Alle Bücher Norwegens bald online

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Freunde der norwegischen Literatur ersparen sich bald die Reise oder den Weg in die Fachbuchhandlung: Alle der über 250.000 Bücher, die in dem skandinavischen Land im 20. Jahrhundert erschienen sind, werden binnen der nächsten fünf Jahren digitalisiert, für das Internet aufbereitet und dort auch veröffentlicht. Der Zugriff über die Werke ist über das Portal Bokhylla.no zumindest mit norwegischer IP-Adresse kostenlos möglich, wobei auch ein kurzer Test auch mit deutscher IP-Adresse erfolgreich verlief.

Bücher: In Norwegen komplett online abrufbar (Foto: Flickr/McGee)

„Mit dem deutschen Urheberrecht wäre dieser Schritt nicht vereinbar“, betont Stefan Jockel, Sprecher der deutschen Nationalbibliothek. Deshalb digitalisiert die Nationalbibliothek hierzulande nur jene Bücher, die Beschädigungen aufweisen. Das Lesen ist jedoch nur für Besucher vor Ort im Lesesaal möglich: Die meisten Werke sind geschützt, da einer der beteiligten Autoren oder Grafiker noch lebt.

In Norwegen hat man dieses Problem gelöst, sodass auch viele urheberrechtlich geschützte Werke bereitgestellt werden. Bei diesen ist allerdings nur das Ansehen aktiviert, nicht jedoch das Herunterladen oder der Ausdruck. Für geschützte Werke werden Autoren und Verleger vergütet, wobei die Autoren die Veröffentlichung auch untersagen können. „Alle Autoren haben auf diese Weise Einkünfte, das Wichtigste ist jedoch, dass norwegische Bücher digital verfügbar werden“, sagt Trond Andreassen, Generalsekretär des Autorenverbandes.

Ein Abkommen von drei Akteuren – Nationalbibliothek, Verleger- und Autorenverband – bildet die Grundlage für die Digitalisierung. Auf ihrem 2009 gegründeten Bücherportal Bokhylla.no haben sie schon bisher 50.000 Werke der 1990er-Jahre aller Jahrhunderte seit 1690 veröffentlicht. Nun folgt bis 2017 eine Ergänzung um 250.000 Bücher der Jahre 1900 bis 2000, wobei schon im Herbst ein erstes Paket mit 60.000 Büchern verfügbar sein soll.

Norwegen besitzt damit ein Gegenmodell zu jener Buchdigitalisierung, die Google bereits seit 2004 betreibt. Auch auf die E-Book-Welle dürfte das Projekt erheblichen Einfluss im Land haben – sind doch künftig auch jene Bücher auf Tablets und E-Readern verfügbar, die zuvor nicht in elektronischer Form veröffentlicht wurden. (pressetext)

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