EU will 649 Mio. Bußgeld von Panelherstellern, Protest von AUO und CMI

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Laut Digitimes will AUO will die in dem EU-Kartellverfahren auferlegten Bußgelder in Höhe von 117 Millionen Euro nicht akzeptieren. Die Europäische Kommission hatte am 8. Dezember die sechs führenden LCD-Panelhersteller wegen illegaler Preisabsprachen zu Geldbußen von insgesamt 649 Millionen Euro verurteilt. Die Aufsichtsbehörde warf den Unternehmen vor, sogenannte „Crystal Meetings“ abgehalten zu haben, um zum Schaden der europäischen Kunden respektive Endverbraucher nicht nur Preise, sondern auch Margen, Produktionsmengen und Kapazitäten abzusprechen.

Mit einem blauen Auge davon gekommen: Samsung Electronics. (Logo: Samsung)

Neben AU Optronics (AUO) sind Branchengrößen wie Chimei Innolux (CMI), Chunghwa Picture Tubes (CPT), HannStar und LG Display von Bußgeldzahlungen bedroht. Allein Samsung Electronics wurde davon befreit, weil das Unternehmen den Fall zur Anzeige brachte sowie Beweise lieferte. LG Display muss trotz 50-prozentiger Befreiung laut Kronzeugenregelung immer noch 215 Millionen Euro bezahlen.

AUO verweigert die Zahlung unter anderem deshalb, weil sich der Konzern ungerecht behandelt sieht. Dem Unternehmen zufolge kooperiert man seit 2006 mit der Europäischen Kommission. Mit einer geplanten Anhörung vor einem unabhängigen Gericht strebt der Panelhersteller eine sachliche Schlichtung an. Die EU-Entscheidung benötige AUO zufolge zwei Jahre und solle keine Auswirkungen auf den Unternehmensbetrieb haben.

Statt CMI als Hauptbeklagtem hat sich nun Hon-Hai-/Foxconn-Chef Terry Gou für die Tochter starkgemacht und gegen das deftige Urteil protestiert. Gou hat sich bei europäischen Handelsvertretern in Taiwans Hauptstadt Taipeh beklagt, dass der Tochterfirma Chimei Innolux von der EU keine Chance gegeben wurde, sich zu verteidigen. Zudem stünde die Geldbuße in keinem Verhältnis zur Marktstellung des Tochterunternehmens in der Panelindustrie. Im Zuge dessen drängte er auf eine Klärung durch die EU. Die Europäische Kommission hat die hohe Geldbuße gegen CMI damit erklärt, dass das Unternehmen sich anders als Samsung, LG und AUO nicht kooperativ gezeigt habe. CMI selbst hat das Urteil nicht unmittelbar kommentiert.

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