Test Tablet Dell XPS 10
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Touchscreen

Der kapazitive Touchscreen des XPS 10 ist Multitouch-fähig, bis zu 5 Finger werden gleichzeitig erkannt. Der schwarze Rahmen um das Panel ist auffällig breit – vielleicht eine Konzession an die Wischgesten vom Rand bei Windows RT, doch leider wird das Tablet hierdurch ziemlich groß.

Die Glasoberfläche setzt den Fingern erfreulich wenig Gleitwiderstand entgegen, dadurch lässt sich das Tablet leicht und zuverlässig bedienen. Des Öfteren müssen die Berührungen aber ein wenig energischer sein als zum Beispiel auf einem zum Vergleich herangezogenen Nexus-Tablet, für filigranere Oberflächen wünscht man sich bald schon einen Stylus. Auf dem Windows-Desktop arbeitete es sich entschieden treffsicherer mit dem Touchpad des Tastaturdocks.

Multimedia

Zwei Kameras mit 2 bzw. 5 Megapixel Auflösung decken die üblichen Wünsche nach Videotelefonie und einfachen Fotos ab, auch Videos sind möglich. Hohe Ansprüche an die Bildqualität sollte man nicht mitbringen, preiswerte Kompaktkameras liefern vielfach bessere Ergebnisse ab.

Dell Xps10 Tablet Speaker
Schmale Lautsprecherschlitze im Tablet, rechts und links neben dem Dockslot.

Für den Sound sind zwei winzige Lautsprecher eingebaut, die durch schmale Schlitze an der Dockingseite in die Luft strahlen. Vom Klangbild sollte man sich am besten gar nichts versprechen, hohl und dünn wären wohl noch die treffendsten Beschreibungen. Hier hilft nur der Griff zum Audiokabel für den Kopfhörerausgang.

Der microHDMI-Anschluss verbindet das XPS 10 z.B. mit einem TV-Gerät. Das spezielle Adapterkabel lag unserem Testgerät bei, die Bildqualität war in einem kurzen Test überzeugend.

Software

Das XPS 10 gehört zur ersten Generation von Tablets mit Windows RT. Den Microsoft-Standard hat Dell nur um drei Kacheln erweitert: Erste Schritte, Skype und die Dockeinstellungen.

Außerdem ist der herkömmliche Windows-Desktop verfügbar, im Schnellzugriff mit der Tastenkombination Windows-D. Hier wendet sich Dell mit der vorinstallierten Software eindeutig an das Businesspublikum: Word, Excel, Powerpoint und OneNote sind installiert, zusätzlich gibt es einen vorkonfigurierten Satz Treiber für verbreitete Drucker, Mäuse und Monitore.

Dell Xps10 Tablet System
Anzeige der Systemdaten (Windows RT).

Der Windows-Desktop ist nicht nur auf den ersten Blick kaum von einem Windows 8-Desktop zu unterscheiden. Auch Funktionen wie Systemsteuerung, Gerätemanager oder Explorer finden sich an den gewohnten Stellen. Dennoch können gewöhnliche Windowsprogramme auf der ARM-Plattform nicht genutzt werden. Für die persönliche Softwareausstattung kann zudem nur das noch immer sehr eingeschränkte Softwareangebot des Windows-Store genutzt werden.

Die installierte Software arbeitet schnell, auch beim Internet Explorer fühlt man sich wie auf einem schnellen Notebook. Alte Windowserfahrungen werden allerdings auch beim neuen RT wieder wach: drehende Kreise erinnern an die Sanduhr, Systemupdates nerven immer mal wieder beim Rauf- und Runterfahren.

Performance

Als CPU hat der XPS 10 einen Qualcomm S4 Dual Core Prozessor an Bord, der mit 1,5 GHz getaktet ist. Der Arbeitsspeicher ist 2 GB groß, zusätzlich sind 64 GB interner Speicher als Laufwerk eingebaut. Ein Adreno 225 ist für die Grafik zuständig.

Verglichen mit der älteren Intel Atom-Plattform überrascht die ARM-Generation mit ihrer Leistungsfähigkeit. Nach der etwas zähen Bootphase von gut 65 Sekunden reagiert das XPS 10 bei Eingaben und Programmstarts schnell, Videos und Präsentationen laufen auch ohne Quad Core ruckelfrei. Bei Spielen schien uns die ARM-CPU allerdings ziemlich schnell ausgereizt zu sein. Einen aussagefähigen Benchmark für Windows RT gibt es leider noch nicht.

Interessant ist, wie wenig freier Datenspeicher letztlich verbleibt: von den eingebauten 64 GB sind nach der Installation von RT und ein paar kleinen Tools nur noch 42 GB übrig. Bei der preiswerteren 32 GB-Konfiguration bleibt da nicht viel Kapazität übrig, doch den Ausbau auf 64 GB lässt sich Dell mit 100 Euro Aufpreis fürstlich bezahlen.

Dell Xps10 Tablet Kapa
Wenig Laufwerkskapazität nach der Installation.

Laufzeiten

Tablet und Dock enthalten beide einen eigenen Akku. Für das Tablet alleine gibt Dell 8 Stunden Laufzeit an, mit Dock sollen es bis zu 18 Stunden werden. Die voll geladene Kombination erreichte in unserem Test bei gemischter Nutzung und Helligkeitsregler 70 Prozent mehrfach Laufzeiten von über 12 Stunden – ein sehr respektables Ergebnis.

Trotzdem gab uns das weniger Freiheit als gedacht, denn irgendwie klappte das mit dem Energiemanagement nur selten so wie gedacht. Beim Aufklappen am nächsten Morgen strahlte uns gleich der Desktop an, mit Akkufüllung nahe Null. Dieses Phänomen konnten wir bis zum Testende nicht klären, trotz großem Akku blieben wir daher gern in der Nähe der nächsten Steckdose.

Bewertung

Keine Angaben
4.4

SEHR GUT

Dell XPS 10

Diskussion in unserem Forum

Fazit

Wer sein Tablet beruflich nutzen möchte, der wird vom XPS 10 gleich begeistert sein. Und das zu Recht, denn durch den leistungsfähigen Prozessor, das hervorragende Display und die lange Akkulaufzeit erfüllt dieses Tablet gleich drei wesentliche Businesskriterien, bei denen sich viele Mitbewerber hinten anstellen müssen.

Auch bei den übrigen Details hat Dell hier nicht nur einen weiteren RT-Rechner zusammengeschraubt, sondern das Augenmerk auch auf gute Softwareausstattung und ein ordentliches Treiberpaket gelegt. Zusammen mit der soliden Verarbeitung, einem schicken Design und zeitgemäßen Schnittstellen wird hier ein rundum gelungenes Gerät geboten.

Wie immer bleiben ein paar Wermutstropfen, mit denen man leben muss. Ohne das zusätzliche Tastaturdock erschließt sich nur der kleinere Teil der positiven Erfahrungen, nicht zuletzt wegen des gebotenen Laufzeitturbos. Auch sollte man tunlichst die höchste Speicherausrüstung wählen, selbst wenn der geforderte Aufpreis happig ist – der Platzbedarf für RT ist ziemlich groß. Für die verfügbare Software dagegen gilt genau das Gegenteil: zu klein ist das Angebot, zu restriktiv ist die Allmacht des Windows-Store.

Bleibt schließlich noch der Preis, denn als Schnäppchen geht diese Vollausstattung gewiss nicht mehr durch. Wer sich von all dem nicht beirren lässt, der wird sich von seinem XPS 10 nur noch höchst ungern trennen wollen – und das zu Recht.

Grafik

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