Prüde Text-Korrektur der Smartphones verbietet Fäkalsprache

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Die meisten Smartphones sind standardmäßig mit einer Autokorrektur-Funktion für die Texteingabe ausgerüstet. Diese Funktion verbessert Rechtschreib- und Tippfehler automatisch und lernt aus dem Schreibverhalten des Users fortlaufend, sich an sprachliche Eigenheiten des Users anzupassen. Dabei stellen sich die verwendeten Algorithmen gar nicht dumm an, mit einer Ausnahme: Wer seinen Gefühlen mit einem Schimpfwort Nachdruck verleihen will, wird mit dem Ergebnis meist nicht zufrieden sein. Die Autokorrekturmechanismen von iPhone und Co erlauben den Gebrauch von Fäkalsprache nur mit Schweiß der Nutzer.

Fehler: Autokorrektur hat nicht immer Recht (Foto: pixelio.de, s.media)

In der US-Bloggosphäre wimmelt es von Beiträgen von Usern, die sich von Apple eine Modifizierung der Schimpfwort-Politik wünschen. Auch in deutschsprachigen Online-Beiträgen gibt es einige Kritik an der vertrackten Schimpf-Situation. Die Argumente der Verfechter der Fäkalsprache ähneln sich zumeist. Der Gebrauch von Schimpfwörtern zweiten Grades, die nicht übermäßig anrüchig sind und sich bereits in der gesprochenen Sprache etabliert haben, sei so weit verbreitet, dass eine Zensur durch die Texteingabe lächerlich wirkt.

Wenn Wörter wie „shit“ standardmäßig durch „shot“ oder andere ähnliche Begriffe ersetzt werden, spielen sich die Softwarehersteller zu Moralaposteln auf, so die gängige Meinung. Schimpfwörter seien ein nun mal ein Teil der Alltagskultur, auch wenn sie im offiziellen Sprachgebrauch nicht vorkommen. Die Konzerne sollen sich laut den Wünschen vieler User ein wenig liberaler gebärden, was ihre Sprachpräferenzen bei den schriftlichen Kommunikationskanälen der Smartphones angeht. Zwar kann die Autokorrektur manuell umgangen werden, das sehen die Beschwerdeführer aber nur als Notbehelf. (pressetext)

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