Europaweit Zurückhaltung bei Technischen Gebrauchsgütern

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Im ersten Quartal 2009 wurden in Westeuropa 45 Milliarden Euro für Technische Gebrauchsgüter ausgegeben, 8 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Ursache für den Umsatzverlust ist hauptsächlich in einer Preiserosion zu sehen, weniger in einem Rückgang der Nachfrage. Zusätzliche Einbußen entstanden durch Währungseffekte, speziell die negative Entwicklung des englischen Pfundes gegenüber dem Euro schlug hier zu Buche. Diese Ergebnisse basieren auf dem GfK TEMAX Westeuropa, einem Index für Technische Gebrauchsgüter, der erstmalig mit 15 Ländern fusioniert auch für Westeuropa insgesamt zur Verfügung steht. GfK TEMAX ist ein Marktinformationsservice, der von GfK Retail and Technology, einer Geschäftseinheit der GfK SE, entwickelt wurde.

Der Markt für Elektrokleingeräte zeigte im ersten Quartal 2009 mit -2,4 Prozent den geringsten Rückgang in den 15 erfassten westeuropäischen Ländern. Das Minus resultiert aus Währungsverlusten gegenüber dem Euro, wechselkursbereinigt würde sich dieser Sektor als einziger im Plus bewegen. Alle anderen Teilmärkte Technischer Gebrauchsgüter wie Telekommunikation, Elektrogroßgeräte, Unterhaltungselektronik, Foto sowie Bürogeräte und Verbrauchsmaterialien verzeichnen mit -6,6 bis -11 Prozent stärkere Umsatzrückgänge.

Der Umsatz mit Elektrogroßgeräten ging um 7,5 Prozent zurück und liegt bei 7,5 Milliarden Euro. Hierfür sind einerseits Währungsverluste verantwortlich, hauptsächlich ist jedoch ein Rückgang bei Einbaugeräten zu verzeichnen. Der starke Einfluss der Krise auf den Bausektor sowie Renovierungsvorhaben wirkt sich hier deutlich spürbar auf die Elektrogroßgeräte aus.

Die Unterhaltungselektronik, mit 11,9 Milliarden Euro der größte Teilmarkt, verzeichnet im ersten Quartal einen Verlust von 7,8 Prozent. Trotz positiven Stückzahlen bei modernen und hochinnovativen LCD- und Plasma-TVs, ging der Umsatz in Westeuropa aufgrund des Preisverfalls zurück.

Die Bereiche Bürogeräte und Verbrauchsmaterialien sind angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheiten und der zurückhaltenden Investitionen und Ausgaben von Unternehmen besonders stark betroffen. Der Gesamtumsatz verzeichnete hier einen Rückgang um 11,0 Prozent auf 4,6 Milliarden Euro.

Die Entwicklung des ersten Quartals zeigt wesentliche Unterschiede in den einzelnen westeuropäischen Ländern. Während Spanien und Portugal in den vergangenen fünf Jahren die Länder mit den größten Wachstumsbereichen waren, sind sie heute am stärksten von der negativen Entwicklung getroffen. Die Abhängigkeit der Konsumenten vom Immobilienmarkt, der im momentanen Finanzumfeld am härtesten leidet, könnte hier der Grund sein. Spanien verzeichnet bei Technischen Gebrauchsgütern einen Rückgang von 15,9 Prozent, Portugal liegt mit 13,7 Prozent im Minus. Andere Länder, in denen das Vermögen nicht in gleichem Maße betroffen ist, zeigen sich belastbarer. Deutschland beispielsweise weist ein Wachstum von 3,2 Prozent aus.

Insgesamt zeigt sich, dass 2009 – entgegen der Vorhersagen von Untergangspropheten – keine Katastrophe, aber ein sehr hartes Jahr wird. Die Märkte und Absatzkanäle leiden weiterhin unter Finanzproblemen, die Einfluss haben auf Kreditlinien, Kreditversicherungen und andere Elemente, die nur indirekt mit den Konsumausgaben verbunden sind.

Produkte mit einem hohen Nutzwert werden weiterhin ihre Käufer finden, wenn die Vorteile tatsächlich vorhanden sind. Frühe Anzeichen zeigen, dass die Nachfrage nach Unterhaltungselektronik zwar positiv ist, aber Preise, beispielsweise für Flachbildfernseher, aufgrund aggressiver Angebote weiterhin verlieren. Trotzdem besteht in näherer Zukunft die Chance auf eine Preisstabilisierung bei gesunder Nachfrage. Grund hierfür sind höhere Gerätepreise für attraktive neue TV-Produkte mit innovativer Ausstattung wie beispielsweise 200Hz, HD oder LED. (Quelle: Pressemitteilung gfk Gruppe )

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