3D-TV-Prognose: Briten nicht dauerhaft zu begeistern

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Unzählige 3D-Fernseher haben seit Jahresbeginn die Produktionshallen der TV-Hersteller verlassen. Laut einer Prognose des Marktforschers Informa Telecoms & Media (IT & M) scheint es jedoch, als sei die Mehrheit der britischen Konsumenten nicht allzu überzeugt von der neuen Technologie – nicht einmal jeder Zweite, der die Möglichkeit dazu hat, wird sich 3D-Inhalte auf dem Fernseher anschauen, so die Kernaussage.

Nachlassende Euphorie: Wird die 3D-Kiste tatsächlich vom Publikum aufgebockt? (Foto: BBC)

2016, davon geht das Londoner Marktforschungsunternehmen aus, soll es in Großbritannien knapp elf Millionen 3D-fähige TV-Geräte geben, etwa eines in jedem dritten Haushalt. Allerdings werden voraussichtlich nur 42 Prozent davon regelmäßig dafür genutzt, in dreidimensionale Welten einzutauchen, und sei es nur das TV-Programm.

2010, im Jahr des 3D-Hypes, der allzu schnell einer Ernüchterung wich, hatte IT & M 125.000 neu angeschaffte 3D-TVs gezählt, von denen nahezu 90 Prozent aktiv genutzt worden sein sollen. Eine solch hohe Adaptionsrate hatte vor allem bei Sendern wie BSkyB den Glauben an das Zukunftspotenzial der Technologie gestärkt und zudem hohe Erwartungen an eine schnelle Marktdurchdringung geweckt.

Bis zum März 2011 hatte der Satellitenanbieter nach eigenen Angaben mehr als 100 Sportveranstaltungen gezeigt, darunter Champions-League-Begegnungen, aber auch die beliebten Dart-Turniere. Auch ein David-Attenborough-Film und das Finale eines Talentwettbewerbs waren in 3D gelaufen. Mit diesem Programmaufgebot liegt BSkyB, die im Oktober 2010 den ersten 3D-Kanal einführten, weit vor allen anderen Konkurrenten.

3D-TV hat großen Rückhalt bei Majors wie Sky, Virgin und, in jüngster Zeit, der BBC, sagte der IT & M-Analytiker Adam Thomas. Ungeachtet dessen sei die öffentliche Reaktion bestenfalls gemischt – zum einen, weil es immer noch Inhalte fehlten, andererseits, weil man es trotz aller Bemühungen nicht geschafft habe, Augen und Herzen des TV-Publikums für 3D zu entfachen. Anstelle eines Alleinstellungsmerkmals werde die Technologie als HD-Nachfolger dargestellt, als eines von vielen Features wie Internetfähigkeit und LED-Backlight, so der Experte.

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