HP und Arizona State University zeigen flexibles, unverwüstliches Display

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Hewlett Packard und das Flexible Display Center (FDC) der Arizona State University haben den Prototyp eines in Zusammenarbeit entwickelten, preisgünstig produzierbaren, biegbaren Displays vorgestellt.

Biegbare Displays sind papierartige Computer-Displays die nahezu vollständig aus Plastik bestehen. Diese Technologie soll Displays ermöglichen die leicht transportabel und weniger energiehungrig als heutige Computer-Displays sind. Als naheliegende Beispiele für Anwendungen der neuen Technologie seien elektronisches Papier und Beschilderung zu nennen.

Das Team sieht in der Entwicklungsleistung einen großen Meilenstein in Richtung Massenproduktion hochauflösender flexibler Displays geschafft. Hinzu komme, dass die neuen Displays herkömmliche Displays hinsichtlich der Umweltfreundlichkeit bei weitem übertreffen indem sie in der Herstellung bis zu 90 Prozent weniger Materialien benötigen.

HP und Arizona State University zeigen flexibles, unverwüstliches Display (Foto: Flexible Display Center – Arizona State University)

Des Weiteren verspricht man sich von der zukünftigen Massenproduktion solcher Displays erhebliche Kostensenkungen für Notebooks, Smartphones, und andere elektronische Geräten, bei deren Herstellung das Display einen beträchtlichen Anteil der Kosten ausmacht.

Die unverwüstlichen Displays, über deren früherer Prototyp bereits im Juni 2008 ein Demonstrations-Video auf den Internetseiten des Flexible Display Centers veröffentlicht wurde, wurden vom FDC und HP unter Verwendung einer auf den Namen SAIL getauften Technologie hergestellt. Bei der sogenannten selbst-anordnenden Stempellithographie (self-aligned imprint lithography) wird das Muster auf solche Weise auf das Substrat aufgeprägt, dass selbst bei prozessbedingten Verzerrungen stets eine perfekte Ausrichtung beibehalten wird.

SAIL soll die Produktion dünner Film-Transistor-Arrays auf flexiblem Plastikmaterial im günstigen, Rolle-Rolle Herstellungsverfahren ermöglichen und somit durch fortlaufende Produktion gegenüber der Charge-basierten Blatt-Blatt Herstellungsverfahren Kosten einsparen helfen.

Das von HP und FDC entwickelte Display beweise, dass die Technologie funktioniert, unterstreicht Carl Taussig, Direktor für Information Surfaces in den HP Labs, der neben dem kosteneffizienteren Herstellungsprozess in SAIL auch einen wichtigen Schritt zur nachhaltigen, umweltfreundlichen Produktion elektronischer Displays sieht.

An der Entwicklung des biegbaren Displays waren als Partner des FDC auch DuPont Teijin Films und E Ink beteiligt. Für die Herstellung des Displays produziert das FDC Stapel von Halbleitermaterialien und flexiblen Metallen auf Teonex® Polyethylen-Naphthalat-Substraten (PEN) aus dem Hause von DuPont Teijin Films.

Im nächsten Schritt prägt HP mittels des SAIL-Prozesses dann die Muster auf die Substrate und integriert schließlich die Vizplex™-Schicht von E Ink. Das Ergebnis ist ein aktiv angesteuertes biegbares Display auf Plastik dessen angezeigtes Bild auch ohne Anliegen einer Spannung erhalten bleibt, wodurch der Energieverbrauch beispielsweise beim Lesen von Texten beträchtlich reduziert wird.

„Biegbare elektronische Displays spielen eine zunehmend wichtige Rolle in der globalen High-Tech-Industrie. Sie schaffen die technologische Voraussetzung für eine neue Generation portabler Geräte wie E-Reader und ähnlicher Produkte, welche mit dem Ziel geschaffen wurden Mobilität und überzeugende Benutzer-Interfaces miteinander verschmelzen zu lassen.“ sagt Vinita Jakhanwal, Chefanalystin für kleine und mittelformatige Displays beim Marktforschungsunternehmen iSuppli. Man erwarte, dass der Markt für flexible Displays von 80 Millionen US-Dollar in 2007 auf 2,8 Milliarden US-Dollar im Jahr 2013 anwachsen werde.

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