DisplaySearch sieht stark gebremstes Wachstum im Monitormarkt

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Erkenntnissen der quartalsweise veröffentlichten Marktanalyse des Marktforschungsunternehmens DisplaySearch zufolge hat das zuvor lang anhaltende Stückzahlenwachstum des LCD-Monitor-Markts im abgelaufenen dritten Quartal 2008 sein vorläufiges Ende gefunden. Dies sei das erste Mal seit Beginn der Analysen in 1999, dass es zwischen zweitem und dritten Quartal kein Wachstum gegeben habe.

“Üblicherweise steigen die Lieferzahlen im dritten Quartal sowohl dadurch, dass Lieferanten Ihre Absatzregionen und Distributionskanäle für die kommende Weihnachtsaison befüllen, als auch dadurch, dass Firmenkunden Endjahreseinkäufe tätigen.” bemerkt Chris Connery, Vizepräsident bei DisplaySearch für Displays im PC-Bereich und großformatige Displays im gewerblichen Bereich. “Hinzu kommt, dass Hauptindikatoren wie Panel-Produktion für diese Geräte als auch die auf Vertragsbasis herstellende OEM-Produktion darauf hindeuten, dass größere Hersteller sich darauf vorbereiten im vierten Quartal 2008 noch weniger LCD-Monitore auszuliefern als im dritten Quartal.” Dies wäre das erste Mal in der Geschichte des Markts für LCD-Monitore, dass die Lieferzahlen des vierten Quartals hinter denen des Dritten zurück fielen und darüber hinaus in einem Quartal weniger als im entsprechenden Vorjahresquartal ausgeliefert werden würde.

Dass 41 Prozent aller in 2008 ausgelieferten größer-flächigen LCD-Panels für die Verwendung in Desktop-Monitoren vorgesehen seien, verdeutliche, dass die Gesundheit des Markts für großflächige LCDs nach wie vor vom LCD-Monitor-Segment abhänge, fügt Connery ergänzend hinzu.

Im Gegensatz zu TV-Geräten existieren für LCD-Monitore zwei große Märkte: Endkunden (B2C – Business to Consumer) und Firmenkunden (B2B – Business to Business). Marken mit diversifiziertem Produktportfolio, das sowohl Endkunden als auch Firmenkunden anspricht, konnten sich im dritten Quartal 2008 besser behaupten als solche die sich nur auf einen der beiden Märkte konzentrieren. Allen voran konnte sich HP Berichten zufolge mit starken Verkaufszahlen im Firmenkundensektor aufgrund seiner diversifizierten Produktpalette gut gegenüber dem Wettbewerb profilieren. Dell schnitt weniger gut ab während man die Expansion in zusätzliche Verkaufskanäle fortsetzte nachdem man lange ausschließlich auf den Direktverkauf gesetzt hatte um mehr Endkunden zu erreichen.

Den vorgelegten Zahlen nach befinden sich, gemessen an Marktanteilen für LCD-Monitore im dritten Quartal 2008, auf Plätzen eins bis fünf in absteigender Reihenfolge: Samsung, Dell, HP, LG Electronics, und Acer. Substantielle Veränderungen bezüglich des Marktanteils gegenüber dem Vorquartal verzeichneten Dell mit minus 11 Prozent, LG Electronis mit plus 14 Prozent, und Acer mit minus 11 Prozent. Auf Jahresbasis konnten HP und Acer jeweils um 5 Prozent zulegen, Samsung und LG Electronics wuchsen respektive um 3 Prozent, während Dell stagnierte.

Während PC-Firmen, die ihre Monitorprodukte meist im Rahmen von Komplett-PCs verkaufen, die große Aufmerksamkeit zu Teil wird, geht weiterhin die meiste Marktdynamik von Herstellerfirmen wie Samsung und LG Electronics aus, die sich auf den Verkauf von Einzelgeräten konzentrieren. Dies zeigt, dass Displays die hinzugekauft werden oder als Upgrade gekauft werden immer noch den größten Teil des Gesamtmarktes einnehmen. Samsung war bezüglich der Anzahl ausgelieferter LCD-Monitore im dritten Quartal 2008 weltweit führender Hersteller, nachdem es im zweiten Quartal gelungen war den Thron von Dell zurückzuerobern.

Ebenso ist hervorzuheben, dass Schwellenmärkte wie Lateinamerika und China weiterhin eine große Rolle für das Wachstum Samsungs spielen; diese beiden Regionen stellen für den Hersteller die zweit- und drittwichtigsten Absatzmärkte dar, – nach EMEA (Europe, Middle East, Africa), jedoch noch vor Nordamerika. LG Electronics, die für den betrachteten Zeitraum das größte Wachstum aufweisen konnten, sieht seinen Anteilszuwachs in erfolgreichen Absatzsteigerungen in der EMEA-Region begründet, die weiterhin den weltweit größten Markt für Desktop-LCD-Monitore darstellt.

Der Trend zu mobilem Computing bei sowohl End- als auch Firmenkunden zieht Auswirkungen im traditionellen Markt für Desktop-Monitore nach sich. Seit den Anfängen der PC-Industrie war das Komplettpaket aus PC und Monitor zwar stets ein feste Größe gewesen, doch mit dem zunehmenden Erstarken von Notebooks und Netbooks, die mit integriertem Display daherkommen, drängt sich bei schwächelnder Wirtschaft besonders im Heimbereich die Frage nach der Notwendigkeit externer großer Displays auf. Die Bildschirmgröße vieler Notebooks werde von Endkunden im Heimbereich oft als „groß genug“ empfunden, – dies bei einer dem Bericht nach gleichzeitig geringem Prävalenz von Fällen in denen Notebooks mit einem externen Monitor ergänzt werden. Es habe sich gezeigt dass viele Endkunden im Rahmen allgemeiner Konsumzurückhaltung auf den Kauf größerer externer Displays verzichteten.

Demgegenüber unterscheiden sich jedoch die Anforderungen von Angestellten in herkömmlichen Büroumgebungen, so die Marktforscher bei DisplaySearch. Während sich der Einsatz von Notebooks in vielen Firmen zum Standard etabliert habe, mache Multi-Tasking und die üblichen Arbeitsabläufe (von Tabellen bis Präsentationen) ein größeres Display oder sogar mehrere Displays erforderlich. Die zunehmende Popularität des „Cloud Computing“ bei der Büroangestellte über ein simples Terminal auf ihrem Schreibtisch auf Daten zugreifen, die an anderen Orten der Arbeitsumgebung gespeichert sind, erfordere immer noch einen Monitor.

Bei einem Anteil der von Firmen ausgehenden Käufe von weltweit 60 Prozent, rechnet man bei DisplaySearch damit, dass der LCD-Monitor-Markt durch die Rückgänge im Verbraucherbereich nicht gänzlich in sich zusammenfallen werde. Trotz alledem deute durch die Zurückhaltung der Endkunden Vieles auf eine frühzeitige Sättigung des Marktes hin.

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