Dt. Umwelthilfe: Elektrogeräte-Rücknahme oft mangelhaft

Der Verein testete bundesweit namhafte Händler und präsentiert ernüchternde Resultate

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Die Deutsche Umwelthilfe hat sich Umwelt- und Verbraucherschutz auf die Fahnen geschrieben. Kürzlich richtete der Verein sein Augenmerk auf die Rücknahmepraxis von ausgedienten Elektrogeräten im deutschen Handel, wobei stichprobenartig sowohl Ladenlokale als auch Online-Geschäfte getestet wurden. Hintergrund: Händler mit einer Verkaufs- oder Lagerfläche ab 400 m² sind seit dem Jahr 2016 gesetzlich verpflichtet, von Kunden eingereichten Elektroschrott (in bestimmten Mengen) anzunehmen und dem Recyclingsystem zuzuführen. Bei Großgeräten jedoch nur, wenn ein ähnlich geartetes Produkt neu erworben wird – zum Beispiel eine Waschmaschine. Gleichzeitig müssen die Händler möglichst transparent über die Rückgabemöglichkeiten informieren.

Elektroschrott-Rücknahme (Bild: DUH)
Der deutsche Handel hat Besserungsbedarf bei der Rücknahme von Elektroschrott (Bild: Deutsche Umwelthilfe)

Wie gut das bundesweit funktioniert, hat die Deutsche Umwelthilfe nun geprüft und im Rahmen einer Auswertung (PDF) veröffentlicht. Auf den ersten Blick auffällig: Die meisten getesteten Geschäfte schnitten in der Gesamtwertung mit einem roten Punkt ab, der für eine unzureichende Umsetzung der Rücknahmeregelung steht. Zwar nahm die überwiegende Anzahl der Ladenlokale Altgeräte zurück, doch waren die Angestellten häufig schlecht geschult oder die Verbraucherinformationen intransparent und mangelhaft. Die Baumarktkette Bauhaus schnitt beispielsweise recht solide ab, während Media Markt mit all seinen im Test vertretenen Filialen durchfiel.

Richtig düster sieht es derweil bei den Online-Händlern aus. Bekannte Namen wie Amazon, Alternate, Conrad, Otto und Saturn verweigerten oft die Rücknahme und/oder informierten unzureichend. Apple, Dell und Samsung ebenso, doch behaupten diese Unternehmen, nicht unter die Rücknahmepflicht des Gesetzes zu fallen. Einzig Obi und Toys R Us kamen auf eine gelbe Gesamtwertung („Meist ausreichend umgesetzt. Es bestehen deutliche Verbesserungsmöglichkeiten.“), keine einzige Firma auf eine grüne („Weitestgehend gut und verbraucherfreundlich umgesetzt.“).

Da seit 2017 bei unrechtmäßiger Rücknahmeverweigerung ein Ordnungsgeld in Höhe von bis zu 100.000 Euro droht, sollten die betroffenen Unternehmen schon allein aus Eigeninteresse die Sache ernst nehmen und an einer kundenfreundliche(re)n Umsetzung feilen. Andernfalls dürfte Deutschland nach Einschätzung der Deutschen Umwelthilfe die von der EU für das Jahr 2019 angesetzte Mindestsammelquote von 65 Prozent deutlich verfehlen. (Quelle: Deutsche Umwelthilfe)

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