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REPORTAGE

Lohnt die Reparatur meines TFT-Monitors?

Von Simon Blohm
18.11.2009, 20:17 Uhr

Bei der scheinbar simplen Frage, ob die Reparatur eines TFT-Monitors nach Ablauf jeglicher Garantieansprüche seitens des Herstellers lohnt, oder ob es intelligenter ist, ein Neugerät anzuschaffen und das Altgerät zu entsorgen, gilt es diverse Faktoren bezüglich des Gerätes und des subjektiven Empfindens des Besitzers vorab zu beachten und abzuwägen.

Ursachenforschung

Zuerst gilt es die Ursache für den Defekt eines TFT-Monitors festzustellen oder bei einem Sachverständigen feststellen zu lassen. Oftmals ist ein Kostenvoranschlag für die Reparatur sehr günstig oder sogar völlig kostenlos.

Die häufigsten Fehlerquellen bei TFT-Monitoren: Das "Backlight"

Der Defekt eines TFT-Monitors kann durch verschiedenste Fehlerquellen verursacht werden. Je nach Art des Defektes, dem damit verbundenen Aufwand der Reparatur sowie den benötigten Ersatzteilen, kann beurteilt werden, ob die Reparatur lohnenswert ist oder ob es von Vorteil wäre, ein Neugerät zu erwerben.

Als prozentual häufigster Defekt eines TFT-Monitores gilt der Ausfall der Hintergrundbeleuchtung, dem so genannten "Backlight". Diese Fehlerquelle kann selbst erkannt werden, indem man eine Lichtquelle (zum Beispiel eine Taschenlampe) in Richtung des scheinbar dunklen TFT-Monitores hält und daraufhin das anzuzeigende Bild schwach erkennbar ist. Die Ursache des Defekts liegt in diesem Fall dann eindeutig beim Ausfall des "Backlights", also der verbauten CCFL-Röhre (Kaltlichtkathode). Weitere Symptome, welche den Defekt des "Backlights" anzeigen, sind neben dem dunklen Bildschirm ebenfalls Helligkeitsschwankungen des Bildschirms sowie darüber hinaus ein rötliches, dunkles Bild.

Das "Inverterboard"

Neben dem Defekt einer CCFL-Röhre kann auch das so genannte Inverterboard, welches den Stromfluss zur CCFL-Röhre überwacht, defekt sein. Bei Abweichung des Stromzuflusses zum Sollwert wird der Stromfluss abgeschaltet. Dies äußert sich in sofern, dass nach dem Einschalten des TFT-Monitors zwar kurz ein Bild erscheint, sich der Bildschirm jedoch wenige Sekundenbruchteile später ausschaltet. Wenn derartige Defekte an CCFL-Röhre oder Inverterboard auftreten, lohnt in den meisten Fällen eine Reparatur. Denn diese kostet in der Regel weniger, als der Neupreis und/oder momentane Realwert des Gerätes beträgt. Beispielsweise kostet eine CCFL-Röhre je nach Durchmesser und Bauart etwa 25 Euro, ein gängiges Inverterboard liegt mit etwa 15 bis 20 Euro darunter.


Inverterboard eines TFT-Monitors.

Simple Fehlerquellen, welche gerne übersehen werden

Darüber hinaus muss der Fehler nicht immer am TFT-Display liegen, sondern kann ganz andere, viel simplere Ursachen haben. Nicht selten kommt es vor, dass ein scheinbar defekter Monitor entsorgt wird, obwohl die Fehlerquelle nicht am Monitor direkt liegt, sondern ganz andere Ursachen hat. Beispiele hierfür sind unter anderem defekte HDMI- oder VGA-Kabel sowie ein defekter Netzstecker. Auch ein Defekt am PC selbst, insbesondere ein Defekt der Grafikkarte oder der Grafikkartenschnittstelle sowie der verwendeten Treibersoftware kann Ursache eines scheinbaren Defektes am TFT-Monitor sein. Genanntes Zubehör kann günstig neu erstanden werden und die Funktionsfähigkeit des TFT-Gerätes wiederherstellen.

Pixelfehler jenseits der Garantieansprüche

Weitere "Defekte", welche bei einem TFT-Monitor auftreten können, sind so genannte Pixelfehler. Diese äußern sich in sofern, dass ein oder mehrere Bildpunkte (so genannte Pixel) ständig leuchten oder schwarz sind. Dies fällt je nach Position des Pixelfehlers mehr oder weniger stark auf. Pixelfehler sind mit gewissen Toleranzen bei der Produktion durch den Hersteller gemäß ISO 13406-2 geduldet.

Bei einem TFT-Monitor mit einer Bildschirmauflösung von 1.400 × 1.050 Pixeln dürfen im Auslieferungszustand beispielsweise zwei Pixel ständig leuchten, zwei Pixel ständig schwarz und sieben Subpixel defekt sein. Mit der Zeit häuft sich die Anzahl der Pixelfehler im Bild nicht, man sollte das Display also schon unmittelbar nach dem Kauf auf Fehler dieser Art hin untersuchen. Denn nach Ablauf der Garantieansprüche übernimmt der Hersteller diese Reparatur natürlich nicht und der Kunde muss für die Kosten eines neuen TFT-Panels (Bildschirms) aufkommen.

CCFL-Röhren

In der Praxis lohnt diese Vorgehensweise bei einem TFT-Monitor jedoch nicht, da ein neues TFT-Panel je nach Hersteller und Größe einen stattlichen Preis hat, für welchen man schon fast ein Neugerät erhalten kann, wenn man die Kosten für die Reparatur und den Austausch an sich hinzuzieht. Sollten also nach Ablauf der Garantieansprüche Probleme mit Pixelfehlern auftreten, so ist es ratsam, das alte Gerät zu entsorgen oder sich mit den defekten Bildpunkten abzufinden.

Thermische und physische Schäden am Gerät

Ähnliches gilt hierbei für Schäden jeglicher Art, welche durch thermische oder physische Schäden am TFT-Display verursacht wurden. Beispiele hierfür sind Kratzer, "blinde Stellen" am TFT-Bildschirm oder ähnliches. Einzig und allein beim TFT-Bildschirm eines Notebooks macht es eventuell Sinn, dieses austauschen zu lassen. In der Praxis ist dies jedoch davon abhängig, wie alt das Notebook ist und wie hoch die Anschaffungskosten für ein neuwertiges Gerät mit vergleichbaren Spezifikationen sind. Wenn also beispielsweise ein sechs Jahre altes Notebook aus nicht bekannten Gründen defekt ist, so ist man in der Regel deutlich besser beraten, dieses zu entsorgen und ein ein neues Gerät zu erwerben, da der Kosten-Nutzen-Faktor bei einem solchen Gerät meist nicht zufriedenstellend ist. Sollte jedoch das erst zwei Jahre alte Highend-Designer-Notebook defekt sein, welches beim Neukauf ein kleines Vermögen gekostet hat, so sollte man eine Reparatur in Erwägung ziehen. So sollte man nicht nur bei TFT-Bildschirmen bei Notebooks entscheiden, sondern im Allgemeinen bei TFT-Monitoren.

Der so genannte Kosten-Nutzen-Faktor

Der Kosten-Nutzen-Faktor spielt eine entscheidende Rolle und sollte zuerst durch einen Fachmann geklärt werden. Dieser kann in der Regel schnell und unkompliziert die Ursache des Fehlers erkennen sowie einen Kostenvoranschlag für eine etwaige Reparatur inklusive der benötigten Ersatzteile anfertigen. So kann der Kunde dann von Fall zu Fall entscheiden, ob die Reparatur sinnvoller ist als die Entsorgung des Altgerätes. Eines ist jedoch sicher: Bevor man die Entscheidung trifft, das scheinbar defekte Gerät zu entsorgen, sollte man einen Fachmann aufsuchen und sich beraten lassen, denn oftmals liegt der Fehler an Kleinigkeiten wie beispielweise einem defekten Bauteil, welches schnell und kostengünstig ausgetauscht werden kann.

Ursachenforschung hat hohe Priorität

Kennt man die Ursache des Defektes genau, so ist die weitere Vorgehensweise besser abzuwägen. Pauschal kann die Frage nach einer lohnenswerten Reparatur eines TFT-Monitors wegen der komplexen, feingliedrigen Bauweise der Geräte also nicht beantwortet werden, dies liegt in der Natur der Sache. Wichtig ist nur, die Fehlerquelle ausfindig zu machen und dann abzuwägen, ob sich die Reparatur im Vergleich zur Entsorgung und einem damit verbundenen Neukauf rechnet.

Wo kann ich meinen Monitor reparieren lassen?

Nachfolgend drei Adressen im Internet, die als erste Anlaufstelle dienen könnten. In der Regel gibt es aber sicherlich auch einen Meisterbetrieb in Ihrer Nähe.

Monitorservice Hofmann

Monitor-Werkstatt

Delta-Service & Products

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