, dadurch kommt die Tastatur in eine angenehme Schräglage. Der Widerstand beim Aufklappen ist allerdings beachtlich.

Tablet und Tastaturdock lassen sich mit einem Handgriff trennen (Fotos: Dell).

Nach dem Druck auf den Ein-/Aus-Schalter oben rechts am Rand des Panels bootet das XPS 10. Dann lernt man den drehenden Kreis aus Punkten kennen, den man später noch öfter sehen wird.

Die Tastatur nutzt die verfügbare Breite maximal aus. Die leisen Tasten im Chiclet-Design haben einen sauberen Druckpunkt, die Zwischenstege sind tief genug versenkt. Zügiges Schreiben. Ist nach kurzer Gewöhnung sehr gut möglich. Hintergrundbeleuchtet sind die Tasten nicht.

Das sehr gut funktionierende Touchpad ist mit zwei deutlich klickenden Tasten hinterlegt, die nahezu auf der gesamten Fläche benutzt werden können. Das Touchpad kann auch Gesten erkennen.

Kommunikation

Die Anschlüsse sind an den schmalen Außenkanten untergebracht. Am Panel finden wir einen Dell Connector mit 40 Pins, eine microUSB-Buchse, die 3,5 mm Klinkenbuchse für den Kopfhörer und einen Slot für microSD-Karten. Das Tastaturdock beherbergt ebenfalls einen Dell Connector, je eine USB-Buchse rechts und links sowie einen Mini-HDMI-Ausgang.

Anschlüsse rechts und links.

Der Kartenslot ist mit einem schmalen Deckel verschlossen. Dahinter findet sich auch ein Steckplatz für eine micro-SIM Karte (LTE-Option), der aber nicht bestückt ist. Die übrigen Buchsen liegen allesamt offen. Der microUSB-Anschluss des Panels liegt leider im Bereich des Dockscharniers, im zusammengebauten Zustand ist er nicht mehr erreichbar – fürs Laden nicht weiter tragisch, doch schade ist es um die OTG-Funktion mit dem beiliegenden Adapter.

Das WLAN-Modul von Qualcomm unterstützt die Standards 802.11 b/g/n. Trotz hoher Feldstärkeanzeige war die Performance in unserer Testumgebung an einer Fritzbox nur zufriedenstellend, im Vergleich zu zwei Android–Smartphones von Samsung hatte das XPS 10 bei den Übertragungsraten regelmäßig das Nachsehen.

Sehr gut funktionierte das Bluetooth-Modul in Version 4.0, wir probierten es mit einer externen Maus und einem Headset.

Display

Das multitouch-fähige 10,1 Zoll Display des XPS 10 bietet eine Auflösung von 1.366 x 768 Punkten. Die Pixeldichte ist mit 155 dpi nur halb so groß wie bei den Apple Retina Displays (322 dpi), dennoch reicht sie auch für eine scharfe Textdarstellung völlig aus.

Zur Paneltechnologie finden wir bei Dell keine Hinweise, es liegt aber nahe, dass wir hier ein IPS-Panel vor uns haben. Typischerweise ist die Abhängigkeit der Farbwiedergabe vom Blickwinkel horizontal wie vertikal sehr gering.

Stabile Blickwinkel horizontal und vertikal.

Beim Weißbild messen wir eine maximale Helligkeit von 370 cd/m² in der Bildschirmmitte, das reicht in Innenräumen jederzeit, draußen sind die Reserven aber eher klein. Bei der kleinsten Reglerstellung bleiben kümmerliche 19 cd/m² übrig, dazwischen kann die Helligkeit in 11 Schritten mit der Tastatur oder stufenlos mit dem Touchscreen eingestellt werden. Der Schwarzwert reicht von 0,16 bis hinab zu 0,024 cd/m², was dem Panel ein nichtlineares, aber dennoch hervorragendes Kontrastverhältnis zwischen 800 und 2.300:1 beschert. Unsere Referenzhelligkeit von 250 cd/m² wird ungefähr bei der Reglerstellung 70 erreicht.

Helligkeit und Kontrast sind hervorragend.

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