PlayStation 4: PS-Vita-Anbindung bedrängt Wii U

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Sony setzt bei der jetzt offiziell angekündigten PlayStation 4 (PS4) auch auf die Verknüpfung der Konsole mit Zweitbildschirmen, unter anderem die PlayStation (PS) Vita. Das hilft dem Sony-Handheld und bringt das Alleinstellungsmerkmal der Nintendo-Konsole Wii U unter Druck. „Die PS Vita wird wahrscheinlich als Controller für die PS4 dienen, genau wie bei der Wii U, sowohl für Spiele als auch als intelligente Fernsteuerung für Medienanwendungen“, erklärt Ed Barton, Director für Digital Media Strategies bei Strategy Analytics.

PS Vita: Dient PS4 als Zweitbildschirm (Foto: Sony)

Dank einer „PlayStation App“ werden auch iPhone, iPad und Android-Geräte als Second Screens für die PS4 herhalten können, wenngleich wohl nicht im gleichen funktionellen Ausmaß wie die PS Vita. Dieser Ansatz ist dem Games-Branchenkenner nach zwar sinnvoll und schön für User, viel mehr aber nicht. „Second-Screen-Funktionalität sieht zunehmend nach Mehrwert statt Chance auf Einnahmen aus“, so der Analyst. Nintendos wichtigster verbleibender Vorteil ist dabei, dass sich Entwickler bei der Wii U auf das Vorhandensein des Zweitbildschirms verlassen können.

Sony zufolge werden PS4-Besitzer, die ein Zweitgerät mit PlayStation App nutzen, darauf beispielsweise Karten sehen können, während sie auf der Konsole ein Adventure spielen. Auch ein Kauf von Spielen unterwegs soll möglich sein und sogar ein Zusehen auf dem Second Screen, wenn andere auf der Konsole spielen. Mit einer PS Vita wird noch mehr möglich sein, denn Sony hat das bereits von der PS3 bekannte „Remote Play“ weiterentwickelt. So sollen User die meisten PS4-Games auch auf ihr Handheld holen und dort spielen können – was letztlich der tragbaren Konsole helfen könnte. „Die PS Vita wird als Standalone-Handheld nicht überleben“, meint Barton.

Noch ist nicht genau klar, wie weit die Second-Screen-Unterstützung der PS4 geht. „Interessant wird, ob die PS4 ein Multitasking zwischen Hautbildschirm und tragbarem Gerät beherrscht und so effektiv als echter Medien-Server dient“, sagt der Analyst. Damit ist gemeint, ob beispielsweise ein User auf dem Fernseher Filme über die PS4 konsumieren kann, während ein anderer auf der PS Vita ein von der Konsole gestreamtes Spiel genießt. Falls das geht, wäre Sonys neue Konsole umso attraktiver für Kunden.

Nach Sony wird dieses Jahr wohl auch Microsoft seine nächste Konsolen-Generation präsentieren. Es ist wahrscheinlich, dass auch hier Second-Screen-Funktionalitäten zum Gesamtkonzept gehören werden. „Microsoft hat die ‚Smartglass‘-Technologieplattform, das zu ermöglichen, und sie ist bereits für iOS, Android und natürlich Windows Phone verfügbar“, betont der Strategy-Analytics-Experte. Schon bei der Xbox 360 gibt es Querverbindungen zu mobilen Geräten, die Frage ist somit eher, wie weit diese bei der nächsten Generation gehen werden.

Jedenfalls wird die Wii U nicht mehr lange die einzige Konsole sein, die mit einem zweiten Bildschirm lockt – immerhin soll die PS4 rechtzeitig für das diesjährige Weihnachtsgeschäft starten. Trotzdem geht der Nintendo-Konsole der USP Second Screen aber nicht ganz verloren, so Barton. „Jede Wii U hat diese Funktionalität von der Stange“, erläutert er. Bei Nintendo können sich Entwickler somit darauf verlassen, dass spezielle Spielerlebnisse, die den zweiten Bildschirm zwingend erfordern, wirklich allen Nutzern offenstehen. Das wird bei der PS4 so nicht der Fall sein. (pte)

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