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REPORTAGE

HbbTV: Wegbereiter des Hybrid-Fernsehens

Von Christoph Schön
09.12.2011

In Fachkreisen heißt es Hybrid-TV, in Herstellerkreisen nennt man es schlicht und einfach Smart TV. Seit wenigen Jahren ist der Mix aus TV- und Internetangebot ein immer populärer werdendes Thema – war es doch zuletzt das Top-Thema auf der IFA 2011 in Berlin. Es lassen sich einige Parallelen zu den Anfängen der Smartphones finden. Das klassische Mobilfunktelefon fusionierte mit den Weiten des mobilen Internets. Der Mobilfunkmarkt erlebte dadurch eine regelrechte Renaissance. Eine ähnliche Zuversicht gibt es beim hybriden Fernsehen.

Doch was hat Hybrid-TV mit HbbTV zu tun? Welche Modelle unterstützen dies? Lesen Sie mehr dazu.

Internet plus Fernsehen gleich Hybrid-TV

Das hybride Fernsehen kombiniert das eingehende TV-Signal mit dem Internet. Beides kann separat voneinander aufgerufen werden. Als Betriebssystem der Set-Top-Box oder des Fernsehers dient häufig Unix, Linux und Android.

HbbTV-Standard ergänzt das Hybrid-Fernsehen

Die Abkürzung HbbTV steht für den branchenweiten Standard "Hybrid broadcast broadband Television" (deutsch "kombiniertes Fernsehen per Rundfunk und Internet") und ist ebenso als Weiterentwicklung des klassischen Videotextes zu verstehen. In der Theorie werden dem Nutzer in intelligenter Weise Informationen zugespielt oder auf Abruf zur Verfügung gestellt.

Das Logo ist mit vier farbigen Punkten gekennzeichnet. Die Farbe Rot steht für HbbTV, Grün für die Programmübersicht, Gelb für die Mediathek und Blau für den Videotext.

Doch in der Praxis liegen viele Hindernisse im Weg. Der HbbTV-Standard legt keine gemeinsamen Serviceangebote fest. Gerade auf diversen HbbTV-fähigen Receivern ist die Darstellung von Videotext-Seiten und Mediatheken der privaten Sender nicht immer gewährleistet. Einzig und allein bei den öffentlich-rechtlichen Sendern ist dies garantiert.

Zudem weichen einige Hersteller von dem Standard ab. Zum Beispiel betreiben Panasonic mit VieraCast, Sony mit Internet TV, LG mit Web TV und Samsung mit Smart TV ihr eigenes Web-Portal. Laut Angaben des öffentlichen-rechtlichen Rundfunks ist die Verfügbarkeit der HbbTV-Angebote auf diesen Geräten nur eingeschränkt möglich.

Samsung Smart Hub Präsentation (YouTube Video)

Um die Entwicklung des HbbTV-Standards anzukurbeln, gründeten Philips, Sharp und Loewe eine Allianz. Später ergänzte LG das Trio. Die Smart-TV-Allianz verfolgt das Ziel, die Generierung von Internet-basierten Diensten auf dem hybriden Fernseher oder Smart-TV zu erleichtern. Deshalb setzt man auf offene Standards wie HTML5, CE-HTML und HbbTV.

Was benötige ich für HbbTV?

Zunächst ist für die Nutzung von HbbTV ein digitaler Satelliten- (DVB-S) oder ein digitaler Kabelempfang (DVB-C) nötig. Via Antenne (DVB-T) wird HbbTV noch nicht gesendet.

Weiterhin ist für die Verwendung ein hybrider Fernseher oder eine Set-Top-Box notwendig. Beide Varianten verfügen über eine Internetschnittstelle, die das Fernsehen mit dem Internet verschmilzt. Somit sind Fernsehen und Internet gleichzeitig benutzbar. Das eine schließt das andere nicht mehr aus.

Natürlich spielt beim Internetfernsehen der Breitbandanschluss eine entscheidende Rolle. Laut des öffentlichen-rechtlichen Rundfunks ist ein DSL 6000-Internetanschluss für den uneingeschränkten, reibungslosen Gebrauch zu empfehlen.

Neuer Videotext bietet mehr Infos

Diese Informationen, wie zum Beispiel eine Programmvorschau, werden über den neuen Videotext, der den Klassischen ersetzt, in hoher Auflösung zur Verfügung gestellt. Vor allem Bilder und Videos bringen den Videotext auf den neuesten Stand unseres multimedialen Zeitalters.

Die Mediatheken der öffentlich-rechtlichen (ARD, ZDF, arte) sowie der privaten Sender stehen auf Knopfdruck zur Verfügung. Laut aktuellen Angaben des deutschen Rundfunks wird das öffentlich-rechtliche Programmangebot derzeit sieben Tage online zur Verfügung gestellt. Die Privaten geben meistens nur Eigenproduktionen für lau zum kostenlosen Download frei.

HbbTV Präsentation der ARD (YouTube Video)

Auch via Online-Videotheken wird es möglich sein (Maxdome, Videoload), gewünschte Inhalte für wenig Geld per Knopfdruck abzurufen.

Abseits von HbbTV– Online-Plattformen für jeden Geschmack

Statt des herkömmlichen Videotextes, taucht ein gestochen scharfes App-Menü auf, das verschiedenste Anwendungen und Dienste zur Auswahl stellt. Somit ist auch der Zugriff auf öffentliche Mediatheken, hochauflösenden Kinotrailer, soziale Netzwerke wie Facebook, Videoportale wie Youtube, Musikportale wie Napster und auf vieles mehr garantiert.

Toshiba bietet webbasierte Inhalte und Dienste auf Toshiba Places an. Die Toshiba-ID soll zudem einen nahtlosen Zugriff von verschiedenen Geräten aus ermöglichen. Partner von Toshiba Places in Deutschland sind zum Beispiel Facebook, Dailymotion, Flickr und Youtube Xl.

Der integrierte Web-Browser öffnet mit Hilfe des Standards CE-HTML die Tore ins World Wide Web. (Bild: Philips)

Bei Loewe hat man die hauseigene Online-Plattform MediaNet entwickelt. Hier wird der klassische Zugriff auf ARD und ZDF, das Pflegen sozialer Kontakte über Facebook sowie Twitter oder VideoOnDemand-Dienste wie Maxdome angeboten.

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