Samsung investiert in 8G-Werk von ChinaStar

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Nachrichtenmeldungen aus China zufolge will Samsung Electronics 300 bis 440 Millionen US-Dollar in ChinaStar, einen der größten chinesischen TFT-LCD-Hersteller, investieren. Wie Analysten bei DisplaySearch berichten, wollen die Südkoreaner mindestens fünf Prozent des zu TCL gehörigen Unternehmens aufkaufen. Im Gegenzug bekommt TCL einen äquivalenten Anteil an der von Samsung in China geplanten 7G-Fabrik.

Samsung will durch die Beteiligung an ChinaStar mehr Einfluss auf dem chinesischen Festland gewinnen. (Logo: Samsung)

Besagtes Werk, das schon 2009 angekündigt wurde, hat noch keine Genehmigung von der chinesischen Regierung erhalten. Für Samsung bedeutet das Engagement bei ChinaStar mehr also nicht nur den Zugang zu Produktionskapazitäten in China, sondern womöglich auch ein positives Resultat beim Genehmigungsprozess. Für ChinaStar, ein Gemeinschaftsunternehmen von TCL und der Regierung in Shenzhen, ist der Einstieg von Samsung wichtig, um bei Banken und anderen Investoren Vertrauen zu schaffen. Die Beschaffung von 3,6 Milliarden US-Dollar an Investitionsgeldern ist bislang nur in Ansätzen gelungen.

Erfolgreicher war ChinaStar im Bereich des Personalmanagements: Aus Korea und Taiwan konnten erfahrene Ingenieure angeworben werden, die Produktdesign, Prozesstechnologie und Produktionsanlauf gestalten sollen. Nichtsdestotrotz ist der Einstieg in die TFT-LCD-Produktion der 8. Generation eine große Herausforderung, bei der Samsung augenscheinlich für die technische Unterstützung zuständig sein wird. Samsung kooperiert schon seit Längerem mit TCL, das unter anderem LCD-Module für Samsung herstellt.

Die Investitionspläne des Elektronikriesen stellen eine neue Wettbewerbsvariante zwischen Herstellern aus Taiwan und Korea dar: Für taiwanische Panelhersteller unterliegen derartige Schritte starken Regulationen, während dies für koreanische Fertiger nicht gilt. Für ihre Investitionspläne auf dem chinesischen Festland sind AUO und Foxconn auf die Genehmigung durch Taiwans Regierung angewiesen, was schon allein bürokratiebedingt eine Verzögerung mit sich bringt. In der Panelbranche symbolisiert Samsungs Vorgehen ein neues Kooperationsmodell, das sich nicht nur auf rein wirtschaftliche Betrachtungen gründet, sondern auch politische und diplomatische Ansätze bedient.

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