Google: Kampfansage an Dolby Vision und Dolby Atmos

Mit Project Cavier will der US-Konzern lizenzfreie Alternativen zu den Video- und Audio-Formaten von Dolby fördern

Nachdem sich Amazon kürzlich entschlossen hat, sich erneut dem dynamischen HDR-Format Dolby Vision bei Prime Video (PRAD-News) zu öffnen, war das zweifellos ein weiterer Rückschlag für die lizenzfreie Alternative HDR10+. Ganz aussichtslos ist die Lage für letztere allerdings nicht, denn mit Google steigt nun ein mächtiger Mitstreiter für offene Formate in den Ring.

HDR10+-Logo (Bild: Panasonic)
Google könnte HDR10+ mit Project Caviar bedeutend pushen (Bild: Panasonic)

Wie die Website Protocol berichtet, plane Google mit Project Caviar eine Offensive gegen proprietäre, nicht lizenzfreie Video- und Audio-Formate von Dolby. So werde YouTube absehbar mit offizieller Unterstützung für HDR10+ aufwarten, was zugleich bedeute, dass YouTuber ihre Inhalte komfortabel in HDR10+ aufnehmen und veröffentlichen könnten.

Außerdem möchte das US-Unternehmen das offene und lizenzfreie 3D-Sound-Format „Immersive Audio Container“, das von der Alliance for Open Media entwickelt wird, als Alternative für Dolby Atmos voranbringen. Dem gemeinnützigen Industriekonsortium gehören neben Google große Namen wie Amazon, AMD, Apple, Intel, Netflix und Tencent an.

Dolby erhält 1 bis 3 US-Dollar für jedes verkaufte Gerät mit Dolby Vision

Der Grund, warum Google und andere Big Player aus verschiedenen Branchen auf offene Formate pochen, sind vor allem die angesprochenen Lizenzgebühren bzw. eben das Fehlen selbiger. Hersteller, die ihre Produkte (Fernseher, Streaming-Geräte etc.) mit Dolby-Vision-Funktionalität ausstatten und bewerben, müssen bei jedem verkauften Exemplar 1 bis 3 US-Dollar an Dolby abdrücken. Bei ohnehin schon teils eng kalkulierten Gewinnmargen könnte eine lizenzfreie Alternative also durchaus einen bedeutenden Unterschied ausmachen.

Google dürfte mit Project Caviar folglich auch die Gerätehersteller ins Boot holen wollen, um ein eigenes neues HDR-Format (bzw. HDR10+) und den „Immersive Audio Container“ in der Breite durchzusetzen. Ähnliches ist dem US-Konzern bzw. der Alliance for Open Media bereits mit dem AV1-Videocodec gelungen, der qualitativ auf Augenhöhe mit HEVC performt, aber eben ohne Patent- oder Lizenzgebühren auskommt – jedenfalls noch, denn es gibt durchaus Rechtsstreitigkeiten und Unklarheiten, was die Patentsituation von AV1 betrifft.

Jedenfalls schreibt Google den Herstellern von neueren Android-Geräten seit 2021 AV1-Unterstützung vor und trägt so natürlich maßgeblich zur Verbreitung des Codecs bei. Ob das auch mit HDR10+ (bzw. dem wie auch immer gearteten Google-eigenen dynamischen HDR-Format) und dem „Immersive Audio Container“ klappen wird, bleibt abzuwarten. Aus Konsumentensicht wäre das sicherlich eine gute Sache. Oder? Teilen Sie uns Ihre Gedanken gern in der Kommentarsektion mit. (Quelle: Protocol via FlatpanelsHD)

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Daniel Boll

… treibt den PRAD-Texten als Lektor die Fehler aus und kümmert sich außerdem um News sowie Top-10-Artikel. Seit 2015 gehört er zum Team und findet nach wie vor, dass ein flüssiger Schreibstil wichtig zum Verstehen komplexer Inhalte ist.

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1 Gedanke zu „Google: Kampfansage an Dolby Vision und Dolby Atmos“

  1. Die Idee dafür ist gut. Leider kommt sie reichlich spät, da die Konkurrenz schon einen Quasistandard geschaffen hat, der wirklich gut ist. HDR10+ hatte ein ähnliches Problem und scheint nun endgültig zu scheitern; zudem ist es einfach nicht so gut wie Dolby Vision.

    Ich fürchte, dass es dem Project Caviar ergehen wird, wie schon zahllosen Projekten von Google. Sie werden zwei oder drei Jahre damit herumgurken, nichts Konkretes auf die Reihe kriegen und es dann sang- und klanglos beerdigen.

    Antworten

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