Kinect-artiges Gaming für Handy und Tablet

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Geht es nach dem US-Start-up BitGym, wird bewegungsgesteuertes Spielen im Stile von Kinect auch Smartphones und Tablets erobern. Das Unternehmen hat heute, Donnerstag, ein Software Development Kit (SDK) veröffentlicht, mit dem Entwickler bewegungsgesteuerte Spiele für Android und iOS umsetzen können. Der Trick dahinter ist eine Tracking-Technologie, die die Bewegungen von Spielern mithilfe der frontseitigen Kamera moderner Geräte verfolgt.

Bewegung vor dem Tablet: Die Zukunft des Gaming? (Foto: BitGym)

Ob sich der Ansatz durchsetzen kann, bleibt abzuwarten. „Das wird wohl nett zum Ausprobieren, aber nicht unbedingt etwas zum Dauerspielen“, meint Nassrin Hajinejad, wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Forschungsgruppe „Gangs of Bremen“ an der Hochschule Bremen. Sie verweist auf die Displaygröße ebenso als potenzielles Problem wie die Frage, ob die Spiele denn wirklich mobil wären.

Nintendos Wii und Microsofts Kinect sind mit bewegungsgesteuerten Spielen erfolgreich, doch die Zukunft solcher Motion Games liegt nach Ansicht von BitGym auf Mobilgeräten. „Dieses Jahr werden 40 Mal so viele iOS- und Android-Geräte wie Wii- und Kinect-Sensoren verkauft“, begründet Unternehmens-Mitgründer Alex Gourley. Gegenüber klassischen Konsolen soll zudem nicht nur die Mobilität punkten. „Es ist viel billiger, Mobile Games zu schaffen – bewegungsgesteuerte Spiele für Konsolen sind so teuer in der Entwicklung, dass es schwer ist, ein Risiko einzugehen und innovativ zu sein.“

Um Bewegungen zu erkennen, nutzt BitGym die frontseitigen Kameras, die bei Apple seit iPhone 4 Standard und auch bei der Android-Konkurrenz mittlerweile ein gängiges Feature sind. Laut dem Unternehmen kann die eigene Technologie mehrere Spieler präzise verfolgen und das bei geringer Latenzzeit sowie CPU-Belastung. Derzeit kann die Lösung allerdings nur sehr einfache Bewegungen erkennen, was aber BitGym zufolge ausreicht, um vielen existierenden Spielen eine Bewegungssteuerung durch Lehnen, Seitschritte und Sprünge zu verpassen. Ferner mache man große Schritte in Richtung einer umfassenderen Körperverfolgung.

Obwohl Hajinejad davon ausgeht, dass bewegungsgesteuerte Mobile Games als interessante Spielerei durchaus Beachtung finden werden, ist sie insgesamt doch skeptisch. „Die kleinen Displays sind nicht unbedingt für diese Art von Spielen geeignet“, erklärt sie. Immerhin muss ein Spieler sich in gewissem Abstand von einem sicher aufgestellten Gerät mit relativ kleinem Display befinden, was nicht gut für die Erkennbarkeit von Details ist. Zwar verweist BitGym auch auf die Möglichkeit, Smartphone oder Handy mit dem Fernseher zu verbinden – doch dann dient das Gerät eigentlich eher als Konsolen-Ersatz und ist selbst nicht mehr mobil.

Ob Drittentwickler und letztlich Endkunden sich für bewegungsgesteuerte Handyspiele begeistern können, bleibt vorerst abzuwarten. BitGym zufolge wird es Anfang 2013 einen offiziellen Launch-Event geben, vor dem Entwickler zwar mit dem SDK experimentieren, aber noch keine Spiele veröffentlichen dürfen. Wie gut sich der Ansatz wirklich macht, wird erst nach diesem offiziellen Start zu beurteilen sein. (pressetext)

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