iSuppli: Fortgesetzter Preisverfall bei großen Panels

0
44

LCD-Panels zwischen zehn und 55 Zoll haben auch im Februar weiter im Preis nachgelassen. Wie das Marktforschungsunternehmen IHS iSuppli angab, sind die verhaltene Nachfrage und steigende Lagerbestände bei den Panelherstellern die Ursache. Erst im April, wenn die Markenanbieter wieder auf Einkaufstour gehen, wird eine Trendwende erwartet.

Monatliche Preisveränderung für große Panels weltweit [in Prozent]. (Grafik: iSuppli)

Im Durchschnitt prognostizieren die Experten den drei Hauptanwendungen für Großformat-Displays – Fernseher, Monitore und Notebooks- einen Preisverfall um 1,2 Prozent, in den vergangenen vier Monaten die Norm. Insgesamt haben sich die Panelpreise seit März 2010 nicht mehr erhöht, vielmehr sind TV-Panels kontinuierlich günstiger geworden. IT-Panels wurden zwar zum Jahresende hin preisstabiler, doch vor allem Notebookpanels werden von iPad und Co. bedroht: Fertigungskapazität wird auf die Herstellung von Touchpanels verlagert, außerdem lassen sich Tablet-Displays bis zehn Zoll inzwischen genauso günstig produzieren wie Notebookpanels.

Der aktuelle Preisschwund ist auf volle Lager bei Lieferanten und Käufern zurückzuführen: Normalerweise beträgt die durchschnittliche Lagerumschlagshäufigkeit bei Panelproduzenten 29 Tage, wohingegen die jetzige sich Situation wesentlich unausgewogener darstellt: Einige Hersteller berichten über Bestandsabnahmen, bei anderen stauen sich die Panels auf. Bei den Markenanbietern bewegt sich die Lagerumschlagshäufigkeit zwischen drei und sechs Wochen. Beide Seiten rechnen mit einer weiteren Erhöhung, weil der Februar kürzer ist und somit weniger Zeit zum Lagerabbau bleibt.

Laut iSuppli entscheidend zwei Faktoren über die Preisentwicklung der nächsten Monate: zum einen die endgültigen Umsatzzahlen während des chinesischen Neujahrsfests, zum anderen die bevorstehenden TV-Neuvorstellungen in den USA und Europa. Ist der Absatz an beiden Fronten hoch genug, verkürzt sich die Lagerumschlagshäufigkeit, und die Preise hören auf zu fallen, meinen die Experten.

Im Gegensatz zu Februar 2011 kletterten die Panelpreise noch: Engpässe bei Glas und anderen Bauteilen, dazu noch Mangel an Arbeitskräften, resultierten in geringem Produktionsvolumen. Die gleichzeitig hohe Nachfrage fegte die Lager leer.

Diskussion: Neuen Beitrag verfassen