Apple will mit Hulu Markt aufmischen

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Die US-Online-Videoplattform Hulu ist ab sofort auch auf Apple TV vertreten. Die Applikation wurde von Apple ohne große Ankündigung zum Angebot hinzugefügt. Die Inhalte können laut ersten Berichten auf der ganzen Welt empfangen werden und werden in Europa nicht geblockt. Das könnte in Deutschland zu einem weiteren Streit zwischen privaten TV-Sendern und Regulierungsbehörden auslösen.

Apple TV: aktuelle US-Serien auch in Deutschland (Foto: flickr.com/applereview)

Für rund acht Dollar können sich Besitzer von Apple-TV-Geräten aktuelle Serien und Filme in HD-Qualität ansehen. Das von Apple-CEO Tim Cook als „Hobby“ bezeichnete TV-Projekt wird mit dem neuen Angebot eine größere Rolle im weltweiten Fernsehmarkt spielen. Vergangenes Jahr wurden laut offiziellen Angaben 1,3 Mio. Geräte verkauft.

„Apple hat die Anzahl von TV-Kanälen absichtlich gering gehalten, weil man sich auf iTunes und Netflix fokussiert hat“, sagt Avi Greengart von Current Analysis. Experten zufolge könnte Hulu die Verkaufszahlen der digitalen TV-Schnittstelle in die Höhe treiben. Ob Nutzer außerhalb der USA tatsächlich uneingeschränkten Zugang zu den Inhalten haben, ist noch unklar. Momentan wird jedenfalls ein amerikanisches iTunes-Konto benötigt.

Private Fernsehsender in Deutschland planen schon seit längerem eine gemeinsame Online-Videoplattform. RTL und ProsiebenSat1 sind im vergangenen Jahr beim Bundeskartellamt aber abgeblitzt. „Die Gründung würde das marktbeherrschende Duopol der beiden Sendergruppen auf dem Markt der Fernsehwerbung weiter verstärken“, steht im Beschluss. RTL hat die Entscheidung scharf kritisiert und kündigte an, gerichtlich dagegen vorzugehen.

Die Sender seien nicht dazu bereit gewesen „die geplante Plattform zu öffnen“, verlautbarte das Kartellamt. Da das Online-Portal eine Beschränkung des Zugangs auf Fernsehsender und einschenkende Vorgaben zu Verfügbarkeitsdauer und Qualität der Angebote vorsah, hätte es nach Auffassung der Regulierungsbehörde den Effekt, bestehende Verhältnisse zu konservieren. Ob die deutsche Alternative zu Hulu auf den Markt kommt, ist also noch nicht klar und wird noch von den Gerichten entschieden.

„In der Regel sind Entscheidungen des Kartellamtes wasserdicht und werden auch von den Landesgerichten umgesetzt, obwohl sie sich nicht daran halten müssen. Es kommt sehr selten vor, dass eine Entscheidung gestürzt wird. Zudem muss man zwischen Video-Plattformen von öffentlich-rechtlichen und privaten Medien unterscheiden“, sagt Henrik Zörner vom Deutschen Journalisten-Verband.

Ob die deutschen Privatsender doch noch ein eigenes Portal präsentieren, ist unklar. In der Schweiz gibt es schon einen Anbieter, der kostenlos Programme aus dem deutschsprachigen Raum überträgt, darunter auch Pro7 und RTL. Das Portal Zattoo erfreut sich auch in Deutschland großer Beliebtheit – rund drei Mio. Nutzer aus Deutschland sollen sich laut den Angaben des Züricher-Unternehmens bereits registriert haben. (pressetext)

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