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TESTBERICHT: AOC d2757Ph Teil 6


Reaktionsverhalten

Den D2757PH haben wir in nativer Auflösung bei 60 Hz am HDMI-Anschluss vermessen. Der Monitor wurde für die Messung auf die Werkseinstellung zurückgesetzt.

Bildaufbauzeit und Beschleunigungsverhalten

Die Bildaufbauzeit ermitteln wir für den Schwarz-Weiß-Wechsel und den besten Grau-zu-Grau-Wechsel. Zusätzlich nennen wir den Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte.

Das Datenblatt nennt eine Reaktionszeit von 5 Millisekunden. Diese Angabe wird mit „GtG (BW)“ spezifiziert, was wohl Grey-to-grey wie auch Black-White bedeuten soll und somit eigentlich widersprüchlich ist. Bei der Beschleunigung sind die vier Stufen Aus, Schwach, Mittel und Stark wählbar, voreingestellt ist die zweithöchste Stufe Mittel.

In dieser Einstellung messen wir den Schwarz-Weiß-Wechsel mit 10,6 Millisekunden und den schnellsten Grauwechsel mit 8,1 Millisekunden. Der Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte beträgt 10,2 Millisekunden.

Flinke Schaltzeiten mit deutlichen Überschwingern.

Der Helligkeitsverlauf im rechten Chart zeigt den Grauwechsel zwischen 50 und 80 Prozent. Man sieht sofort, dass diese für die IPS-Technik ziemlich flinken Schaltzeiten auch deutliche Überschwinger mit sich bringen. Bei den dunkleren Grauwechseln fallen die Überschwinger noch kräftiger aus, in Bildbereichen mit schnell bewegten Inhalten ist also bereits mit sichtbaren Artefakten zu rechnen.

Kaum kürzere Schaltzeiten, aber noch kräftigere Überschwinger.

Noch viel kräftiger wirkt der Overdrive in der höchsten Overdrive-Einstellung Stark. Mit 7,0 Millisekunden kommt der schnellste gemessene Grauwechsel in die Nähe der Herstellerangabe. Bei den übrigen Schaltzeiten verkürzen sich zwar nur die Anstiegszeiten, das aber ganz erheblich.

Die Auswirkung auf die Überschwinger ist ebenfalls enorm, bei den mittleren und dunkleren Bildwechseln schwingt die Anstiegsflanke auf mehr als das Doppelte der Sollhelligkeit hinauf. Diese Einstellung wendet sich ausschließlich an ambitionierte Gamer, die noch die letzten Zehntel Millisekunden ohne Rücksicht auf Bildartefakte herausholen wollen.

Als Allroundeinstellung für Videos, aber auch für Office- und Internetanwendungen empfehlen wir lieber die viel neutralere Einstellung Schwach, die hinreichend schnelle Schaltzeiten bei nur geringen Überschwingern bietet.

Latenzzeit

Die Latenz ist ein wichtiger Wert für Spieler, wir ermitteln sie als Summe der Signalverzögerungszeit und der halben mittleren Bildwechselzeit. Der D2757PH zeigt mit gemessenen 2,3 Millisekunden eine sehr kurze Signalverzögerung. Die halbe mittlere Bildwechselzeit fällt mit nur 3,9 Millisekunden (Strong) ebenfalls sehr kurz aus, in der Summe ergibt sich mit nur 6,2 Millisekunden eine sehr kurze mittlere Gesamtlatenz. Für ambitionierte Gamer ist das ein sehr gutes Ergebnis.

Backlight

Die Hintergrundbeleuchtung des D2757PH arbeitet mit White LED, für die Helligkeitsregelung wird die verbreitete PWM-Technik eingesetzt.

Bei voll aufgedrehtem Helligkeitsregler leuchtet das Backlight kontinuierlich. Nach der Abregelung auf 140 cd/m² am Arbeitsplatz (gelbe Kurve) zeigt das Chart die PWM-typische Taktung, wir messen die Schaltfrequenz mit 250 Hz und die Tastrate mit 60 Prozent. Beide Werte sind noch nicht besonders hoch, die Kombination ist aber doch schon so günstig, dass nur Betrachter mit hoher Empfindlichkeit ein Backlight-Flimmern bemerken werden.

LED-Backlight mit PWM-Steuerung.

Subjektive Beurteilung

Im Praxistest soll die Overdrive-Funktion nun zeigen, dass sie bei schnellen Bewegungen die Reaktionsgeschwindigkeit erhöht und damit Unschärfe vorbeugt. Wie bereits erwähnt bietet das OSD 4 Einstellungsmöglichkeiten. Schwach, Mittel, Stark und Aus. Mit steigender Stufe werden bewegte Objekte schärfer nachgezeichnet, allerdings treten hierbei zunehmend Ghosting-Effekte und Flimmern auf.

Mit der Overdrive-Funktion konnte bei Fließtexten geringe Verbesserungen entdeckt werden. Schriften wurden marginal besser lesbar, da mit zunehmender Stufe auch die Schriften nachgezeichnet wurden. Bei der Einstellung Stark ziehen Figuren Schatten hinter sich her. Betrachten wir die Overdrive-Funktion aus der Sicht von Gelegenheitsspielern. Vorteile sind kaum erkennbar. Das Spielgeschehen wird von flimmernden Texturen dominiert. Für jene sei empfohlen auf die Overdrive-Funktion zu verzichten.

Betrachten wir nun einmal das kompetitive Spielfeld und widmen uns besonders schnellen Spielen wie Call of Duty: Black Ops II. Nach einiger Zeit tritt ein Gewöhnungseffekt ein, dennoch bleibt das Flimmern grundlegend wahrnehmbar. Dafür erhalten wir einen Spielraum von einigen Millisekunden. Dieser Effekt lässt sich sichtbarer gestalten, wenn wir eine Sequenz auf zwei Monitoren gleichzeitig abspielen. Bei Szenenwechsel wird die neue Szene für einen winzigen Bruchteil früher auf dem Bildschirm angezeigt. Der Verzicht auf die Bildqualität kann sich lohnen.

In mittelschnellen Spielen wie League of Legends oder Strategiespielen verkürzt sich ebenfalls die Zeit zwischen Klick und sichtbarer Aktion marginal. Allerdings werden diese minimalen Vorteile mit großflächigem Flimmern der Bodentexturen begleitet. Hardcore-Gamer werden sich davon nicht abschrecken lassen. Dennoch sei gesagt, dass es AOC hier gelungen ist, mit den verschiedenen Einstellungen einen Spagat zwischen Quality und Performance hinzulegen.

In Filmen kann jedoch getrost auf die Overdrive-Funktion verzichtet werden. Das unerlässliche Flimmern stört bereits ab einer Einstellung von mittel. Besonders Gesichter werden unschön geschärft, so dass Hautpartien unnatürlich glitzern. Hier gilt die Empfehlung: Schwach oder Aus.

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4 Kommentare vorhanden


Perhaps it would be a good idea to state the differences between the three 27' aoc monitors (i2757fm, i2757Fh and d2757ph) Are they using the same panels?
Diesen Monitor habe ich wieder an den Händler zurückgeschickt, da ich mit dem AOC gewisse Probleme hatte.


Negativ:

1)
Die sichtbaren Zeilen waren bei meinem Sitzabstand von ca. 60cm nach kurzer Zeit unerträglich, da sich ein "Jalousieeffekt" eingestellt hatte, wobei jede zweite Zeile dunkel erschien.

2)
Es gibt schlichtweg keinerlei Möglichkeit über die HDMI-Ports das Seitenverhältnis einzustellen - das Bild wurde stets in die Breite gezogen.

3)
Das Display spiegelt leider zu deutlich, weshalb eine möglichst dunkle Tischauflage vor den Monitor gelegt werden sollte, um das Spiegeln weitgehend zu unterbinden.


Positiv:

1)
Das 3D-Bild ist wahrlich ausgezeichnet, wobei das Gerät ganz nach hinten gekippt werden muss, um in den 3D-Sehgenuss zu gelangen.
Wieso gibt es in dem ganzen Testbericht keine Seite mit kompletten Technischen Daten?

Ich kann nach einiger Zeitverschwendung die maximale Refresh Rate fuer den Monitor nirgendwo finden.

Die Entscheidet fuer mich ob ich den Rest des Tests ueberhaupt lesen muss.
Im Dropdownmenü Bildaufbauzeit auswählen, wie schwer kann das sein?

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