„Match-Up!“: Echte Games-Duelle auf dem iPhone

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Das Start-up Jawfish Games hat eine Plattform entwickelt, die bei Smartphones-Games ein wirklich gleichzeitiges Mehrspieler-Erlebnis statt Warten auf den Zug des Gegners verspricht. Das in Zusammenarbeit mit Big Fish Games entwickelte iOS-Spiel „Match-Up!“, das jetzt im App Store erschienen ist, zeigt, wie dadurch mobile Mini-Games spannender werden. Der Ansatz stellt schnelle Turniere für 16 Teilnehmer in Aussicht. Während jedes Duells sieht der Teilnehmer dabei auf einem kleinen „Spycam“-Bildschirmausschnitt in Echtzeit, was sein Duell-Gegner gerade macht.

Big Fish Games (Bild: Big Fish)

„Die Möglichkeit, Spiele derart live gegeneinander zu spielen, ist definitiv interessant“, urteilt Alexander Pfeiffer, Leiter des Zentrums für Angewandte Spieleforschung an der Donau-Universität Krems. Denn gerade für mobile Games ist wichtig, dass auch Multiplayer-Spiele wirklich schnell gehen. Allerdings bedauert er, dass Match-Up! letztlich ein Spiel um virtuelle Chips mit Suchtpotenzial ist.

„Für ein synchrones Multiplayer-Gaming auf Smartphones braucht es im Besonderen die richtige Spielform“, betont Pfeiffer. Hier geht Match-Up! den richtigen Weg, denn es umfasst derzeit das Wort-Spiel „Word Rack“, das Match-3-Puzzle „Qbeez“ sowie eine Mahjong-Version – also kleine, schnelle Spiele. Auf dem Smartphone sind Gamer hier bislang entweder nur gegen einen Highscore angetreten oder mussten auf den Zug des Gegners warten, ehe sie das Ergebnis erfahren. Diese Art des asynchronen Mehrspieler-Erlebnisses „langweilt mich zu Tränen“, so Big-Fish-Chef Chris Williams gegenüber Polygon.

Daher setzt das neue Game darauf, dass Spieler im Spycam-Ausschnitt in Echtzeit erleben, was ihr Gegner gerade macht – sich also ein wirklich direktes und somit schnelleres Duell liefern. Eben auf Geschwindigkeit kommt es bei mobilen Games auch wirklich an, wie Pfeiffer betont. „Primär wird auf dem Smartphone gespielt, wenn man tatsächlich mobil unterwegs ist“, erklärt er. Da können selbst die rund fünf Minuten, die ein Match-Up!-Turnier für die Finalisten dauert, schon relativ lang wirken. „Bei meinen Selbstversuch war ein Match in wenigen Sekunden startbereit, obwohl die App erst seit kurzem auf dem Markt ist“, lobt der Experte aber. Denn ein schnelles Matchmaking sei bei mobilen Games sehr wichtig.

Wenngleich Pfeiffer Match-Up! daher technisch als interessant sieht, ist er vom Geschäftsmodell nicht wirklich begeistert. Denn obwohl die App selbst gratis ist, müssen Spieler virtuelle Chips einsetzen, um an Turnieren teilzunehmen. Zwar sind die ersten 1.000 Chips gratis und man kann weitere erspielen, aber wer mit seinem Vorrat nicht auskommt, muss neue per In-App-Kauf besorgen. „Dieses spezielle Spielmodell zielt neben der breiten Masse an Hobby-Spieler ganz klar auf klassische Automatenspieler ab“, kritisiert der Games-Kenner.

„Der Reiz, gegen andere Menschen zu spielen, ist hier natürlich ungleich höher als gegen eine Software“, betont Pfeiffer. Er geht daher davon aus, dass Match-Up! finanziell durchaus erfolgreich sein wird – zu einem aus gesellschaftlicher Sicht vielleicht hohen Preis. Denn das Angebot könnte exzessive Spieler, die vielleicht schon Casionoverbot haben, anlocken. „Für viele Spieler, die suchtgefährdet sind, ist das reine Spiel mit gekauften Chips, welche nicht einmal die Möglichkeit der Refundierung in Euro bieten, eventuell der letzte finanzielle Todesstoß“, warnt der Experte. (pte)

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