Mobiler Projektor soll Gaming revolutionieren

0
21

Wenn es um die Zukunft von Computer- und Videospielen geht, kursieren mitunter die wildesten Vorstellungen. Dass die Entwickler bereits heute mit Hochdruck an den Gaming-Technologien von morgen arbeiten, zeigt ein aktuelles Projekt von Disney Reseach. Dort haben Forscher einen innovativen Ansatz entwickelt, um die digitale und physische Welt in völlig neuer interaktiver Form miteinander zu verknüpfen. „HideOut“, so der Name der Erfindung, ist im Wesentlichen ein mobiles Projektor-System, das beispielsweise virtuelle Spielfiguren mithilfe versteckter Markierungspunkte über echte Hindernisse in der realen Welt hüpfen lässt.

Zukunft: Mit “HideOut“ werden Märchen interaktiv (Foto: disneyresearch.com)

„Mit HideOut wollen wir die Möglichkeiten ausloten, wie mobile Projektoren neue Formen der Interaktion mit digitalen Inhalten, die auf Alltagsgegenstände wie Bücher, Wände, Spielbretter oder Tische projiziert werden, eröffnen können“, erklärt Karl Willis, zuständiger Projektleiter bei Disney Research, die grundlegende Zielsetzung in der offiziellen Projektbeschreibung. Im Wesentlichen gehe es um eine Überbrückung der digitalen-physischen Grenze. „Digitale Bilder erweitern und reagieren auf physische Objekte, auf die sie projiziert werden“, erläutert Willis seine Vision der Gaming-Zukunft.

Mit seiner Erfindung will der Wissenschaftler aber nicht nur die Videospiel-Erfahrung revolutionieren, sondern auch das Arbeiten mit diversen Office-Anwendungen wie etwa Präsentationen. „Digitale Inhalte könnten einfach per großem Bild auf einer Wand- oder Tischfläche projiziert und gesteuert werden“, meint Willis. Aber auch die Geschichten in Büchern – vor allem in Kinderbüchern – könnten so zu neuem Leben erweckt werden. „Gezeichnete Figuren könnten etwa mit gedruckten grafischen Bildern in einem Märchenbuch interagieren“, so die Vorstellung des Forschers.

Der erste Prototyp des HideOut-Systems besteht aus einem herkömmlichen mobilen Projektor, der mit einer On-Board-Kamera bestückt ist. Letztere hat die Aufgabe, versteckte Markierungen aus spezieller „unsichtbarer Tinte“ abzutasten, die nur mittels Infrarotbestrahlung sichtbar werden. „Die Tintenmarker dienen gewissermaßen als Leitsystem und ermöglichen den Eindruck, dass animierte virtuelle Figuren tatsächlich mit echten Objekten der physikalischen Welt interagieren können“, schildert Willis.

Dass sich zum jetzigen Zeitpunkt noch überhaupt nicht abschätzen lässt, ob, wann und in welcher Form die innovative Idee der Disney-Forscher jemals regulär in den Handel kommen wird, ist klar. Was das Zukunftspotenzial der HideOut-Technologie und die Zahl der möglichen Anwendungsgebiete betrifft, geben sich Willis und sein Team aber schon jetzt äußert zuversichtlich: „In der Zukunft werden Smartphones mit integrierten Projektoren dazu verwendet werden, um mit jeglicher Art von digitalen Inhalten zu interagieren, in Freizeitparks digitale Figuren zu erschaffen und Brettspiele zu kreieren, deren Spielsteine vom Tisch springen können.“ (pte)

Diskussion: Neuen Beitrag verfassen