Laser TV: Laserstrahlen können das Fernsehen revolutionieren

  • In vielen Internet-Technik-Portalen, Blog's oder auch in zahlreichen Forenbeiträgen stößt man in letzter Zeit immer öfter über viele Artikel zum Thema Laser-TV; was wie eine futuristische Technologie aus einem Science-Fiction Roman anmutet, ist tatsächlich eine Neuentwicklung im Bereich Unterhaltungselektronik. Laser-TV-Geräte sollen für bessere Bildqualität sorgen, langlebiger, energiesparender, effizienter sein – die Liste der Präferenzen könnte man ruhig weiter fortsetzen.


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  • Also für mich sind Laser-TVs nicht der Heilsbringer, wie sie oft dargestellt werden. Technisch hat man viel von den alten Rückprojektions-TVs abgeguckt, nur Laser statt Lampe eingesetzt. Das bedeutet aber auch, dass die Laser-TV einige der Schwächen von Rückpros haben dürften. An erster Stelle sei da die problematische Geometrie des Bildes zu nennen unter der auch die Rückpros öfter gelitten haben. Der eingeschränkte Blickwinkel war ein anderes Thema, keine Ahnung ob sich das durch Lasereinsatz ändert. Die Wellenlängenumwandelung des Laserlichts mit Chemikalien ähnelt dem Prinzip bei Plasma-TVs. Hier kann es also zu ähnlichen Problemen, wie Phosphor-Lags kommen. Außerdem ist zu hoffen, dass die DLP-Schaltgeschwindigkeit hoch genug ist, um Regenbogeneffekte, wie sie bei einigen DLP-Beamern zu beobachten sind, nicht vorkommen werden.


    Ich persönlich finde die SED Technologie bislang reizvoller:
    - ebenfalls geringerer Stromverbrauch als LCD/Plasma, auch weniger als CRT
    - perfekte Geometrie wie LCD/Plasma
    - Reaktionszeiten = null wie Laser-TV/CRT
    - noch kompakter baubar als LCD/Plasma
    - extrem hoher Kontrast ähnlich wie bei Laser-TV
    - perfektes Schwarz besser als bei allen anderen Technologien


    Wenn nur die Patentstreitigkeiten nicht wären, die die Entwicklung aktuell auf Eis legen... :(
    Außerdem gibt es ja auch noch OLED im Bunde der Neuentwicklungen. Also bleibt abzuwarten, was sich letztendlich durchsetzt oder ob es wieder eine Coexistenz mehrerer Technologien ergibt, wie es aktuell ist.

  • Wenn das Bild durch die Spiegel wirklich zeilenweise aufgebaut wird wie beim CRT (laut Bericht), sollte ein Laser-TV-Gerät eigentlich keine Bewegungsunschärfe mehr kennen... Das wär wohl einer der größten Vorteile und würde den Einsatz von Interpolationstechniken (24p->60/100Hz) und den damit verbundenen, grausamen Soap-Effekt überflüssig machen (nein, das leichte Ruckeln bei Schwenks stört mich keineswegs).
    Dann bräuchte man nur mehr entsprechende Bildschirme für den PC... Da sollte die Geometrie dann aber perfekt sein...

  • Die technischen Daten scheinen ja mal nicht schlecht und dass es bald losgehen soll (Ende Jahr?) ist auch interessant, das wird den Markt wieder etwas beleben.


    Nur irgendwie habe ich auch noch etwas bedenken: Laserstrahlen sind ja je nach Lichtstärke nicht so sonderlich gesund?!?


    Wenn ich die Rückprojektionstechnologie richtig verstanden habe sind diese Strahlen ja direkt in Richtung des Betrachters (Auge) gerichtet. Muss man dann beim fernsehen eine Schutzbrille tragen?!?


    Ich bin grundsätzlich sehr interessiert an neuen Entwicklungen, aber die Ergonomie/Gesundheit sollte nicht auf dem Spiel stehen! Da war ich mit der Entwicklung weg von der Röhre hin zum TFT sehr zufrieden, ich hoffe das wird diesbezüglich nicht wieder ein Rückschritt?


    Vielleicht weiss ja jemand mehr dazu, würde mich sehr interessieren, denn bisher bin ich noch nirgends auf solche Informationen darüber gestossen.


    Nach wie vor interessiert mich die OLED-Technologie aber absolut am meisten, vorallem im für mich wichtigeren Bereich der PC-Bildschirme. Hoffe dass hier in nächster Zeit einiges geht und bald die ersten (grossen,ab 24") Geräte zu vertretbaren Preisen erhältlich sein werden!


    Gruss aus der Schweiz


    CH-PhiL

  • Bis die OLEDs bei PC-Monitoren oder TVs wirklich sinnvoll eingesetzt werden kann, wird aber wohl noch eine gewisse Zeit verstreichen, denn bislang haben die Dinger ja nur eine Lebensdauer von etwa 3000 Betriebsstunden. Das ist im Vergleich zu Plasma (60000 bis 100000h) oder auch LCD einfach nur lächerlich. Daher gibt es OLED bisher auch nur z.B. in Handys, die eh häufig neu gekauft werden, im Einsatz.

  • Zitat

    Original von CH-PhiL
    Nur irgendwie habe ich auch noch etwas bedenken: Laserstrahlen sind ja je nach Lichtstärke nicht so sonderlich gesund?!?


    Wenn ich die Rückprojektionstechnologie richtig verstanden habe sind diese Strahlen ja direkt in Richtung des Betrachters (Auge) gerichtet. Muss man dann beim fernsehen eine Schutzbrille tragen?!?


    Ich bin grundsätzlich sehr interessiert an neuen Entwicklungen, aber die Ergonomie/Gesundheit sollte nicht auf dem Spiel stehen! Da war ich mit der Entwicklung weg von der Röhre hin zum TFT sehr zufrieden, ich hoffe das wird diesbezüglich nicht wieder ein Rückschritt?


    Wenn du dir das Lasermodul direkt vor die Augen halten würdest, dann sind deine Bedenken gerechtfertigt.
    Ansonsten wird das Licht ja an der Mattscheibe gebrochen. Am Auge kommt nichts mehr an was mit Laser zu tun hat.


    Zudem gibt es noch mehr Ansätze LaserTV zu bauen. Die DLP ist die bekannteste, aber vor auch die 3LCD Technik profitiert von den neuen Lasermodulen.


    November diesen Jahres sollen die LaserVUE Modelle von Mitsubishi auf den Markt kommen. Zumindest in den USA. Da bin ich persönlich gespannt.


    In Sachen Farben und Kontrast kann auf jedenfall garantiert 100% jeder Plasma oder LCD einpacken.

  • Naja...die alte grob Variante von LaserTV mit Festkörper Lasern die insgesamt 300000DM gekostet haben, sah wohl schon sehr sehr genial aus.


    Von Daher hab ich da keine so große Angst. Ich bin auf diesem Gebiet auch studiert, deswegen erlaube ich mir eine Wertung abzugeben. ;)

  • Da habt ihr ganzschön was durcheinandergeschmissen. Erstmal Laser als normale Lichtquelle in z.B. DLP-Projektoren und dann Laser zum direkten zeilenweisen Bildaufbau. Nur letzterer hat Eigenschaften wie Schärfe auf allen Ebenen, erstere haben alle Nachteile ihrer eigentlichen Projektionstechnologie geerbt, nur mit dem Vorteil des größeren Farbraums.


    Zweitens der Farbraum und Farbnuancen werden nicht durch die Kristalle bestimmt, die erzeugen nur die Grundfarben. Da diese aber lasertypisch schmalbandiges Licht sind, wirken sie satter und wandern im CIE-Diagramm als Eckpunkte des darstellbaren Farbraums weit nach außen. Der Farbraum wird also größer. Was für Nuancen darstellbar sind, bestimmt alleine die Farbtiefe, mit der die Elektronik arbeiter, also z.B. 24Bit.

  • Zitat

    Original von 12die4 Die Wellenlängenumwandelung des Laserlichts mit Chemikalien ähnelt dem Prinzip bei Plasma-TVs. Hier kann es also zu ähnlichen Problemen, wie Phosphor-Lags kommen.


    Soweit ich weiß funktionieren die Kristalle zur Wellenlängenumwandlung auf einem physikalischen Prinzip, es solle also keine Nachleuchteffekte geben.

  • Zitat

    Originally posted by 12die4
    Bis die OLEDs bei PC-Monitoren oder TVs wirklich sinnvoll eingesetzt werden kann, wird aber wohl noch eine gewisse Zeit verstreichen, denn bislang haben die Dinger ja nur eine Lebensdauer von etwa 3000 Betriebsstunden. Das ist im Vergleich zu Plasma (60000 bis 100000h) oder auch LCD einfach nur lächerlich. Daher gibt es OLED bisher auch nur z.B. in Handys, die eh häufig neu gekauft werden, im Einsatz.

    Die "Halbwertszeit" war bei OLEDs ein Problem, hat sich inzwischen aber auf 60.000 Stunden steigern lassen ...so daß sie nun in der Tat ernstzunehmen sind, sobald die anlaufende Massenproduktion die Preise fallen lässt.
    Jene bei SED scheint ja leider durch Schutzrechtsstreitigkeiten verzögert worden zu sein; auch diese Technologie liefert aber beeindruckende Ergebnisse - nur eben auch noch nicht in der Großserie beim Elektrodiscounter.


    Im Projektionsbereich ist mit dem mikrowellengespeisten LiFi-Leuchtmittel übrigens auch ein Durchbruch zu vermelden...

  • Auf der IFA 2017 war ein 88 Zoll Laser-TV von Hisense zu sehen. Dabei wurde das Laser-Gerät sehr dicht vor eine Leinwand gestellt und das Bild per Laserstrahlen darauf projeziert. Somit war wenig Platz notwendig und man könnte es auch draußen oder auf dem Balkon aufstellen. Das Bild sah sehr schön aus, die Auflösung war 4k und Preis soll in Europa später ca. bei 4000 - 5000 Euro liegen. Für mich eine echte Zukunftstechnologie.