RealD: Passiv-3D in Full-HD schon 2011

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In einen noch jungen 3D-Markt, dessen Bestehen und Entwicklung untrennbar mit der Existenz aktiver 3D-Shutterbrillen gekoppelt zu sein scheint, platzte RealD mit einer aufrüttelnden Neuigkeit: Der Anbieter von 3D-Technik mit Hauptsitz in Beverly Hills kündigte an, bereits 2011 auf selbigem Markt einen Full-HD-Fernseher zu platzieren, der mit passiver 3D-Technologie arbeitet, berichtet techradar.com.

Gelingt RealD die Portierung ihrer 3D-Kino-Technologie auf einen Fernseher, dürfte die Auswirkung mit obigem Bild recht passend beschrieben sein. (Bild: RealD)

Während die aktiven Brillen zurzeit die einzige Möglichkeit darstellen, 3D-Bilder mit 1.080p-Auflösung für Endkunden anzubieten, meint RealD, einen Weg gefunden zu haben, räumliche Full-HD-Darstellung auch mit günstigen Passivbrillen zu erzeugen. Laut RealD-Präsident Josh Greer, der auf dem dritten Jährlichen 3D-Entertainment-Gipfel in Kalifornien sprach und die neue Technologie vorstellte, sollen die RealD-Lizenznehmer Sony, JVC, Samsung, Toshiba und Panasonic nächstes Jahr über die Technologie verfügen können. Ob weitere Hersteller zu diesem Angebot Zugang bekommen werden, wurde nicht gesagt.

Die sogenannte Full-HD-Passiv-Technologie bedient sich der ZScreen-Technik, die momentan in Digitalkinos im Einsatz ist. Die dort benutzten Leinwände funktionieren so, dass sie das Licht regelrecht konservieren und seine Zerstreuung auf minimalem Level halten. ZScreen bietet außerdem kreisförmige Polarisation, ein dem Vorgang in einer aktiven 3D-Brille nicht unähnliches Verfahren: Abwechselnd wird jedes Auge verdunkelt, indem das Licht auf der Leinwand mit hoher Geschwindigkeit im und gegen den Uhrzeigersinn im Kreis wirbelt.

RealD zufolge ist es gelungen, dieses Verfahren auf herkömmliche Flachbildfernseher anzuwenden. Obwohl über die Kosten für einen solchen TV nicht gesprochen wurde, dürfte er erheblich teurer sein als ein Modell mit integriertem Transmitter für aktive Shutterbrillen. Beim Preis für die passiven Sehhilfen ist der Vorteil wiederum aufseiten der ZScreen-Geräte: Diese kosten nur wenig mehr als einen Euro.

Obschon diese Technologie im TV-Bereich noch sehr jung ist, wird sie bereits in den Kinoprojektoren, die auf RealD-Technik zurückgreifen, angewendet. Techradar zufolge können man sich zur CES 2011 im Januar auf eine Demonstration einstellen, möglicherweise gefolgt von viel Gerede über einen Formatkrieg im 3D-Bereich.

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