Schluss mit dem Kabelsalat: Surround-Klang über Funk

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Die Verbreitung von Heimkinoanlagen in deutschen Wohnzimmern nimmt immer weiter zu, vor allem, weil die Systeme in letzter Zeit immer erschwinglicher werden. Günstige NoName-5.1-Anlagen sind schon für unter einhundert Euro zu bekommen. Soundtechnisch sollten die Erwartungen dann allerdings nicht zu hoch gesteckt werden.

Seit einiger Zeit werden immer mehr Geräte mit kabellosen Lautsprechern angeboten und die sind für einen gewissen Personenkreis in der Tat eine interessante Alternative. Bekommen kann der interessierte Kunde sowohl 5.1- als auch 7.1-Anlagen mit kabellosen Lautsprechern.

Meistens sind aber nur die hinteren Boxen wirklich kabellos, die anderen werden ganz normal über ein Lautsprecherkabel mit dem Subwoofer oder dem Receiver verbunden.

Für wen eignet sich ein kabelloses System?

Für Personen mit großen Wohnzimmern stellen die kabellosen Systeme eine gute Alternative dar, gerade wenn große Strecken mit einem Kabel überbrückt werden müssten. Lästige und unschöne Leitungen und der damit verbundene Verlegungsaufwand lassen sich vermeiden.

Bei kleinen oder gut mit Möbeln gefüllten Wohnzimmern ist die Verwendung von kabellosen Systemen natürlich auch möglich. Trotzdem bleiben die verkabelten Systeme dann die bessere Wahl, vor allem weil die Soundqualität noch besser ist.

Steht der Fernseher frei im Raum, sind Surround-Systeme mit kabelloser Übertragung eine ästhetische Alternative
Steht der Fernseher frei im Raum, sind Surround-Systeme mit kabelloser Übertragung eine ästhetische Alternative (Bild: Sony)

Wie gut sind kabellose Systeme?

Im Vergleich zu einem System mit Kabeln sind die kabellosen Anlagen definitiv schlechter was die Klangqualität angeht. Durch die Funkübertragung tritt schnell ein leichtes Rauschen auf, zudem werden nicht immer alle Klangvariationen fehlerfrei übertragen.

Kabellose Boxen bieten im direkten Vergleich meist einen nicht so vollmundigen Klang wie normale Boxen. Außerdem kann es – je nach verwendetem Übertragungssystem – zu Störungen kommen, wenn Funktelefone oder Handys im Aufstellungsbereich genutzt werden. Seltener kommt es auch bei der Nutzung von WLAN zu Störungen im Klangbild.

Ist ein kobelloses System komplett kabellos?

Leider sind nur die wenigsten Systeme tatsächlich komplett kabellos: Irgendwie müssen die Lautsprecher ja mit Energie versorgt werden und dies geschieht meist über einen Stromanschluss, der vom Lautsprecher zur Steckdose geführt werden muss.

Allerdings lässt sich so ein Kabel deutlich leichter verstecken und es benötigt im Normalfall auch keine außergewöhnliche Länge, da Steckdosen in den meisten Wohnzimmern mehr als reichlich vorhanden sind.

Bei vielen Anlagen sind außerdem nur die zwei Rearboxen für den kabellosen Betrieb gedacht, für alle anderen werden weiterhin Kabel benötigt, was Vorteile für das Gesamtklangbild bringt. Heimkino komplett ohne Kabelsalat ist derzeit noch nicht möglich.

Komplett kabellos sind HiFi-Komponenten eher selten. Sony bietet mit dem DAV-LF1 ein System an, bei dem die hinteren Lautsprecher per Funk angesteuert werden
Komplett kabellos wie hier zu sehen sind HiFi-Komponenten eher selten. Sony bietet mit dem DAV-LF1 ein System an, bei dem die hinteren Lautsprecher per Funk angesteuert werden (Bild: Sony)

Befindet sich keine Steckdose in der Nähe der hinteren Boxen, muss trotz kabellosem System aufwändig ein Stromkabel verlegt werden. Inzwischen gibt es allerdings auch einige Anlagen, die keinen externen Stromanschluss nutzen und über Akkus betrieben werden.

Diese wollen natürlich regelmäßig aufgeladen werden. Aktuelle Highend-Systeme sollen bei normalem Betrieb eine Nutzungszeit von etwa zwei Wochen besitzen, bis sie wieder zum Aufladen an die Steckdose müssen.

Gibt es günstige Alternativen?

Selbst Besitzer eines traditionellen Systems können inzwischen auf kabellose Nachrüstvarianten zurückgreifen. Das ist beispielsweise sinnvoll, wenn ein Umzug ansteht und sich die Aufteilung oder die Größe des Wohnzimmers verändert.

Es gibt diverse Anbieter von Bluetooth-Systemen, mit denen sich das Audiosignal drahtlos zu den hinteren oder sogar allen Boxen übertragen lässt. Ein Qualitätsverlust ist aber auch in diesem Fall nicht zu vermeiden und komplett ohne Kabel läuft das Ganze auch nicht ab.

Die Übertragung wird nur zu einem Empfänger durchgeführt, von dort aus muss ein Kabel zu den Lautsprechern gelegt werden. Immerhin lässt sich dieser recht einfach in der Nähe der Boxen verstecken und die Kabellänge wird verkürzt.

Welche Systeme sind empfehlenswert?

Um ein gutes kabelloses System zu finden, ist einiges an Aufwand notwendig. Das Angebot auf dem Markt ist ziemlich klein und nur wenige Fachhändler führen derzeit drahtlose Systeme. Bisherige Referenz auf dem Markt ist das Teufel Theater LT 4 Wireless mit einem Preis von 1.499 Euro.

Teufel Theater LT4 Wireless gehört zu den hochwertigen Systemen mit kabellosen Rearboxen
Das Teufel Theater LT4 Wireless gehört zu den hochwertigen Systemen mit kabellosen Rearboxen (Bild: Teufel)

Bei diesem sind allerdings auch nur die hinteren Boxen kabellos, alle anderen werden normal verbunden. Das LT4 arbeitet mit Akkus, so dass die Rear-Boxen frei im Raum aufgestellt werden können. Die Übertragung ist hervorragend entstört; es kann allerdings zu Aussetzern kommen, wenn Gegenstände oder Personen direkt vor den Sendestationen stehen.

Ansonsten ist die Klangqualität glasklar und es gibt keine hörbaren Unterschiede zwischen den normalen und den kabellosen Boxen. Im unteren Preisbereich bieten sich vor allem die verschiedenen Komplettanlagen von Samsung an, bei denen alle neueren Geräte mit einer Wireless-Schnittstelle ausgerüstet sind.

Diese muss mit einem zusätzlichen Nachrüstmodul verbunden werden und so wird der Wirelessbetrieb auch mit günstigeren Systemen möglich. Das Einsteigersystem HT-X20 ist ab 249,00 Euro im Handel erhältlich. Für das SWA-3000 Modul müssen zusätzlich noch etwas 150,00 Euro dazugerechnet werden, so dass die günstigste Wirelessvariante insgesamt ca. 400,00 Euro kostet.

Mit dem Samsung SWA-3000 lassen sich Samsung-Systeme, die das Siegel "Wireless-Ready" tragen, nachträglich umrüsten
Mit dem Samsung SWA-3000 lassen sich Samsung-Systeme, die das Siegel „Wireless-Ready“ tragen, nachträglich umrüsten (Bild: Amazon)

Auch beim Samsung-System sind nur die hinteren Lautsprecher kabellos. Klanglich muss man außerdem einige Abstriche machen. Insgesamt bietet die Samsung-Funkübertragung aber ein gutes Ergebnis und legt beim Preis-Leistungsverhältnis ordentlich vor.

Muss die Klangqualität nicht erstklassig sein, lohnt sich der Erwerb eines Bluetooth-Übertragungssystems, das man schon für unter 100,00 Euro bekommen kann. Ein ordentliches Surround-System wie das Teufel Concept E Magnum kostet etwa 200,00 Euro.

Damit lassen sich Wireless-Systeme schon für weniger als 300,00 Euro realisieren, auch wenn deren Klang mit den kabellosen Systemen des oberen und mittleren Preissegments nicht vergleichbar ist.

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