Microsoft macht jeden Bildschirm zum Touchscreen

0
73

Microsofts Forschungsabteilung arbeitet an einem neuen Stift, der Touch-Eingabe auf jedem Bildschirm ermöglichen soll. In die Spitze des »Zauberstabs« ist eine Minikamera integriert, die mit einer Auflösung von 512 x 512 Pixel in der Lage ist, einzelne Bildpunkte auf jedem Bildschirm zur Positionsbestimmung zu verwenden, wie extremetech.com berichtet.

Touchscreen: Mit Stift auch auf herkömmlichen Schirmen denkbar, wenngleich nur im Single-Modus. (Bild: pressetext)

Den Aufsetz-Winkel erkennt der Bildsensor, indem er kontinuierlich prüft, welche Pixel sich im Fokus befinden. Um die Position auf dem Bildschirm bestimmen zu können, versteckt die Software eine exakte Landkarte in den Blautönen des Displays. Für Menschen ist die Anpassung nicht sichtbar.

»Die Technologie könnte sich als preiswerte Alternative zu teuren Touchscreens entwickeln, vor allem bei großen Formaten. TFT-Bildschirme sind viel billiger und mit dem Stift könnten trotzdem direkte Eingaben getätigt werden, wenn auch ohne Multitouch-Unterstützung. Wie gut das funktioniert, muss aber erst in Benutzerstudien festgestellt werden«, sagt Boris Beckmann-Dobrev vom Fraunhofer Institute for Production Systems and Design Technology .

Auch herkömmliche Bildschirme könnten bald Touchscreen-fähig werden: Microsofts Forschungsabteilung arbeitet an einem neuen Stift, dies ermöglichen soll. In die Spitze des „Zauberstabs“ ist eine Minikamera integriert, die mit einer Auflösung von 512 x 512 Pixel in der Lage ist, einzelne Bildpunkte auf jedem Bildschirm zur Positionsbestimmung zu verwenden.

Stifte mit integrierten Kameras gibt es schon länger. Microsofts Entwurf versucht aber erstmals einen Bildsensor zu verbauen, der hochauflösend genug ist, um einzelne Pixel verfolgen zu können. Dadurch wird der Stift umso präziser, je höher die Pixeldichte des zu bedienenden Bildschirms ist. Damit ist der Digital-Schreibstock nicht nur in der Lage, die Eingabe für alle Arten von Bildschirmen zu übernehmen, sondern ermöglicht auch eine präzise Eingabe auf Smartphones, die normalerweise auf Finger kalibriert sind.

»Das halte ich nicht für eine Marktlücke. Die kapazitiven Displays moderner Smartphones können mit Kohlenstoffstiften bedient werden. Die Genauigkeit kann mit feineren Spitzen soweit erhöht werden, dass einzelne Pixel angewählt werden können. Dann besteht allerdings die Gefahr, den Bildschirm zu zerkratzen«, so Beckmann-Dobrev.

Mit dem Stift könnten beispielsweise Dokumente problemlos elektronisch unterschrieben werden, was einen Beitrag zum Sparen von Papier leistet. Auch Notizen und Hervorhebungen in elektronischen Texten können mit der Technik auf jedem Bildschirm vorgenommen werden. Momentan ist der Stift in der Entwicklungsphase. Wann Microsoft seine Enticklung auf den Markt bringen will, ist bisher nicht bekannt.

Ein Problem des Stifts ist die fehlende Druckempfindlichkeit. Manche herkömmliche Bildschirme, die nicht für eine Eingabe durch Berührung ausgelegt sind, reagieren empfindlich auf Druck und können unter Umständen sogar brechen, wenn zuviel Kraft auf die Oberfläche einwirkt. Deshalb wird der Microsoft-Wunderkuli wohl nie in der Lage sein, auf verschiedene Nuancen im Anpressdruck zu reagieren. Damit bleibt dem Stift des Softwareherstellers der Bereich der professionellen Grafik verschlossen. Dort ist Drucksensitivität ein wichtiges Attribut der Eingabe mit dem Stift, die üblicherweise über eine externe Zeichenfläche funktioniert. (pressetext)

Diskussion: Neuen Beitrag verfassen