Mitsubishi beendet offiziell sein Engagement im LCD-TV-Markt

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Jetzt ist es offiziell: Dass Mitsubishi Electric auf der CES-Elektronikshow in Las Vegas keine Nachfolger seiner TV-Serie Unisen vorstellte, war alles andere als ein Zufall. Nachdem der Konzern lange Zeit im TV-Geschäft tätig war und – beispielsweise in den USA – auch erfolgreich am Markt agierte, bescheinigt eine aktuelle Pressemeldung des Unternehmens das endgültige Aus.

Stiller Teilhaber: Als Investor ist Mitsubishi beteiligt am LED-Geschäft von Formosa Epitaxy. (Bild/Logos: Formosa, Mitsubishi)

Stattdessen will Mitsubishi sich auf die hauseigenen Rückprojektions-Fernseher und LaserVue-Modelle mit Bildschirmdiagonalen oberhalb von 73 Zoll konzentrieren. Bereits auf der Branchenmesse FPD (Flat Panel Display) Mitte März in China war die Firma ausschließlich mit Profi-Displays vertreten. Deren Einsatzgebiete reichten von industrieller Automatisierung, Finanz-Terminals über medizinische Instrumente bis hin zu Outdoor-Bildschirmen – nicht aber Wohnzimmer.

Indirekt bleibt der Konzern dem LCD-Segment allerdings doch erhalten, und zwar in Form der 2010 geschlossenen Allianz mit dem Formosa Epitaxie. Seit Mitsubishi strategischer Investor bei dem LED-Chiphersteller wurde, haben die Taiwaner sich vom Chip-Lieferanten zum Fertiger von LED-Modulen entwickelt. Mitsubishi kontrolliert 15 Prozent des Geschäfts und dürfte laut Digitimes bald zwei weitere Sitze im Aufsichtsrat erhalten.

Dass es taiwanische LED-Unternehmen am japanischen LED-Beleuchtungsmarkt nicht leicht haben, wird laut Branchenkennern vor allem durchs Patentrecht limitiert. Anders lief es für Formosa: Mitsubishis weitreichende Ressourcen öffneten den Taiwanern den Zugang zu den Absatzkanälen öffneten. Somit baute Formosa die Fertigungsstrecke, aber Mitsubishi bestimmt, woher die Komponenten beschafft werden.

Obwohl die Bruttospanne im Vergleich zum LED-Chip-Geschäft auf weniger als 40 Prozent gefallen ist, lobt Formosa die Synergieeffekte, die durch Mitsubishis Beziehungen entstanden sind: Neue Verträge als Auftragsfertiger dürften sowohl Umsätze als auch Gewinne erhöhen. Messbare Vorteile aus dem Japan-Geschäft mit Monitoren und LED-Beleuchtung erwarten beide Unternehmen im zweiten Quartal. Mit dem Kauf von 74,69 von 90 Millionen neu emittierten Formosa-Papieren vertiefte Mitsubishi Ende 2010 die Zusammenarbeit. Eine Aktie kostete umgerechnet 0,86 Euro.

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