-->

Paper App: Ideen-Tool für iPads veröffentlicht

Das US-Start-up FiftyThree hat die iPad-App „Paper“ veröffentlicht. Dabei handelt es sich um ein umfassendes Tool zur Verewigung und Ausarbeitung von Ideen aller Art. Firmenchef Georg Petschnigg kritisiert die App-Branche wegen mangelnder Innovation. Er und sein Team haben brisanterweise eine Microsoft-Vergangenheit und hatten einst am mittlerweile eingestampften Tablet-Projekt „Courier“ mitgearbeitet.

Paper: Ex-Microsoft-Mitarbeiter basteln Ideen-Tool fürs iPad (Foto: FiftyThree)

Paper lässt den User die eigenen Ideen in Bücher-artige Sammlungen anlegen, dementsprechend werden die einzelnen Texte, Bilder und Skizzen grafisch als Doppelseite in einem Einband aufbereitet. Das Programm beherrscht fünf Werkzeugsets für verschiedene Arbeitsweisen.

Unter „Draw“ verbirgt sich ein Zeichenstift, der das vielseitigste aller digitalen Arbeitsgeräte ist. Wenngleich er für keine Aufgabe speziell angepasst ist, lässt er doch die grundsätzliche Bewerkstelligung einer Reihe kreativer Tasks zu. Unter „Sketch“ wird der User mit einem Bleistift und entsprechend angepassten Features gewappnet, die für die Erstellung grafischer Skizzen optimiert sind.

„Outline“ bringt wiederum ein Arbeitsgerät mit, das am ehesten mit einem Whiteboardmarker vergleichbar ist. Diese Umgebung eignet sich für die Konzipierung von Präsentationen und Diagrammen. Ergänzt wird die Suite mit dem Notizwerkzeug „Write“ und „Color“ für die Bereicherung von Ideen mit Farbwerkzeugen und künstlerischen Effekten. Eine unendliche „Rewind“-Funktion zeichnet die Arbeit auf und lässt den Nutzer mit einer einfachen Geste den bisherigen Verlauf rückwärts durchschreiten, um etwaige Fehler auszumerzen.

Damit die Bedienung flüssig von der Hand geht, wurde zudem eine eigene „Expressive Ink Engine“ entwickelt, die ein realistisches Arbeitsgefühl vermitteln soll – insbesondere, wenn der User mit einem Stylus arbeitet. Diesen hält Petschnigg für ein wichtiges Element im Konzept des Programms. „Wenn man Tätigkeiten wie Zeichnen und Skizzieren betrachtet, so gehen diese mit einem Stylus viel natürlicher von der Hand“, betont er gegenüber The Verge. Er sieht die Form der Nutzung gar als evolutionäre Implikation, wobei einige Hilfsmittel der Software auch für die Bedienung mit dem Finger gedacht sind.

Auf dem neuen iPad nutzt Paper die hohe Auflösung von Anfang an aus. Im Kern steckt ein Framework auf OpenGL-Basis und integriert damit 3D-Technologie, die zumeist nur in aufwendigen Game-Apps eingesetzt wird.

Der CEO gibt sich vom fertigen Produkt äußerst überzeugt. „Paper ist, wo Ideen anfangen. Wo man schreibt, zeichnet, skizziert, malt. Wenn man seinen Ideen Zeit widmen möchte, ist Paper das beste Werkzeug dafür.“ Die Motivation hinter der App hat übrigens nichts mit seiner Vorgeschichte bei Microsoft zu tun, sondern basiert auf allgemeiner Frustration mit der Entwicklung mobiler Anwendungen. „Es gibt soviel Fortschritt im mobilen Bereich und alles, was wir bekommen haben, waren Mobile-E-Mail, Twitter und Angry Birds. Wir dachten, dass mehr möglich sein muss“, so seine Kritik.

Bei FiftyThree setzt man auf ein Pay-by-Feature-Modell. Das Programm ist im iTunes-Store kostenlos zu haben, bringt jedoch nur das „Draw“-Feature mit. Damit will man den Usern die Möglichkeit geben, das Programm erst einmal zu erkunden. Wird mehr Funktionalität benötigt, lässt sich diese gezielt zukaufen. Paper wird wahrscheinlich kein exklusives iPad-Tool bleiben, abhängig vom Erfolg der Software und den finanziellen Ressourcen sind für Petschnigg auch Android und andere Plattformen „definitiv eine Option“. Derzeit arbeitet man jedoch hauptsächlich an zusätzlichen Extensions für die App. (pressetext)

Andreas Roth

... ist Geschäftsführer der PRAD ProAdviser GmbH & Co. KG und darüber hinaus Chefredakteur von PRAD. Er stellte im März 2002 die Internetseite Prad.de mit dem Schwerpunkt Display Technologie online. Privat gilt er als absoluter Serienjunkie und Netflix Fan.

Interessante Themen

Schreibe einen Kommentar

* Sie müssen das Kästchen aktivieren, ansonsten können Sie keinen Kommentar erstellen. Sollten Sie dennoch versuchen Ihren Kommentar zu posten, ohne akzeptiert zu haben, wird eine neue Seite geöffnet und Sie erhalten einen Hinweis. Alle eingetragenen Daten, inklusive des Kommentars, gehen dabei verloren!