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REPORTAGE

TFT-Kauf: Fernabsatzgesetz und Pixelfehlertest

Von Christoph Stangl
06.03.2005, 10:02 Uhr

Wer damit liebäugelt sich einen TFT Monitor anzuschaffen, steht vor der Wahl, das Gerät entweder beim Händler vor Ort zu kaufen oder es per Internet zu bestellen. Beides ist mit Vor- und Nachteilen verbunden.

Der Kauf eines Bildschirms über einen Online-Händler reizt oftmals durch einen günstigen Preis. Haben Sie sich überdies bereits im Vorfeld Ihren Wunsch-TFT herausgesucht und sich eingehend informiert, werden Sie die bequeme Möglichkeit des Bestellens dem klassischen Kauf beim ortsansässigen Händler meistens vorziehen.

Doch gilt es dabei, einige Dinge in Punkto des so genannten Fernabsatzgesetzes zu beachten.

Das Fernabsatzgesetz (FAG) (auch Fernabsatzrecht; seit 2002 eingegliedert im Schuldrechtsmodernisierungsgesetz) regelt zusammenfassend die Rechtsverhältnisse bei sogenannten Fernabsatzverträgen, also z.B. beim Kauf eines TFT über das Internet von einem gewerblichen Verkäufer. Im BGB finden sich die entsprechenden Passagen unter § 312 b, c, d und e. Für den Verbraucher eröffnet es die Möglichkeit, die erworbene Ware innerhalb von 14 Tagen nach Eingang der Lieferung an den Händler zurückzusenden. Sofern bereits eine Zahlung geleistet wurde, muss der Händler den vollen Betrag zurückerstatten, nebst den Rücksendekosten, wenn der Gegenwert der Ware über 40,00 Euro liegt - i. d. R. sind das 7,00 Euro für ein versichertes Postpaket. Die Rücksendung kann ohne Angabe von Gründen erfolgen, weil das Gerät zum Beispiel optisch nicht gefällt, Schlieren sichtbar sind, deutlich störende Pixelfehler auftreten oder die Ausleuchtung schlecht ist. Das Gerät kann somit auch dann zurückgeschickt werden, wenn die Pixelfehlertoleranz der jeweiligen Pixelfehlerklasse nicht überschritten wird. Sollte der Händler nach dem Grund der Rücksendung fragen, antworten Sie lediglich: "Das Gerät hat mir insgesamt nicht gefallen." Detaillierte Angaben müssen Sie nicht machen.

Das Recht auf Rücksendung innerhalb von 14 Tagen steht Ihnen gesetzlich zu. Dennoch sollten Sie vor dem Kauf einen Blick in die AGBs des Händlers werfen. Hier sollten Sie sich insbesondere auf die Passagen zur Warenrücksendung konzentrieren. Macht ein Händler bereits hier Aussagen, dass die Pakete nicht geöffnet werden dürfen oder dass Nutzungsgebühren fällig werden, dann sollten Sie lieber einen anderen Shop wählen, denn in diesem Fall scheint der Ärger bei einer Rücksendung bereits vorprogrammiert. Recht zu haben und Recht zu bekommen sind zwei unterschiedliche Dinge.

Entschließen Sie sich zu einer Rücksendung, ohne dass ein Garantie- oder Gewährleistungsfall vorliegt, sind Sie allerdings nicht ganz aus dem Schneider. So steht es dem Händler frei, dem Kunden eine Wertminderung durch bestimmungsgemäßen Gebrauch in Rechnung zu stellen, da das Gerät für den Händler nicht mehr neu ist. Dies wird auch immer häufiger in der Praxis angewandt. Eine Wertminderung darf prinzipiell nicht angerechnet werden, wenn der Käufer das Gerät nur zu Testzwecken aufgebaut und benutzt hat. In diesem Punkt wird die Sachlage strittig: Wie lange darf ein Gerät in Gebrauch sein, damit man noch von einem kundenseitigen Test sprechen kann? Ein Gerät sollte vom Kunden so überprüft werden können, wie es auch bei einem Händler vor Ort möglich gewesen wäre. Wird das Gerät länger genutzt, muss der Kunde unter Umständen mit Abzügen rechnen. Wie hoch diese genau sein dürfen, ist nicht klar geregelt. Bitte beachten Sie, dass einige Händler zum Teil Nutzungsentgelte von 1 % des Kaufpreises je Tag berechnen. In gewisser Hinsicht vertrauen Sie sich somit der Kulanz des Händlers an.

Zudem müssen für einen Test zwangsweise Plastiktüten und Hüllen geöffnet werden. Sie sollten darauf achten, möglichst wenig zu beschädigen und keine Kratzer zu verursachen. Sollten Sie bereits ein Netzkabel oder VGA-Kabel besitzen, so verwenden Sie besser diese und können so auf das Aufreißen von Tüten verzichten. Bei Verwendung des Handbuchs sollten Sie darauf achten, dass keine Eselsohren oder Verschmutzungen sichtbar sind. Beiliegende Software sollten Sie möglichst nicht installieren, insbesondere dann nicht, wenn die Verpackung der CD-ROM nicht ohne Beschädigung der Verpackung geöffnet werden kann.

Bei einer Rücksendung sollten Sie unbedingt darauf achten, dass keine Zubehörteile fehlen. Am besten fahren Sie, wenn ein Zeuge beim Einpacken zusieht, um zu bestätigen dass alle Zubehörteile dem Paket beiliegen und sich das Gerät in einem einwandfreien Zustand befindet. Kündigen Sie dem Händler den Widerruf und die Rücksendung per E-Mail an und versenden das Paket möglichst noch am selben Tag.

Ein weiterer Pferdefuß kann unter Umständen die Wartezeit auf die Rücküberweisung des Geldes darstellen; manche Shops lassen sich hierfür einige Wochen Zeit. Alternativ können Sie sich auch für eine Ersatzlieferung entscheiden.

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