Bald keine subventionierten Mobiltelefone mehr?

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Zwei der größten europäischen Telkos, Vodafone und Telefonica, haben die Subventionierung von Mobiltelefonen eingestellt, wie das Wall Street Journal berichtet. Aufgrund sinkender Gewinne durch gesetzliche Roaming-Vorgaben, Internet-Alternativen zu praktisch allen Dienstleistungen und die starke Konkurrenz wird die Praxis, Neukunden durch verbilligte Mobiltelefone zu ködern, zunehmend weniger profitabel. Beide spanischen Anbieter haben zwar Kunden verloren, trotzdem gibt es schon Firmen in anderen europäischen Ländern, die das Modell kopieren.

Smartphones: Telkos wollen nicht mehr zahlen (Foto: pixelio.de, F. Gopp)

Im vergangenen Jahr haben europäische Provider ihre Ausgaben für Mobiltelefone im Vergleich zu 2010 mit 13 Mrd. Euro mehr als verdoppelt. Der Telekom-Italia-Chef Franco Bernabe gab bei einer Konferenz offen zu, dass es in der Branche Zweifel am Sinn der hohen Subventionen gibt. Mit den Zuschüssen für Smartphones ködern die Netzbetreiber bislang neue Kunden, die sich im Gegenzug langfristig an die Unternehmern binden. Die Einnahmen werden so über die Kommunikationsdienstleistungen generiert. Sinken diese Einnahmen, steigt der Druck, auf ein neues Modell umzusatteln.

Die Alternative für Netzbetreiber ist, Telefone nur noch zum Vollpreis anzubieten. So sparen sie sich riesige Summen für Zuschüsse und können Kunden mit billigeren Tarifen locken. Das senkt bei Kunden zwar die Hemmschwelle für einen Providerwechsel, zieht aber auch neue Kunden an. Für die Telefonhersteller bedeutet eine Kürzung der Subventionen ebenfalls einen Einschnitt. Laut einer Schätzung des Finanzdienstleisters CLSA waren Mobilfunk-Zuschüsse im vergangenen Jahr für 42 Prozent von Apples Umsätzen verantwortlich. Allerdings ist der Boom der Smartphones momentan spektakulär.

In Spanien haben Telefonica und Vodafone die Einstellung der Subventionen mit Kundenabwanderungen bezahlt. 170.000 beziehungsweise 90.000 Kunden sind abgewandert. Gleichzeitig hat die Telefon subventionierende France Telecom, in Spanien als Orange tätig, 90.000 Kunden dazugewonnen.

Selbst wenn das Experiment in Spanien schief geht, müssen die europäischen Betreiber einen Weg finden, ihr Geschäft anzukurbeln. Haben Telefonica und Vodafone Erfolg, wird die Ära der billigen Mobiltelefone in Europa bald zu Ende sein. In den USA steigt der Druck auf die Betreiber ebenfalls. AT&T hat erst vor kurzem die Zeitspanne, ab der ein Kunde Anspruch auf ein neues Telefon hat, verlängert, um die Subventionszahlungen zu senken. (pressetext)

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