SACOM: Explosion bei Foxconn kein Zufall

0
64

Bei einer Explosion in einem Foxconn-Werk in Chengdu am 20. Mai wurden drei Arbeiter getötet. Weitere – hier widersprechen sich die Meldungen – 15 oder 16 wurden verletzt. Die Fabrik befindet sich in der sogenannten Processing Zone von Pi County, Chengdu, und ist ein wichtiger Standort für die Produktion von Apples iPad.

Laut SACOM zeigt das Foto Foxconn-Mitarbeiter in Chengdu. (Foto: SACOM)

Wie evertiq, das Newsportal für europäische Elektronikhersteller und deren Zulieferer, berichtet, sei die Explosion und das anschließende Feuer nicht von ungefähr gekommen. Die Non-Profit-Organisation SACOM (Students and Scholars Against Corporate Misbehavior) soll bereits in einem Bericht von Anfang Mai auf mögliche Probleme in der Polier-Abteilung, wo sich die Explosion ereignete, hingewiesen haben. Im Fokus der Warnung habe vor allem die Gefahr durch den Aluminiumstaub gestanden, der bei der Hochglanzpolitur des iPads anfällt.

Nach der Selbstmordserie im vergangenen Jahr hatte Foxconn angekündigt, seine Aktivitäten auszuweiten und überdies von einem Umzug an Standorte in den inneren Provinzen Chinas gesprochen. Seit Sommer 2010 betreibt Foxconn daher auch Werke in Chengdu (Provinz Sichuan), Chongqing, Zhengzhou (Provinz Henan) und Nanning (Provinz Guangxi). Bei den neuen Produktionsstandorten habe die Anlage in Chengdu einen zweifelhaften Weltrekord aufgestellt: Sie sei innerhalb von nur 76 Tagen erbaut worden.

Ergebnisse von im März und April durch SACOM durchgeführten Untersuchungen in den Foxconn-Produktionsanlagen in Chengdu lauten: Die Arbeitssicherheit in dem nördlichen als auch in dem südlichen Campus ist alarmierend. Im Letzteren produzieren die Foxconn-Mitarbeiter im Prinzip auf einer Baustelle. In einigen der Produktionsgebäude (werden bereits genutzt) sind die Bauarbeiten noch im Gang. Baustoffe wie Ziegel, Betonstahl und sind auf der Straßenseite aufgetürmt. Die Produktionseinheiten und Kantine sind voller Staub, ebenso wie die Baustelle selbst. Dies wirft Fragen zum Thema Arbeitssicherheit auf, da die Foxconn-Arbeitnehmer auf einer Baustelle arbeiten – ohne ausreichende Schutzbekleidung.

Diskussion: Neuen Beitrag verfassen