Bündniserweiterung: Loewe geht mit Sharp auf Expansionskurs

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Großaktionär Sharp soll dem angeschlagene TV-Hersteller Loewe bei seinen Expansionsplänen zur Seite stehen. „Wir sprechen mit Sharp über eine Intensivierung der Zusammenarbeit“, sagte Loewe-Vorstandschef Oliver Seidl der FTD. Angedacht sei, dass Loewe Software und Technologie für den europäischen Markt entwickelt. Im Gegenzug würden die Kronacher von Preisvorteilen beim gemeinsamen Komponenteneinkauf profitieren.

Medien-Lob für Premium-Modelle: In letzter Zeit waren Loewe-TVs immer wieder prämiert worden. (Foto: Loewe)

2004 ist der japanische Konzern bei der deutschen Premiummarke eingestiegen, er ist mit einem Anteil von 29 Prozent größter Einzelaktionär. Gemäß der Loewe-Strategie, das Premium-Credo des Unternehmens auf internationale Ebene zu bringen, könne ein großer Partner hilfreich sein, der in diesen Wachstumsmärkten bereits tätig sei, so Seidl. Das sei Thema in den Gesprächen mit Sharp.

Aktuell liefert Loewe seine Produkte in 50 Länder mit dem Schwerpunkt Europa, blickt aber auch gen China. „Das ist sicherlich ein interessanter Markt für Loewe“, sagte Seidl, ohne konkreter zu werden.

Nach dem Verlust im vergangenen Jahr wird Loewe auch 2011 nicht die Ertragswende erreichen. Nachdem der Hersteller die Folgen des Einbruchs auf dem TV-Markt zu spüren bekam, musste man die Prognosen nach unten korrigieren . Mitte des Jahres sackte der Umsatz um 19 Prozent auf 119 Millionen Euro ab. Statt der erhofften zehn Prozent Umsatzplus gab es abermals Verlust.

Angesichts der angespannten Lage zieht das Management verschiedene Optionen in Betracht: „Es gibt auch Interesse von anderen, die technologisch oder vertriebsbezogen mit Loewe zusammenarbeiten möchten“, versicherte Seidl. Schon im März hatte er auf eine Ausweitung der Sharp-Kooperation hingewiesen; bislang offenbar ohne Ergebnisse. Der Kapitalzufluss durch Sharp hatte in der Vergangenheit bei Loewe für Sicherheit gesorgt, stellt die FTD fest.

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